Streit um Ukraine China unterstellt Westen Kalter-Kriegs-Mentalität

Peking mischt sich in den Ukraine-Konflikt ein - mit heftiger Kritik. Der Westen habe eine Mentalität wie zu Zeiten des Kalten Krieges, heißt es in der zentralen Zeitung der Kommunistischen Partei. Dies führe zu unnötigen Konfrontationen mit Russland.


Peking - Während der politischen Krise in der Ukraine ringen Europäische Union, USA und Russland um Einfluss in dem Land. Chinas führende Zeitung hat dem Westen nun vorgeworfen, Moskau mit einer Haltung zu begegnen, die deutlich mache, dass man mental noch in Zeiten des Kalten Kriegs verhaftet sei.

"Die Theorien, die Politik, Wirtschaft und Sicherheit im Kalten Krieg zugrundelagen, beeinflussen noch immer viele Menschen in ihrer Sichtweise auf die Welt", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Kommentar der "Volkszeitung", dem zentralen Blatt der Kommunistischen Partei. Einige Menschen im Westen hätten noch immer Vorbehalte gegenüber Russland.

Der Kommentar ist die bislang schärfste Reaktion Chinas auf die Krise in der Ukraine und das Vorgehen des Westens dabei. An dessen Adresse richtet der Kommentar den Appell, "sein überholtes Denken" abzulegen und die Zusammenarbeit auszubauen. Wenn dieses Denken abgelegt würde, könnten unnötige Konfrontationen vermieden werden, heißt es in dem Blatt weiter. China und Russland haben in vielen internationalen Angelegenheiten gemeinsame Positionen.

Chinas Außenministerium hat betont, sich nicht in innere Angelegenheiten der Ukraine einmischen zu wollen. Finanzielle Hilfen sind offenbar auch nicht geplant.

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Die hoch verschuldete Ukraine hatte erklärt, dass sie in den kommenden zwei Jahren 35 Milliarden Dollar benötigt, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Die Europäische Union forderte Russland auf, sich an Finanzhilfen für das Land zu beteiligen. Die Regierung in Moskau hatte der Ukraine 15 Milliarden Dollar zugesagt, die Auszahlung wegen der Unruhen in Kiew aber ausgesetzt. Am Donnerstag erklärte sich Russland jedoch bereit, an den Beratungen über eine Finanzhilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) teilzunehmen.

Wie wichtig eine Lösung ist, zeigt sich daran, dass sich die Lage im ukrainischen Finanzsektor zunehmend verschlechtert. Russlands zweitgrößte Bank VTB bremste am Donnerstag die Kreditvergabe in der Ukraine. Den Angaben des Instituts zufolge werden derzeit weder Kredite an Einzelpersonen noch an Firmen vergeben. Marktführer Sberbank hatte bereits am Freitag erklärt, die Kreditvergabe zu drosseln. Allerdings mit einer Einschränkung: Große Unternehmen mit gesunden Finanzen bekommen in der Ukraine weiter Darlehen.

kgp/Reuters

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citropeel 27.02.2014
1. Überholtes Denken?
So, legt die weise chinesische Regierung dass auch überholtes Denken ab und sucht die Zusammenarbeit mit dem Dalai Lhama? Es ist echt unglaublich, was da alles aus der chinesischen Ecke an Doppelmoral kommt.
SchneiderG 27.02.2014
2.
Zitat von sysopPeking mischt sich in den Ukraine-Konflikt ein - mit heftiger Kritik. Der Westen habe eine Mentalität wie zu Zeiten des Kalten Krieges, heißt es in der zentralen Zeitung der Kommunistischen Partei. Dies führe zu unnötigen Konfrontationen mit Russland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-china-unterstellt-westen-kalte-kriegs-mentalitaet-a-955922.html
Logisch, daß 2 Weltmacht-Diktatorische Staaten ihre Gemeinsamkeiten und Positionen haben. Da zweifelt doch auch keiner daran.
jannu 27.02.2014
3. Tja...
Zitat von sysopPeking mischt sich in den Ukraine-Konflikt ein - mit heftiger Kritik. Der Westen habe eine Mentalität wie zu Zeiten des Kalten Krieges, heißt es in der zentralen Zeitung der Kommunistischen Partei. Dies führe zu unnötigen Konfrontationen mit Russland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-china-unterstellt-westen-kalte-kriegs-mentalitaet-a-955922.html
... Ja, die habe ich. Ich habe Vorbehalte gegen jedes Land, in dem es keine Rechtsstaatlichkeit gibt, meist zu dem einzigen Zweck, der korrupten Elite des Landes ihre Pfründe zu erhalten. Das trifft offensichtlich für Russland genauso zu wie für die Ukraine unter Janukowitsch und, - ach ja genau, China natürlich auch.
sysiphus-neu 27.02.2014
4. klare Ansage
Für chinesische Verhältnisse ist eine solche Veröffentlichung eine klare Ansage an den Westen, dass es jetzt genug ist mit der Zündelei. ich vermute mal. dass der Ordnungsruf aus Peking sehr sehr ernst genommen wird. Schließlich hat China die amerikanische Wirtschaft und Bonität "an den Testikeln" und kann sehr schmerzhaft zudrücken. Und über das Portemonnaie sind Amerikaner immer noch am lernfähigsten.
MachiavelliTX 27.02.2014
5. Die Antwort Russlands wird kommen.
Peking setzt auf das liberale Konzept der Kooperation. Russland fährt nicht erst seit Georgien einen streng rationalistisch geprägten Kurs der theoretischen Schule des Neorealismus. Russland wird auf die Verschiebung des Ungleichgewichts entsprechend antworten. Wollen wir hoffen, dass der Westen dann auch wieder rational handelt. Aussagen im Sinne von "die USA / Europäische Union haben ein strategisches Interesse an der Ukraine" sind nicht hilfreich und führen nur zu einer weiteren Eskalation.
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