Ukraine-Krise CIA bestreitet Tötung von Agenten durch Separatisten

Die Aufständischen im Osten der Ukraine verkauften es als ihren Erfolg: Sie behaupteten, CIA-Mitarbeiter bei Gefechten getötet zu haben. Nun widerspricht der US-Geheimdienst.

Mitglied einer pro-ukrainischen Militäreinheit:  250 Tote seit Krisenbeginn
REUTERS

Mitglied einer pro-ukrainischen Militäreinheit: 250 Tote seit Krisenbeginn


Kiew - Im Osten der Ukraine wurden keine CIA-Mitarbeiter getötet. Aufständische im Osten des Landes hatten zuvor behauptet, mehr als 600 Gegner verletzt, gefangen genommen oder getötet zu haben, unter ihnen auch Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA. Diese Angaben wies der Geheimdienst am Samstagabend zurück. "Behauptungen prorussischer Aktivisten, sie hätten CIA-Mitarbeiter getötet, sind falsch und werden nur zu Propagandazwecken verbreitet", heißt es in einer Stellungnahme.

Der selbst ernannte "Volksbürgermeister" der umkämpften Großstadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, hatte die Nachricht, Mitarbeiter des US-Geheimdienstes seien bei Gefechten verletzt und getötet worden, in einer Videobotschaft verbreitet.

Die Vereinten Nationen beziffern die Zahl der Toten in der Ukraine seit Beginn der Krise auf 250. Rund 100 Menschen starben bei der proeuropäischen Revolution auf dem Maidan im Januar und Februar.

Der ukrainische Interims-Außenminister Andrij Deschtschytsja machte Moskau für die Lage in der Ostukraine verantwortlich. In der "Welt" forderte er den Westen auf, im Kampf gegen die Destabilisierung der Ukraine schnell schärfere Strafmaßnahmen gegen Russland zu verhängen. Vor allem Deutschland müsse "gegenüber Russland stärker auftreten".

Deschtschytsja forderte vom Westen Sanktionen gegen bestimmte Sektoren der Wirtschaft und gegen das Bankwesen. Bisher werden bereits Visa- und Kontensperren gegen russische Regierungs- und Unternehmensvertreter verhängt.

Zweiter Runder Tisch ohne Ergebnisse

Derweil ist am Samstag der zweite Runde Tisch zur Entschärfung des Konflikts ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Regierungschef Arseni Jazenjuk kündigte weitere Runde Tische an, um zu einer Lösung in dem Konflikt zu gelangen. Wie beim ersten ergebnislosen Treffen in der Hauptstadt Kiew am Mittwoch blieben auch in der zweiten Runde die militanten prorussischen Kräfte außen vor.

Der "Tisch" sei diesmal aber offener gewesen, weil Vertreter der Opposition und der russisch geprägten Regionen dabei gewesen seien, sagte der ukrainische Ex-Präsident Leonid Krawtschuk. Auch der deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger nahm an den Gesprächen teil, die erstmals im Osten des Landes stattfanden.

Jazenjuk sprach sich für einen besonderen Schutz der russischen Sprache und für eine "Dezentralisierung der Macht" aus - also für die Abgabe von Zuständigkeiten an die Regionen. "Wir sind bereit, alles für eine Einheit des ukrainischen Staates zu tun", sagte er. Am 21. Mai sollen in Tscherkassy rund 200 Kilometer südöstlich von Kiew weitere Gespräche folgen.

kha/dpa/AFP

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insgesamt 125 Beiträge
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aueronline.eu 17.05.2014
1. Ist denn irgendjemand schon gehirngewaschen genug
Zu glauben, die CIA würden das eingestehen? Das Dementi ist zur erwarten gewesen. Blöd nur, dass die "Täter" nachliefern werden.
tumbajumba 17.05.2014
2. Endlich
wird den Amis in den Arsch getreten
vitalik 17.05.2014
3. Cia
Zitat von sysopREUTERSDie Aufständischen im Osten der Ukraine verkauften es als ihren Erfolg: Sie behaupteten, CIA-Mitarbeiter bei Gefechten getötet zu haben. Nun widerspricht der US-Geheimdienst. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-cia-bestreitet-toetung-von-agenten-durch-separatisten-a-970028.html
1. Natürlich haben die USA ihre Geheimdienst und CIA Mitarbeiter in der Ukraine. Genauso, wie Russland und vermutlich auch Deutschland welche in der Ukraine hat. Es ist doch schließlich der Job solcher Behörden. 2. Hat die CIA jemals freiwillig zugegeben, dass die eigenen Mitarbeiter in irgendeiner Sache verwickelt sind bzw. irgendwo aufgedeckt oder getötet wurden? Ich weiß nicht, wie es in der Pryxis abläuft, aber ich dachte man trägt nicht unbedingt einen CIA Ausweis mit sich und bei Gefahr gibt man sich als US Bürger aus.
DenkZweiMalNach 17.05.2014
4. Dreckiger Krieg
So schlimm die Zustände in der Ukraine auch sein mögen, schlimmer noch ist, dass der Krieg wieder zum alltäglichen Handwerk der Politik geworden ist. Voran die USA und die EU kaum weit entfernt. Je nach politischem Kalkül sind es gute Revolutionäre oder böse Separatisten: Afghanistan, Irak, Lybien, Syrien, Ukraine usw - es ist eine Handschrift.
Lankoron 17.05.2014
5. Die CIA
würde natürlich auch den Tod eines Agenten bestätigen. Und komisch...den Einsatz von Agenten hat die CIA nicht bestritten?
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