Ukraine: Femen-Aktivistinnen bei Putin-Besuch festgenommen

Drei Aktivistinnen der ukrainischen Gruppe Femen sind kurz vor einer geplanten Protestaktion gegen den russischen Präsidenten Putin in Kiew festgenommen worden. Eine der Frauen wurde offenbar geschlagen.

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AFP

Die drei Femen-Aktivistinnen: "Stundenlang fehlte jeder Kontakt"

Kiew - Drei Aktivistinnen der ukrainischen Organisation Femen und ein Fotograf sind kurz vor einer geplanten Protestaktion gegen Kremlchef Wladimir Putin in Kiew festgenommen worden. "Die Gruppe wurde von Zivilpolizisten in ein Auto gezerrt", sagte Femen-Chefin Anna Guzol. "Stundenlang fehlte jeder Kontakt. Wir dachten, sie wurden entführt." Ein Polizeisprecher teilte mit, dass die drei Frauen abgeführt worden seien. Eine Streife hatte diese mit entblößten Brüsten in der Hauptstadt Kiew entdeckt.

Femen hatte anfangs mitgeteilt, die Frauen und der Fotograf seien von Unbekannten geschlagen, in ein Auto gezerrt und an einen unbekannten Ort verschleppt worden. Die Festgenommenen klagten über Schrammen und Blutergüsse. "Eine der Frauen erhielt einen Schlag auf die Brust", teilte Guzol mit. Ein Polizeisprecher sagte, die Gruppe sei wegen "Rowdytums" festgenommen worden.

Die ukrainische Femen-Chefin Guzol war am Morgen offenbar selber eingeschüchtert und von einem Unbekannten angegriffen worden. Der Mann habe sie ins Gesicht geschlagen und ihren Hund gestohlen, hieß es.

Bereits am Mittwochabend war ein Femen-Aktivist in Kiew zusammengeschlagen worden. Viktor Swijazki, den die Gruppe als politischen Berater bezeichnet, sei mit "zertrümmertem Gesicht, vermutlich gebrochenem Kiefer und ausgeschlagenen Zähnen ins Krankenhaus gebracht worden", hatte die Gruppe am Donnerstag bekanntgegeben.

Putin nahm in Kiew an Feiern zur Christianisierung vor 1025 Jahren teil und hat bereits Erfahrung mit den Protesten: Im April waren mehrere halbnackte Demonstrantinnen auf den russischen Staatschef zugestürmt, als dieser die Hannover Messe besuchte.

lei/dpa/AFP

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