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21. Juli 2014, 12:12 Uhr

Ukraine-Krise

Augenzeugen melden heftige Gefechte um Donezk

Die ukrainische Armee hat offenbar einen Angriff auf die Rebellenhochburg Donezk gestartet. Mehrere Artilleriegeschosse sind am Bahnhof der Stadt eingeschlagen. Anwohner sind auf der Flucht.

Donezk - Die ukrainische Armee hat die Rebellenhochburg Donezk unter Beschuss genommen. Rings um den Bahnhof sind am Montag mehrere Artilleriegeschosse eingeschlagen, berichten Journalisten und Anwohner aus der Stadt in der Ostukraine. Dabei sei ein neunstöckiges Wohnhaus beschädigt worden.

Die Straßen in der Gegend wurden von den prorussischen Separatisten abgesperrt, panische Zivilisten flüchteten zu Fuß und in Minibussen aus der Kampfzone. Gleichzeitig sollen die prorussischen Milizen Dutzende Kämpfer in die Gefechtszone gebracht haben. Der Stadtrat forderte die Anwohner auf, in den Häusern zu bleiben. "Es ist gefährlich rund um den Bahnhof", hieß es in einer Erklärung.

Nach Angaben von Separatisten versuchen Einheiten der Regierungstruppen zurzeit, in die Stadt vorzudringen. Mindestens vier Panzer sollen Stellungen der Rebellen angegriffen haben. Ein Sprecher des Militärs in Kiew sagte, die Armeeoperation in der Ostukraine sei "in ihre aktive Phase" getreten. Er bestritt jedoch, dass die Streitkräfte für die Explosionen im Zentrum von Donezk verantwortlich seien. Genauere Angaben machte er nicht.

Fußballprofis verweigern Rückkehr nach Donezk

Donezk ist das Zentrum der prorussischen Aufständischen. Sie haben die Industriestadt seit April unter ihrer Kontrolle. Der Ort liegt nur etwa 60 Kilometer von dem Gebiet entfernt, wo am vergangenen Donnerstag der Malaysia-Airlines-Flug MH17 abgeschossen wurde. Die ukrainische Regierung und die USA geben den Separatisten die Schuld für den Angriff - die Milizen hingegen bestreiten jede Verantwortung.

Die Lage in der Stadt hat auch Folgen für den örtlichen Fußballklub: Sechs südamerikanische Profis des ukrainischen Meisters Schachtjor Donezk haben nach einem Testspiel in Frankreich den Rückflug verweigert.

syd/Reuters/dpa

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