Armee-Erfolge im Osten  Separatisten flüchten vor ukrainischer Offensive

Erst die Hochburg Slowjansk, nun der Stützpunkt Kramatorsk: Die Offensive der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes kommt weiter voran. Doch nun drohen Gefechte in den großen Städten.

AFP

Kiew - Ukrainische Soldaten sind weiter gegen Stellungen der moskautreuen Kämpfer im Osten des Landes vorgerückt. Nach Einnahme der lange umkämpften Stadt Slowjansk meldete die Führung in Kiew einen weiteren Erfolg: Die Rebellen hätten den benachbarten Stützpunkt Kramatorsk aufgegeben. Die ukrainische Armee hätte demnach den rund zwölf Kilometer von Slowjansk entfernten Ort zurückerobert. Ihren militärischen Erfolg in beiden Städten bezeichnete die Regierung in Kiew als "einen der größten Siege" seit Beginn der "Antiterroristischen Operation" gegen die Separatisten.

Berichten mehrerer Nachrichtenagenturen zufolge waren die Aufständischen fluchtartig von Kramatorsk abgerückt. Wie Reuters aus Rebellenkreisen erfuhr, sollen die Separatisten bei Kramatorsk gegenüber den ukrainischen Armeekräften im Verhältnis von 50 zu 1 unterlegen gewesen sein. Nach Angaben eines Reuters-Reporters verließen zeitweise rund 20 Transporter und Busse mit prorussischen Milizen Kramatorsk und zogen in Richtung Donezk ab. Dort sollen sie offenbar die vorhandenen Stellungen unterstützen. Die ersten geflüchteten Rebellen seien bereits dort angekommen, berichtete die Nachrichtenagentur AP.

Ungeachtet der Erfolge seiner Streitkräfte, mahnte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zur Vorsicht: "Ich bin von Euphorie weit entfernt. Die Lage bleibt sehr kompliziert. Die Terroristen graben sich nun in den großen Städten ein." Am Montag hatte er die einseitige Waffenruhe als beendet erklärt - von radikalen Kräften war Poroschenko deshalb im Land stark kritisiert worden. "Die Kämpfer haben die Feuerpause nicht unterstützt. Jetzt erhalten sie ihre verdiente Strafe dafür", sagte der Staatschef in Kiew.

Nach den Kämpfen in den eroberten Städten soll der Regierung zufolge zunächst die Versorgung der Bevölkerung in Slowjansk und Kramatorsk hergestellt werden: Lieferungen von Grundnahrungsmitteln wie Brot, Wasser, Zucker und Fleisch seien angeordnet worden. Daneben sollen sich Arbeiter um die Reparatur von Wasser- und Energieleitungen sowie von zerstörten Häusern kümmern, sagte Poroschenko.

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daf/Reuters/dpa/



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