Überfälle in Ägypten Ein Toter bei Messerattacken auf Christen

Islamistische Fanatiker haben in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria koptische Christen in ihren Kirchen angegriffen. Ein Mann wurde getötet, mindestens zehn weitere Gläubige verletzt.


Alexandria/Kairo – Drei mit Messern bewaffnete ägyptische Extremisten stürmten am Morgen fast zeitgleich in drei Kirchen in der nordägyptischen Stadt Alexandria und stachen auf die Gläubigen ein. Angehörige der koptischen Gemeinde berichteten, zuerst sei ein Mann in die Mary Guirgis Kirche eingedrungen und habe dort drei Menschen mit einem Taschenmesser verletzt. Ein zweiter Mann verletzte kurz darauf mit einem Messer zehn Gläubige in der al-Kaddisin Kirche. Einem dritten Angreifer, der in die al-Adhra- Kirche eingedrungen war, gelang es nicht, einen der Anwesenden zu verletzten. Alle Täter konnten fliehen. Einer der Verletzten starb kurz nach dem Angriff.

Für die koptischen Christen Ägyptens beginnt das Osterfest erst in einer Woche. Die rund 200 Kilometer von Kairo entfernte Stadt Alexandria ist die zweitgrößte des Landes und galt einmal als Symbol für religiöse Vielfalt. Zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung sind koptische Christen. In letzter Zeit sehen sie sich zunehmend von fundamentalistischen Moslems bedroht.

Im vergangenen Oktober war es in Alexandria zu gewaltsamen Ausschreitungen vor einer Kirche gekommen, bei denen drei Menschen ums Leben kamen. Damals hatte die Polizei verhindert, dass 4000 Muslime eine Kirche stürmten, weil sie über die Verbreitung eines Theaterstücks auf DVD wütend waren, dass den Islam ihrer Ansicht nach in einem schlechten Licht zeigt.

phw/AFP/dpa

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