Übergriffe bei Präsidententreffen Türkei bestellt US-Botschafter in Ankara ein

Am Rande des Treffens von Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan in Washington sollen Leibwächter des türkischen Präsidenten Demonstranten angegriffen haben. Sie wurden festgenommen - Ankara zeigt sich nun verärgert.

Absperrungen an der türkischen Botschaft in Washington, D.C.
AFP

Absperrungen an der türkischen Botschaft in Washington, D.C.


Das türkische Außenministerium hat nach eigenen Angaben den amerikanischen Botschafter in Ankara einbestellt. Als Grund nannte das Ministerium die "aggressive und unprofessionelle" Behandlung ihres Sicherheitspersonals am Rande des Treffens von US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Washington, D.C.

Vor der Residenz des türkischen Botschafters in der amerikanischen Hauptstadt hatten sich am Dienstag vor einer Woche chaotische Szenen abgespielt: Sicherheitsleute von Erdogan sollen Demonstranten angegriffen haben, die Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) trugen. Das berichten Augenzeugen und zeigten Videomitschnitte. Zwölf Menschen wurden verletzt, darunter ein US-Polizist.

Im Video: Prügelei vor türkischer US-Residenz

REUTERS

Zwei türkische Sicherheitsbeamte wurden nach den Auseinandersetzungen kurzfristig von US-Behörden festgehalten, wenig später aber wieder freigelassen. Danach hatte es in den USA vermehrt die Forderung gegeben, hart gegen das türkische Sicherheitspersonal vorzugehen.

Das US-Außenministerium hatte sich besorgt über den Zwischenfall geäußert und an die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit erinnert. Die beiden US-Senatoren John McCain und Dianne Feinstein hatten in einem Brief an Erdogan kritisiert, die gewalttätige Reaktion der Personenschützer sei nicht hinnehmbar. Sie spiegele, wie seine Regierung Medien, Minderheiten und politische Gegner behandele.

Nun steht die Vermutung im Raum, dass der türkische Protest eine Reaktion auf diese Forderungen sein könnte. Das türkische Außenministerium teilte mit, dass dem US-Botschafter unter anderem ein schriftlicher Protest überbracht wurde. Demnach sollen die amerikanischen Behörden aufgefordert worden sein, den diplomatischen Zwischenfall aufzuklären. Von amerikanischer Seite gab es dazu noch keine Stellungnahme.

mho/AP/dpa



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