Überblick Die Nachrichten vom Wochenende

Sie haben das lange Wochenende offline verbracht, anstatt die Nachrichtenlage zu verfolgen? Hier sind die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Trauernde in Lahore, Pakistan
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Trauernde in Lahore, Pakistan


  • Pakistan: Etwa 70 Tote bei Anschlag in Lahore

AFP

Ein Taliban-Kämpfer hat sich am Sonntag nahe eines Spielplatzes in der nordpakistanischen Großstadt Lahore die Luft gesprengt. In dem Park hielten sich am warmen Osterabend rund 8000 Menschen auf, als der Attentäter inmitten von feiernden Familien seinen Sprengsatz zündete. Mindestens 70 Menschen starben, darunter viele Kinder.

Am Montag war zunächst von 29 toten Kindern die Rede, später sprach die Polizei von 35. Etwa 280 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen mussten wegen des Andrangs in den Kliniken auf dem Boden und in Fluren versorgt werden. Der Anschlag richtete sich nach Angaben der Taliban gegen Christen.

Derweil sind Behörden mit Razzien und Festnahmen gegen Verdächtige vorgegangen. Eine Reihe von "mutmaßlichen Terroristen und Unterstützern" sei festgesetzt worden, erklärte die Armee am Montag.

  • Razzien im Großraum Brüssel

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Auch die belgische Polizei hat am Osterwochenende mehrere Männer festgenommen. Allein am Sonntag wurden 13 Wohnungen in und bei Brüssel und Antwerpen durchsucht. Anschließend wurden Haftbefehle gegen drei Terrorverdächtige erlassen. Die Männer sollen einer terroristischen Vereinigung angehören.

Zunächst waren bei den Razzien neun Personen festgenommen worden, fünf wurden wieder freigelassen, ein sechster kam am Montag frei. Die Razzien standen im Zusammenhang mit Terrorismus-Ermittlungen. Eine ausdrückliche Verbindung zu den Attentaten vom Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft aber nicht herstellt.

Der am Donnerstag festgenommene Fayçal C., der als "Mann mit Hut" an den Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen beteiligt gewesen sein sollte, kam derweil wieder auf freien Fuß. Der Tatverdacht gegen Fayçal C. hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft "nicht bestätigt". Demnach ist der Mann, der seinen Sprengsatz am Brüsseler Flughafen nicht gezündet hat, weiter flüchtig.

  • Falsche Hoffnungen in Idomeni

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Am Ostersonntag haben sich Hunderte Flüchtlinge aus dem Elendslager von Idomeni auf den Weg Richtung mazedonische Grenze gemacht - vergeblich. Zuvor hatte es Gerücht gegeben, eine Öffnung der Grenze stehe unmittelbar bevor. "Wir haben heute gehört, dass die Grenze geöffnet wird, und sind hierhergekommen, um die Grenze zu überqueren", sagte ein junger Syrer der Athener Nachrichtenagentur.

Die Polizei informierte schließlich mit Lautsprechern auf Arabisch und Farsi, dass die Gerüchte nicht stimmten und die Grenze nicht geöffnet werde, berichteten Augenzeugen. Auch in Zukunft wollen die Behörden mit Lautsprecherinformationen gegen Gerüchte vorgehen. "Wir verstärken die Anstrengungen, um die Flüchtlinge und Migranten in ihrer Sprache und ohne Mittler anzusprechen", sagte der Koordinator der griechischen Regierung für Einwanderungspolitik, Giorgos Kyritsis, am Montag.

Wie am gleichen Tag bekannt wurde, will Mazedonien seine Grenzen mindestens bis zum Jahresende geschlossen halten. Das beschloss das mazedonische Parlament laut übereinstimmenden Medienberichten des Landes. In Idomeni leben nach Angaben des griechischen Flüchtlingskrisenstabs noch immer etwa 11.500 Menschen.

  • Irak: Dutzende Tote bei Selbstmordanschlag nach Fußballspiel

SPIEGEL ONLINE

Auch im Irak gab es am Wochenende einen Anschlag mit vielen Toten. In einem Dorf südlich von Bagdad sind nach Angaben der irakischen Polizei mindestens 30 Menschen gestorben, mindestens 50 Menschen seien verletzt worden, berichtete die Polizei. Der Attentäter habe sich während der Siegerehrung nach einem Fußballspiel in einer Menschenmenge in die Luft gesprengt.

  • Prozessauftakt gegen Journalisten in der Türkei

An Karfreitag hat der umstrittene Prozess gegen die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül begonnen. Dündar und Gül sollen mit Berichten über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdiensts MIT an islamistische Rebellen in Syrien Staatsgeheimnisse verraten haben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stellte persönlich Strafanzeige, den Journalisten droht lebenslange Haft.

Zum Prozessauftakt waren etwa 200 Besucher ins Gericht gekommen, darunter Kollegen, Oppositionspolitiker, einfache Bürger und ausländische Diplomaten. Am Samstag reagierte Erdogan mit einem Wutanfall im Fernsehen auf die Anwesenheit der Diplomaten, am Sonntag warnte er den britischen Generalkonsul Leigh Turner nach einem kritischen Tweet, sich zurückzuhalten.

Künftig wird der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Richter gaben zum Prozessauftakt einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt.

  • Fußball: Deutschland verliert gegen England

DPA

Wer das Spiel von Anfang an verfolgte, traute gegen Ende seinen Augen kaum: Nach einer souveränen ersten Stunde und einer 2:0 Führung durch Toni Kroos (43. Minute) und Mario Gómez (57.) vergab die deutsche Nationalmannschaft die sicher geglaubte Führung in den letzten 30 Spielminuten der Partie. Harry Kane (61.) und Jamie Vardy (74.) führten die Engländer zum Ausgleich, in der Nachspielzeit traf Eric Dier zum 3:2 Sieg aus Sicht der Engländer.

jme/AFP/dpa/Reuters



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