Uganda Oppositionskandidat drei Tage vor Wahl verhaftet

Der aussichtsreichste Herausforderer von Ugandas Präsident Museveni, Kizza Besigye, ist kurz vor der Wahl verhaftet worden. Bei Straßenschlachten schoss die Polizei später offenbar scharf auf Demonstranten.

Oppositionsführer Kizza Besigye (2011): Immer wieder Ärger mit der ugandischen Polizei
AFP

Oppositionsführer Kizza Besigye (2011): Immer wieder Ärger mit der ugandischen Polizei


Ugandas Oppositionsführer Kizza Besigye ist nach Angaben seiner Partei drei Tage vor der Präsidentschaftswahl zeitweise festgenommen worden. Der aussichtsreichste Herausforderer von Präsident Yoweri Museveni wurde auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung in Polizeigewahrsam genommen, wie sein Wahlkampfleiter Wilberforce Kyambadde sagte.

Er kam nach wenigen Stunden wieder frei. In Teilen Kampalas brachen rasch gewaltsame Proteste aus. Demonstranten schleuderten Steine auf Sicherheitskräfte, die Bereitschaftspolizei setzte Tränengas ein. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen die Sicherheitskräfte auch scharf geschossen haben. Mehrere Menschen seien verwundet worden, es habe auch Festnahmen von Oppositionellen gegeben. Kritiker sehen darin eine Taktik zur Einschüchterung der Opposition. Die Polizei machte am Montag zunächst keine Angaben zur Festnahme Besigyes.

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Für den Bewerber Besigye war es bei Weitem nicht die erste Festnahme. Wie die ugandische Zeitung "The Observer" 2013 berichtete, war der Politiker in den fünf Jahren zuvor insgesamt 34 Mal in Gewahrsam genommen worden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezweifelt, dass im repressiven Klima Ugandas freie und faire Wahlen möglich sind. Wiederholt berichtet die Organisation von gewaltsam aufgelösten Demonstrationen und Einschüchterungsversuchen.

Museveni ist in dem ostafrikanischen Staat bereits seit 30 Jahren an der Macht. Der 71-Jährige bewirbt sich bei der Wahl am Donnerstag um eine weitere Amtszeit.

cht/dpa/Reuters

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