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Neuer Bericht: Uno zählt mehr als 3600 Tote im Ukraine-Konflikt

Soldat in der Ostukraine: 300 Tote - trotz vereinbarter Waffenruhe Zur Großansicht
REUTERS

Soldat in der Ostukraine: 300 Tote - trotz vereinbarter Waffenruhe

Terror und Gewalt in der Ukraine dauern an - trotz Waffenruhe. Seit Beginn des Konflikts wurden laut Uno Tausende Menschen getötet, verletzt und vertrieben. Beide Kriegsparteien drangsalieren die Bürger.

Kiew/Genf - Seit einem halben Jahr bekämpfen sich prorussische Separatisten und ukrainische Regierungstruppen in der Ostukraine. Bei den Gefechten sind nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen seit Mitte April mindestens 3660 Menschen getötet worden. Mehr als 8700 Menschen wurden verletzt.

Trotz der am 6. September vereinbarten Feuerpause ist die Gewalt in der Region nicht abgeflaut. Seither hat die Uno 331 Todesopfer gezählt. Mehr als 375.000 Menschen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Insgesamt sind nach Angaben des Uno-Büros für Menschenrechte fünf Millionen Menschen von den Auswirkungen des Konflikts betroffen. Allein in den Regionen Donezk und Luhansk mussten 40.000 kleine und mittelständische Unternehmen schließen. Tausende Ukrainer verloren dadurch ihr Einkommen.

Russland beschneidet Freiheiten auf der Krim

"Die Waffenruhe ist ein sehr willkommener Schritt zur Beendigung der Krise in der Ostukraine", sagte der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte, Prinz Said Raad Al Hussein. "Ich fordere alle Parteien dazu auf, diese ernsthaft zu respektieren und aufrechtzuerhalten und die Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur ein für alle Male zu stoppen."

Hussein forderte, dass alle Menschenrechtsverletzungen rückhaltlos untersucht und verfolgt werden müssten, darunter der Beschuss von Zivilisten, Morde, mutmaßliche sexuelle Gewalt, die illegale Beschlagnahmung von Eigentum sowie die Misshandlung von Gefangenen.

Die Uno macht in ihrem Bericht sowohl die prorussischen Separatisten als auch die Freiwilligenverbände, die an der Seite der ukrainischen Armee kämpfen, für die Verbrechen verantwortlich. Beide Gruppen gingen mit größter Gewalt gegen angebliche Kollaborateure vor.

Ein düsteres Bild zeichnet die Uno auch von der Lage auf der von Russland annektierten Krim. Auf der Halbinsel würden Meinungs-, Glaubens- und Versammlungsfreiheit immer weiter eingeschränkt. Seit der Annexion werde besonders die muslimische Minderheit der Krimtataren drangsaliert - unter dem Vorwand, Extremismus zu bekämpfen.

syd/dpa

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Oh, Russland
testi 08.10.2014
schränken die Meinugs, Glaubens und Versammlungsfreiheit ein? Welche Überraschung! Aber es war abzusehen, denn Russland ist im Vergleich anderer Länder ja auf Platz 148, von 180 gelisteten der Pressefreiheit. Man sieht deutlich warum.
2. Pest und Cholera...
colonium 08.10.2014
Vielleicht hätte man erwähnen können, dass seit Beginn des Angriffskrieges der westukrainischen Machthaber gegen die Ostukrainer laut UN Hochkommisariat 873.000 Ostukrainer nach RUSSLAND geflohen sind. Das Russland mit seinen Minderheiten in Russland und auf der Krim nicht gut umgeht ist richtig und beklagenswert, genauso wie die Einschränkung der Pressefreiheit und einiges andere. Aber das im Artikel nicht erwähnt wird, dass lt. UN Hochkommisar und Emnesty International willkürliche Parteienverbote, Willkürjustiz durch selbsternannte rechte Polizeibataillone des rechten Sektors, Unfreiheit der Judikative, Verfolgung Andersdenkender, Verbot von Zeitungen, Verfolgung und willkürliche Beschlagnahme von Vermögenswerten bis hin zu politischen Einschüchterungen, die in offener Gewalt enden usw...., ist eine fortgesetzte Einseitigkeit der Berichterstattung. Die Ukraine will in die EU und NATO und unterliegt deshalb dem Vergleich westlicher Standards. Davon sind die von Rechtsradikalen unterwanderten westukrainischen Machthaber Lichtjahre entfernt. Ein weiterhin von kriminellen Oligarchen beherschtes Staatsgebilde, dass keinerlei demokratische Substanz hat, selbst viel zu wenig für eine EU Assozierung und schon gar nicht für einen EU Beitritt.
3. Immer wieder das Wort Annexion
newsoholic 08.10.2014
Laut einer Umfrage des US-amerikanischen Galup Insituts ist eine "überwältigende Mehrheit" der Krimbewohner froh, nun zu Russland zu gehören. Also sollten wir hier nicht länger von einer Annexion sprechen (ein Blick auf Wikipedia zeigt auch, dass der Begriff hier nicht passt), sondern vom Selbstbestimmungsrecht der Völker.
4. Separatisten* oder Freiwilligenverbände???
y61 08.10.2014
SO. Die Separatisten; meiste Kämpfer kommen aus Donbass es gibt auch Freiwillige aus fast alle Länder der ehemalige udssr. Meinen sie das die Männer plündern sein eigenes Haus oder missbrauchen eigene Frauen? Oder gucken zu wie das machen die die innen sind zu Hilfe gekommen, wen das wäre so dann wäre auch ein Krieg zwischen die Einheimische und die Freiwilligen. Die Gegner Seite, Freiwilligenverbände, besteht ausschließlich aus West Ukrainer die da nicht zuhause sind und sie sind ja da nicht zu Besuch. Überlegen wir mal, von wo kommt die Gewalt.
5. Wir gehören ja zu die guten.
y61 08.10.2014
So, die Krim. Auf die Krim sind Neonazi Demo verboten. Durchsucht würden nur die radikal Islamisten. Macht man das in Deutschland nicht??? Wir gehören ja zu die guten.
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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