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Gräueltaten auf beiden Seiten: Amnesty prangert Hinrichtungen im Ukraine-Konflikt an

Ukraine-Krise: Hinrichtungen auf beiden Seiten Fotos
AFP

Amnesty International wirft beiden Konfliktparteien in der Ukraine gezielte Tötungen vor. Hinweise auf Massengräber, über die Russland berichtete, hat die Menschenrechtsorganisation nicht gefunden.

London - Beide Seiten haben im Konflikt um die Ukraine falsche Angaben über die Gräueltaten der jeweils anderen Seite gemacht - das wirft die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowohl prorussischen als auch proukrainischen Kräften vor. "Es gibt keine Zweifel an illegalen Hinrichtungen und Gräueltaten, die von prorussischen Separatisten und ukrainischen Milizen in der Ostukraine begangen worden sind. Es ist jedoch schwierig, das Ausmaß festzustellen", sagt Jovanka Worner, Ukraine-Expertin von Amnesty International.

Für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk wurden keine Beweise gefunden. Im September hatten russische Medien über die Entdeckung von Massengräbern auf Donezker Gebiet berichtet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow berichtete von 400 Leichen in diesen Massengräbern.

Eine Delegation von Amnesty International fand vor Ort nach eigenen Angaben Beweise, dass vier Männer von ukrainischen Milizen außergerichtlich getötet wurden. Die Leichen wurden laut Bericht in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gefunden. "Viele der schockierenden Fälle, die insbesondere von russischen Medien veröffentlicht wurden, sind enorm übertrieben", sagt Worner. "Wir haben in einzelnen Fällen Hinrichtungen gesehen, die Kriegsverbrechen sein könnten."

Brüchige Waffenruhe

"Alle verdächtigen Fälle sollten untersucht und die Verantwortlichen beider Seiten belangt werden", sagte John Dalhuisen von Amnesty International.

Anfang September vereinbarten die Konfliktparteien einen Waffenstillstand, der zudem um eine demilitarisierte Pufferzone ergänzt wurde. Die Abmachung ist allerdings brüchig: Nahezu täglich gibt es Kämpfe, zuletzt vor allem um den Flughafen Donezk. Seither haben die Vereinten Nationen 331 Todesopfer gezählt. Beide Seiten werfen sich tödliche Angriffe auf Zivilisten vor. Laut Uno-Zahlen wurden seit Mitte April mindestens 3660 Menschen getötet, mehr als 8700 Menschen wurden verletzt.

Bereits im Juli hatte Amnesty den prorussischen Separatisten Entführungen und Folter vorgeworfen: Von Hunderten Fällen schwerer Menschenrechtsverletzungen war in dem Bericht die Rede. Die Gewalt der Separatisten treffe nicht nur politische Gegner, erklärte Amnesty. Oft solle die Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt werden, um sie zu kontrollieren.

vek/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
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1. 4 Leichen...
fischersfritzchen 20.10.2014
sind auch vier Schicksale, für die betroffenen Familien schlimm genug. Aber dass Lawrow daraus gleich 400 konstruiert, natürlich mal wieder ohne Beweise, das zeigt nur erneut, wie sehr er anscheinend die Ukrainer verabscheut.
2. Hinweise auf Massengräber...
niklot1147 20.10.2014
wurden von der Menschenrechtsorganisation nicht gefunden. Sie wurden durch russische Medien enthüllt. Liegt die Nichtbestätigung vielleicht daran, dass die Schuldigen in Kiew zu finden sind und die "Menschenrechtsorganisation" parteiisch ist?
3.
Walter Sobchak 20.10.2014
Komisch nur, dass bei all den Videos die aus den Gebieten so kursieren, keines dabei ist, wo mal die Zivilbevoelkerung ueber Greueltaten der Separatisten spricht. Es sind immer nur die Nazi Batallione Azov und Donbass die in solchen Videos negativ auffallen. Die "andere" Seite sollte doch auch die Moeglichkeiten haben, die Zivilbevoelkerung zu Aussagen gegen die Separatisten zu "ueberzeugen". Was stimmt also?
4. Überraschung.......
kstbremen 20.10.2014
würde ich ironisch sagen, oder hat es je einen sauberen, fairen Krieg gegeben?
5.
kdshp 20.10.2014
Das ist in einem krieg leider normal!
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