Ukraine Deutsche Ärzte untersuchen inhaftierte Timoschenko

Seit Monaten klagt die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko über schwere Rückenschmerzen. Jetzt dürfen deutsche und kanadische Spezialisten die Oppositionspolitikerin im Straflager medizinisch untersuchen.

Julija Timoschenko: Die frühere Regierungschefin sitzt nun in einem Straflager
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Julija Timoschenko: Die frühere Regierungschefin sitzt nun in einem Straflager


Kiew - Die in Lagerhaft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko wird nun doch von deutschen und kanadischen Ärzten untersucht. Das teilte Vize-Gesundheitsministerin Raissa Moissejenko am Dienstag nach Angaben ukrainischer Medien in der ostukrainischen Stadt Charkow mit. Neben zwei Spezialisten von der Berliner Charité und drei kanadischen Kollegen gehören auch zwei ukrainische Mediziner zum Ärzteteam, sagte Moissejenko.

Die frühere Ministerpräsidentin leidet an starken Rückenschmerzen und kann nach Angaben ihrer Anwälte kaum noch gehen, was die Vollzugsverwaltung bestreitet. "Die Ärzte werden solange arbeiten wie notwendig", sagte Moissejenko. Es gebe keine zeitliche Beschränkung.

Die deutschen Spezialisten - ein Neurologe und ein Orthopäde - reisten auf Vermittlung der Bundesregierung in die Ukraine. Nach der Ankunft in Charkow sagte der Neurologe Karl Max Einhäupl laut ukrainischen Medien, die Ärzte seien zu einer humanitären Mission gekommen und wollten das Problem lösen. Alle Kanadier der Mission sind nach Medienberichten ukrainischer Abstammung.

Die Untersuchung im Gefängnis wäre fast geplatzt: Während die Justizbehörden der Ex-Sowjetrepublik auf einer Beteiligung ukrainischer Ärzte bestanden, lehnte Timoschenko deren Teilnahme zunächst vehement ab. Die Politikerin hatte die Befürchtung geäußert, ihre Landsleute könnten Untersuchungsergebnisse fälschen. Timoschenko habe der Untersuchung im Straflager schriftlich zugestimmt, hieß es.

Die seit August inhaftierte Timoschenko war im Oktober wegen Machtmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sie wurde für schuldig befunden, während ihrer Zeit als Ministerpräsidentin ihrem Land beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland Schäden in Millionenhöhe zugefügt zu haben. Ihre Tochter sprach im Januar bereits in Berlin, Paris, Straßburg und Kopenhagen vor, um den Westen zu bitten, mehr Druck auf die Ukraine auszuüben. Die EU kritisiert die Inhaftierung Timoschenkos als politisch motiviert.

lgr/AFP/dpa



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Seite 1
batmanmk 15.02.2012
1. Nichts geändert
Zitat von sysopAFPSeit Monaten klagt die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko über schwere Rückenschmerzen. Jetzt dürfen deutsche und kanadische Spezialisten die Oppositionspolitikerin im Straflager medizinisch untersuchen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,815320,00.html
Da können die deutschen Wirtschaftsverbrecher nur neidisch gen Ukraine blicken. Für einen kleinen Dollar scheint dort jeglicher Luxus im Knast möglich.
BurnOut_Generation 15.02.2012
2. cyx
Zitat von sysopAFPSeit Monaten klagt die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko über schwere Rückenschmerzen. Jetzt dürfen deutsche und kanadische Spezialisten die Oppositionspolitikerin im Straflager medizinisch untersuchen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,815320,00.html
Diese Frau hat geglaubt,dass sie und ihr Clan über den Gesetz stehen. Der Clan aus Dnepr...sie hat seit den ende der 90er jahren Probleme mit der Justiz und Steuerbehörde..erste Anklage gab es Anfang 2000 aber damals konnte man sich ohne weiteres freikaufen. Dann gab es die Orange Rev. und Timoshenko hat in der Zeit Gesetze verabschiedet,die ihr zum Vorteil waren...und so ging es immer wieder weiter bis das ukrainischer Volk sie abgewählt hat(demokratisch) und dann kam ganzer Ausmass ihrer Geschäfte..Vetternwirtschaft,Korruption und einschüchterung,,warum hat ihr Mann Asyl in Tschechien gesucht? Weil er genau so viel dreck am stecken hat.. Weil die Bevölkerung in der Ukraine es nicht mehr ansehen wollen,wie das Land ausgenutzt wird hat sie jetzt die Rechnung bekommen.... Nur weil sie Botox spritzt und gut aussieht,heisst es nicht das Ukrainer sie geliebt haben..sie wird verflucht...so ist es und nicht die bezahlte Demonstranten vor Gericht sind das Volk,sondern einfache menschen die Monatelang ohne Gas leben mussten,während Timoshenko über die Firma ihres Clans mit Russland Gas-geschäfte gemacht hat...zum eigenem Vorteil.
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