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Attacke in der Ostukraine: Putin-Anhänger erobern Geheimdienstzentrale

REUTERS

Die Angriffe auf Gebäude der ukrainischen Sicherheitskräfte weiten sich aus. In der östlichen Stadt Slawjansk sind Bewaffnete in die Geheimdienstzentrale und in eine Polizeistation eingedrungen. Kiews Außenminister gibt dem Kreml die Schuld.

Hamburg - Bewaffnete Unbekannte haben im ostukrainischen Slawjansk zwei öffentliche Gebäude gestürmt. Dem Innenministerium zufolge übernahmen Angreifer in Kampfanzügen am Samstag unter "Russland! Russland!"-Rufen Dutzender Zivilisten die Kontrolle über das Polizeikommissariat und den Sitz des Geheimdienstes SBU in Slawjansk.

Die 100.000-Einwohner-Stadt liegt rund 60 Kilometer von Donezk entfernt, wo ebenfalls Pro-Putin-Anhänger Gebäude besetzt haben. Die Angreifer in Slawjansk übernahmen am Samstagmorgen zunächst die Kontrolle über das Polizeikommissariat der Stadt in der Provinz Donezk, wie Innenminister Arsen Awakow erklärte. Ein Polizeivertreter sprach von rund 20 Angreifern. Die Demonstranten hätten gut 400 Handfeuerwaffen und gut 20 Automatikwaffen erbeutet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die ukrainische Polizei.

Später stürmte "dieselbe Gruppe Bewaffneter" nach Angaben der Polizei den Sitz des Geheimdienstes SBU in Slawjansk. Awakow drohte in der Erklärung auf seiner Facebook-Seite mit "scharfen Reaktionen". Kiews Außenminister beschuldigt den Kreml, hinter den Aktionen zu stecken. Die "Provokation" müsse sofort aufhören, forderte Andrej Deschtschitsja.

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Fotostrecke: Die Besatzer von Donezk
Zuvor hatten prorussische Demonstranten bereits in mehreren ostukrainischen Städten Regierungsgebäude besetzt. Sie fordern ein Referendum über eine Abspaltung der Region, in der viele russischstämmige Bürger leben. Die Entwicklung schürt Sorgen, dass die Regierung in Moskau nach der Halbinsel Krim auch andere Landesteile in die russische Förderation eingliedern könnte.

In der Stadt Donezk halten prorussische Demonstranten seit knapp einer Woche öffentliche Gebäude besetzt. Ein Ultimatum des Innenministers zur Räumung der besetzten Gebäude war am Freitag ohne Reaktion verstrichen. In der Stadt Lugansk ist ebenfalls das Geheimdienstbüro besetzt.

Russland hat nach Nato-Angaben inzwischen 40.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Freitag erklärt, sein Land wolle, dass die Ukraine innerhalb ihrer Grenzen als Ganzes erhalten bleibe. Die Eingliederung weiterer Landesteile der Ukraine sei nicht im Interesse Russlands.

Der staatliche ukrainische Gaskonzern Naftogaz kündigte am Samstag an, bis auf weiteres seine Zahlungen für russische Gaslieferungen auszusetzen. Der Staatskonzern Gazprom hatte den Preis zuletzt von 268 auf 485 Dollar pro 1000 Kubikmeter erhöht - mit der Begründung, dass ein zuvor gewährter Rabatt ausgelaufen sei. Kiew hält den Preis für zu hoch und will nachverhandeln.

ssu/dpa/Reuters/AFP

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Fläche: 17.098.200 km²

Bevölkerung: 143,972 Mio.

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Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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