Krise in der Ukraine Chodorkowski besucht den Maidan

Einer der größten Putin-Gegner zeigt seine Solidarität mit der neuen Regierung der Ukraine: Michail Chodorkowski hat den Maidan besucht. In Begleitung des früheren Innenministers Luzenko sprach er auf dem zentralen Platz in Kiew mit Demonstranten.

REUTERS

Kiew - Mit einem Besuch des Protestlagers auf dem Maidan in Kiew hat Kreml-Gegner Michail Chodorkowski die neue prowestliche Führung der Ukraine unterstützt. Er habe in Begleitung des ehemaligen Innenministers Jurij Luzenko mit den Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz gesprochen, teilte Chodorkowski mit. Auf Fotos ist unter anderem zu sehen, wie er am Lagerfeuer mit Mitgliedern der sogenannten ukrainischen Selbstverteidigungskräfte spricht.

Der ehemalige Ölmilliardär Chodorkowski war im Dezember nach zehn Jahren aus russischer Lagerhaft freigekommen. Unter Vermittlung des früheren Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher flog Chodorkowski zunächst nach Berlin und reiste Anfang Januar in die Schweiz weiter. Er wolle sich für die Befreiung politischer Gefangener in Russland einsetzen, sagte er damals.

Trotz des Machtwechsels in der Ukraine harren auf dem Maidan, dem zentralen Platz in der Hauptstadt Kiew, immer noch zahlreiche Demonstranten in Zelten aus. Der Maidan war das Zentrum der Proteste gegen die alte Regierung. Hier kam es im Februar zu blutigen Straßenschlachten mit Dutzenden Toten und Hunderten Verletzten, ehe Präsident Wiktor Janukowitsch gestürzt wurde.

Die Regierung in Kiew kündigte an, mehrere Verletzte der Kämpfe zur weiteren Behandlung nach Israel auszufliegen. Auch Deutschland habe die Aufnahme verwundeter Demonstranten und Polizisten zugesagt.

Fotostrecke

9  Bilder
Halbinsel am Schwarzen Meer: Die Krise auf der Krim
Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte am Samstag eine Untersuchung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu den Todesschüssen von Kiew. Es gebe "zu viele Lügen" in der offiziellen Version, dass allein die Sicherheitskräfte Janukowitschs an dem Blutbad schuld seien, sagte Lawrow.

hut/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 77 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
unalom 09.03.2014
1. ist da ein Einkäufer unterwegs?
Chodorkowsky wittert wohl ein neues Geschäft, nach dem mit großer Wahrscheinlichkeit bevorstehendem Zusammenbruch der ukrainischen Wirtschaft sich die Infrastruktur des Landes in die Tasche zu stecken.
romeov 09.03.2014
2. Jetzt sind ja bald wieder alle zusammen
wenn er, zusammen mit dieser dubiosen Tymoschenko, die Aushängeschilder dieser sog "Revolution" sind, dann gute Nacht. Allerdings sollte bei deren Vermögen die Finanzierung der Ukraine kein Problem mehr sein.
ichstaune 09.03.2014
3. ja, es gibt zu viele Lügen...
Chodorkowski hat nur seine private Abrechnung mit Putin und seine Geschäfte im Sinn. Von der Gasprinzessin kann er noch was lernen...
Peter Pfeifer 09.03.2014
4. Chodorkowski
wurde von Putin gestoppt als er Russlands Oel an amerikanische Konzerne verhoekern wollte. Er ist immernoch ein Mann der Oelkonzerne. Solche Leute haben eine hoge kriminelle Energie, welche auch vor dem Verkauf des eigenen Volkes nicht zurueck schrecken. Ich hoffe, dass das Ukrainische Volk ihm keine Chance laesst diese Energie nochmals einsetzen zu koennen.
Zirkonium 09.03.2014
5.
Ja der arme arme Putin Gegner. Das erste was er nach seiner Entlassung gemacht hat, war in die Schweiz zu seinem Geld zu ziehen. Der hat damals zu Jelzin Zeiten mit seiner Firma Gas und Öl zum Schleuderpreis (
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.