Kampf gegen Separatisten Ukraine fordert Militärhilfe von EU und Nato

Die ukrainische Regierung hat an die EU und Nato appelliert, ihr Land im Kampf gegen die prorussische Separatisten zu unterstützen. Die Milizen hatten erstmals bestätigt, Waffen und Kämpfer aus Moskau zu bekommen.

Außenminister Klimkin: "Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren"
AP

Außenminister Klimkin: "Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren"


Kiew - Die Regierung in Kiew setzt im Kampf gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine auf die Hilfe des Westens: Sowohl militärische als auch politische Unterstützung sei dringend notwendig, um die Lage in den Griff zu bekommen, sagte Außenminister Pawlo Klimkin am Sonntag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. "Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren."

Die Gefahr einer russischen Invasion sei allgegenwärtig. Fast täglich würden ukrainische Truppen von russischem Territorium aus beschossen. Zudem würden Söldner und Waffen von Russland aus ins Land gebracht, sagte Klimkin.

Am Freitag hatte die ukrainische Regierung erklärt, eine Kolonne russischer Schützenpanzer angegriffen zu haben, die die Grenze passiert habe. Die Meldung weckte die Furcht einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den Nachbarstaaten. Allerdings konnte der Bericht aus Kiew bisher nicht unabhängig bestätigt werden. Moskau bestreitet, dass sein Militär die Grenze überquert hat.

Die USA sehen dies aber anders: Washington warf Russland eine "anhaltende Militärintervention" in der Ukraine vor. Diese stehe in völligem Gegensatz zu humanitären Hilfen und einer friedlichen Konfliktlösung.

Klimkin forderte die Nato zu einem Strategiewechsel gegenüber der Ukraine auf. Sein Land benötige neben der Hilfe für die Streitkräfte auch mehr politische Unterstützung. Die Frage einer Nato-Mitgliedschaft stelle sich indes momentan nicht, sagte er. Dafür gebe es in seinem Land derzeit keinen gesellschaftlichen Konsens.

Separatisten: gepanzerte Fahrzeuge und Kämpfer aus Moskau

Der ukrainische Außenminister trifft am Sonntagabend seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow in Berlin. An dem Treffen nehmen auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Laurent Fabius teil.

Thema der Zusammenkunft wird auch der Einfluss Moskaus auf die Separatisten sein. Die Milizen hatten erstmals offen über Unterstützung aus Moskau gesprochen, als sie eine Großoffensive gegen die vorrückenden ukrainischen Regierungstruppen ankündigten. Es seien militärische Ausrüstung und neue, in Russland ausgebildete Kämpfer zur Verstärkung auf dem Weg, sagte ihr Anführer in Donezk, Alexander Sachartschenko, in einem Video, das auf einer den Separatisten nahestehenden Internetseite veröffentlicht wurde. Es handele sich um 150 gepanzerte Fahrzeuge, darunter 30 Panzer, sowie 1200 Kämpfer. Diese seien vier Monate lang in Russland ausgebildet worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte eine Stellungnahme Russlands zu den Äußerungen des Separatistenführers. Sie hatte am Samstag mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko telefoniert. Beide seien sich einig gewesen, dass Waffenlieferungen unterbleiben müssten und eine Waffenruhe vereinbart werden müsse, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Route des russischen Hilfskonvois: Die Lastwagen stehen nun 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze
SPIEGEL ONLINE

Route des russischen Hilfskonvois: Die Lastwagen stehen nun 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze

Erste Fortschritte gab es im Streit um den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine. Die Ukraine erkenne die "Rechtmäßigkeit" des Hilfseinsatzes an, teilte die Regierung in Kiew mit. Dem Internationalen Roten Kreuz zufolge verständigten sich Russland und die Ukraine auf eine Inspektion. Dies teilte die Organisation via Twitter mit.

Kiew müsse aber anschließend noch sein Einverständnis für den Grenzübertritt geben. Das Rote Kreuz warte zudem auf "Sicherheitsgarantien" für den Transport der Hilfsgüter auf ukrainischem Territorium.

Die 287 Lastwagen, die nach Moskaus Angaben mit 1800 Tonnen Hilfsgütern beladen sind, stehen noch immer 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze. Kiew befürchtet, dass Russland in dem Konvoi Waffen für die Regierungsgegner in der Ostukraine schmuggeln könnte. Die ukrainischen Truppen kontrollieren mittlerweile das Gebiet nahe der Großstadt Luhansk, durch das der Konvoi fahren soll.

heb/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 118 Beiträge
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marnix 17.08.2014
1. Politische Unterstützung Ja - Waffen Nein
Es ist sinnvoll den politischen Druck auf beider Seiten zu erhöhen. Die russische Führung muss die unsägliche Unterstützung der "Volkswehr", die ja anscheinend mehr aus gebürtigen Nicht Ukrainern besteht, denn aus Ost Ukrainer, beenden und dafür sorgen, dass kein Nachschub mehr kommt. Notfalls müssen weitere Sanktionen verhängt werden. Auch die Krim darf nicht in Vergessenheit geraten. Aber auch die Regierung in Kiev muss einen Plan zur Befriedung vorlegen. Der Ost-Ukraine muss eine Zukunft in der Ukraine geboten werden. Aber zuallererst müssen die Waffen schweigen und die fremden Truppen aus dem Land.
pandur1234567@yahoo.com 17.08.2014
2. statt neuer Waffen
wie wärs mit ner Waffenruhe und Gesprächen? Jeder Krieg zeigt 20-30 Jahre später brechen die Konflikte eh wieder aus, oder es kommt zu Vertreibung/Ausrottung.
mittelstandsfreund 17.08.2014
3. Optionen
Wenn man der Nato und vor allem Rasmussen Vernunft unterstellen könnte, wäre es sinnvoll, sich eine Option auf sehr viele Waffen unde sonstiges Beistandsszenario erstellen zu lassen und damit in direkte Verhandlungen mit Moskau zu ziehen. Das heisst, Stärke zeigen, sie aber nicht nutzen, solange ernsthafte Verhandlungen ohne Unterstützung einer Seite erfolgen. Und das unter dem sofortigen Blauhelmschutz und gegenseitiger freiwilliger vollständig offener Kontrolle.
spon_2419712 17.08.2014
4. @marnix
In Russland trainiert heisst nicht zwingend, dass das Russen sind. Ohnehin ist jeder dort Ansaessige der aelter als 23 ist in der Sowjetunion geboren. Da zwischen Russen und Ukrainern zu unterscheiden faellt schwer.
lab61 17.08.2014
5.
Zitat von sysopAPDer ukrainische Regierung hat an die EU und Nato appelliert, sein Land im Kampf gegen die prorussische Separatisten zu unterstützen. Die Milizen hatten erstmals bestätigt, Waffen und Kämpfer aus Moskau zu bekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-fordert-militaerhilfe-von-eu-und-nato-a-986524.html
Noch nicht einmal in der Ukraine angekommen, sind schon 10% der Ladung verschwunden. Die ganze Zeit redete Moskau von 2000 Tonnen Ladung. Letzt sind es nur noch 1.800 Tonnen. Oder wurden jetzt vor der Inspektion der Ladung noch schnell 200 Tonnen Munition und Waffen abgeladen?
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