Kateryna Gandsjuk Korruptionskritikerin in Ukraine nach Säureattentat gestorben

Sie wurde mit einem Liter Säure übergossen, jetzt ist sie tot: Die Aktivistin Kateryna Gandsjuk hatte korrupte Autoritäten in der Ukraine kritisiert. Präsident Poroschenko verspricht Aufklärung.

Demonstration für Säureopfer Kateryna Gandsjuk
AFP

Demonstration für Säureopfer Kateryna Gandsjuk


Sie erholte sich von einem Anschlag auf ihr Leben im Juli, nun ist die ukrainische Antikorruptionsaktivistin Kateryna Gandsjuk überraschend gestorben.

Drei Monate nach einem Säureangriff auf Gandsjuk teilte eine Gruppe auf Facebook, die dort regelmäßig über den Zustand der 33-Jährigen informierte, am Sonntag ihren Tod in einem Krankenhaus mit.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bestätigte ihren Tod. Er appelliere an die Ermittler, "alles zu tun, um die Mörder" zu finden, "vor Gericht zu stellen und zu bestrafen", erklärte er.

Gandsjuk arbeitete als Beraterin für den Bürgermeister in der südukrainischen Stadt Cherson. Sie galt als Kritikerin der Sicherheitsbehörden und verurteilte vor allem die Korruption im regionalen Innenministerium.

Ein Mann hatte sie am 31. Juli vor ihrem Haus mit einem Liter Schwefelsäure überschüttet und war geflüchtet. Sie erlitt dadurch schwerste Verätzungen an mehr als 30 Prozent ihres Körpers und wurde seither im Krankenhaus behandelt. Eigentlich habe ihre Heilung Fortschritte gemacht, wie der britische Sender BBC berichtet. Nun sei sie womöglich an einem Blutgerinnsel gestorben, meldet der Sender unter Berufung auf lokale Medien.

Im Zuge der Ermittlungen sind laut BBC bislang fünf mutmaßliche Beteiligte in Gewahrsam genommen worden. Laut Aussage der ukrainischen Staatsanwaltschaft aus dem August sollen Separatisten im Süden der Ukraine an der Tat beteiligt gewesen sein, deren Ziel es sei, das Land zu destabilisieren.

Nach der Meldung von Gandsjuks Tod kam es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu einer spontanen Trauerkundgebung für die Aktivistin. Hunderte Demonstranten zogen vor das Innenministerium und verlangten, die Tat müsse restlos aufgeklärt werden.

cht/AFP/AP

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