Grenze zur Ukraine USA verlangen Komplettabzug der Russen

Russland hat mehrere Tausend Soldaten von der Grenze zur Ukraine abgezogen. Doch das genügt Washington nicht. Verteidigungsminister Hagel fordert den Rückzug aller Einheiten Moskaus.

Wladimir Putin bei einem Militärmanöver: "Sie sind nicht, wo sie sein müssten"
AP

Wladimir Putin bei einem Militärmanöver: "Sie sind nicht, wo sie sein müssten"


Washington - US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat den vollständigen Abzug russischer Truppen von der ukrainischen Grenze gefordert. Hagel sprach auf einem Flug zu einer Sicherheitskonferenz nach Singapur mit Journalisten an Bord einer Militärmaschine. Dass sich Tausende Truppen bereits zurückgezogen hätten, sei "vielversprechend", sagte der Minister weiter.

Es befänden sich jedoch noch Tausende Soldaten an der Grenze. "Sie sind nicht, wo sie sein müssten. Dies wird nicht der Fall sein, bis alle ihre Truppen weg sind." Ein mitreisender hoher Militär sagte, dass etwa sieben russische Bataillone dort stationiert seien.

Der Westen wirft Russland vor, zur Destabilisierung der Ostukraine beizutragen und prorussische Separatisten zu unterstützen. Die Regierung in Moskau hat dies zurückgewiesen. Der Aufmarsch russischer Soldaten entlang der Grenze zur Ukraine hatte Sorgen geschürt, dass ein Militäreinsatz in Vorbereitung sein könnte.

Zuletzt zeigte sich US-Außenminister John Kerry besorgt über tschetschenische Milizionäre, die über Russland in die Ostukraine eindringen und dort auf Seiten der prorussischen Separatisten kämpfen sollen.

EU-Kommissar Füle für Aufnahme von Ukraine, Georgien, Moldau

Unterdessen sprach sich der Erweiterungskommissar der EU für eine Aufnahme weiterer früherer Sowjetrepubliken aus. Nach Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion durch Russland sprach sich Stefan Füle langfristig für eine Vollmitgliedschaft der Ukraine, Georgiens und der Republik Moldau in der EU aus. "Wenn wir Ernst damit machen wollen, die Länder in Osteuropa zu transformieren, dann müssen wir auch ernsthaft das mächtigste Instrument, das wir zur Umgestaltung haben, nutzen: die Erweiterung", sagte Füle der "Welt".

Russland hatte am Donnerstag mit Weißrussland und Kasachstan die Wirtschaftsunion als geplantes Gegengewicht zur EU gegründet. Ursprünglich sollte auch die Ukraine dem Handelsraum beitreten.

Füle sagte, die europäische Perspektive sei trotz aller Bedingungen, die damit verbunden sind, der beste Anreiz für die nötigen Reformen in den Staaten Osteuropas. "Vor wenigen Monaten haben die EU-Mitgliedsländer erklärt, dass das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine nicht das endgültige Ziel unserer gegenseitigen Zusammenarbeit ist. Ich denke, diese Haltung sollte auch für jene östlichen Nachbarländer gelten, die ebenfalls ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterschreiben werden, wie Georgien und Moldau."

fab/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 219 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
werano 30.05.2014
1. fordern bei den anderen
aber erst einmal bei sich anfangen, das fällt denen im traum nicht ein. zuallererst sollten die amis ihre blackwater söldner abziehen, dann ihre cia spitzel, dann hätten die etwas vorzuweisen, dann könnten sie fordern. aber so, immer mit dem finger auf die anderen zeigen und nicht merken, dass dabei drei auf sie selber gerichtet sind. und anschela macht mit.
kalim.karemi 30.05.2014
2. Dinge werden nicht besser indem sie wiederholt werden
Keine ehem. Sowjetrepubliken in die EU! Soll Russland alle in sein eurasisches Bündnis aufnehmen. Wie ich es verstehe, ist die Mehrheit der Bevölkerung dort für ein engeres Miteinander mit Russland. Wer vorhat, der EU den Rest zu geben, dem ist an möglichst vielen Armen und korrupten Neumitgliedern gelegen. Wir haben Rumänien und Bulgarien nicht im Griff und wollen uns die Ukraine antun, auf derartige Ideen können nur Gehaltsempfänger mit Pensionsanspruch kommen.
herbert_schwakowiak 30.05.2014
3.
Zitat von sysopAPRussland hat mehrere Tausend Soldaten von der Grenze zur Ukraine abgezogen. Doch das genügt Washington nicht. Verteidigungsminister Hagel fordert den Rückzug aller Einheiten Moskaus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-hagel-fordert-komplettabzug-russischer-truppen-a-972432.html
Die USA, die immerzu ihre Flugzeugträgerverbände vor die Küsten von Krisengebieten schicken, um dort 'Manöver' abzuhalten (z.B. Persischer Golf, Korea), wollen den Russen vorschreiben, wo ssie ihre Truppen innderhalb ihres Staatsgebiets stationieren. Oooo-kay.
heinzpeter0508 30.05.2014
4. Was hat der Ami lauthals in Europa
lauthals zu sagen. Es gibt doch seit Jahrzehnten den Ausspruch „Amerika den Amerikanern“. Ebenso gilt „Europa den Europäern“. Die USA haben Probleme zuhauf im eigenen Land mit hoher Verschuldung, hoher Kriminalität, absurden Waffengesetzen, Umweltverschmutzung, unterentwickelter Energieinfrastruktur, hoher Armut, etc – da sollen sie erst einmal vor der eigenen Türe kehren !!
meergans 30.05.2014
5. In der Geschichte
der letzten 200 Jahre kenne ich mich recht gut aus.Da ist mir kein Fall bekannt, daß ein Staat von einemanderen gefordert hätte, seine Truppen von der eigenenGrenze zurück zu ziehen. Meines Wissens war einesolche interstaatliche Dreistigkeit noch nie da. Die USA scheinen jedoch alles toppen zu wollen, wases an high-level Provokationen bisher gab.Das geht nicht gut.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.