Kiew - Ein ukrainisches Gericht hat ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen die frühere Ministerpräsidentin Julija Timoschenko erneut vertagt. Der Prozess könne nicht in Abwesenheit der erkrankten Timoschenko fortgesetzt werden, befand der Richter am Montag. Der Termin werde daher vom 23. auf den 31. Juli verschoben.
Die 51-Jährige hat die Vorwürfe der Steuerhinterziehung zurückgewiesen. Ihr drohen dennoch zwölf Jahre Haft. Timoschenko war bereits vergangenen Oktober wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt. Auch dieses Verfahren war unlängst vertagt worden und soll nun am 16. August fortgesetzt werden.
Ärzte der Berliner Charité hatten die frühere Anführerin der Orangen Revolution mehrfach in der Ukraine untersucht und ihren Gesundheitszustand als besorgniserregend bezeichnet. Die Politikerin plagt unter anderem ein Bandscheibenvorfall.
Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten mehrere hundert Anhänger wie auch Gegner der Politikerin. Es kam zu kleineren Handgemengen, wie örtliche Medien berichteten.
Ab dem 28. August wird sich auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Fall Timoschenko befassen. Die im August 2011 eingelegte Beschwerde betreffe insbesondere Untersuchungshaft und Prozess, teilte der Gerichtshof mit. Ein Urteil soll erst nach einer mündlichen Verhandlung verkündet werden.
jok/Reuters/dpa
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