Ukraine-Konflikt Kanadier geben Moskau Nachhilfe in Geografie

Russische Soldaten auf dem Gebiet der Ukraine? Der Kreml hat dafür eine eigene Erklärung: Die Soldaten hätten sich verirrt. Die kanadische Nato-Delegation gibt Moskau nun Nachhilfe, mit einem pointierten Tweet.


Hamburg - Seit Langem gibt es Meldungen darüber, dass russische Soldaten aktiv an der Seite der Separatisten in der Ostukraine kämpfen. Anfang der Woche nahmen Regierungstruppen dann erstmals russische Fallschirmjäger auf ukrainischem Gebiet fest.

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Heft 35/2014
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Russland reagierte darauf mit einer interessanten Stellungnahme. Das Verteidigungsministerium in Moskau räumte zähneknirschend die Gefangennahme seiner Soldaten ein. Die Männer hätten gleichwohl nur "aus Versehen" ukrainisches Territorium betreten, sie hätten sich auf Patrouille an der Grenze verirrt.

Das nahm die kanadische Nato-Delegation zum Anlass für eine Nachhilfestunde in Sachen Geografie. Per Tweet wies der Account "Canada at Nato" auf die geografischen Gegebenheiten hin. "Geografie kann schwer sein. Hier ist ein Reiseführer für russische Soldaten, die sich immer wieder verlaufen und 'aus Versehen' in der Ukraine landen", heißt es darin. Dafür gab es, Stand Donnerstagmorgen, immerhin schon mehr als 10.000 Retweets.

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Unabhängig davon, welche Glaubwürdigkeit man der russischen Erklärung einräumt: Die Grenze zwischen den Ländern in der Konfliktregion ist tatsächlich oft nicht exakt markiert. Und ganz so eindeutig wie im Tweet der Kanadier ist die Grenzziehung ohnehin nicht mehr. Beim blauen Zipfel im Schwarzen Meer, der im Tweet zum "Nicht Russland"-Gebiet gehört, handelt es sich um die mittlerweile von Russland annektierte Halbinsel Krim.

fab

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Mitreder 28.08.2014
1. Nichtsdestotrotz
"Beim blauen Zipfel im Schwarzen Meer, der im Tweet zum "Nicht Russland"-Gebiet gehört, handelt es sich um die mittlerweile von Russland annektierte Halbinsel Krim." Es bleibt trotzdem ukrainisches Territorium, auch wenn Russland sich das Gebiet gewaltsam ergaunert hat. Bei Diebstahl kann man den Besitz, aber nicht das. Eigentum erlangen.
Sponposter2 28.08.2014
2. Die Krim gehört zur Ukraine
Die Farbe der Krim ist schon richtig. Sie gehört völkerrechtlich und auch in Zukunft zur Ukraine.
cededa 28.08.2014
3. Nur weil
die Russen das annektiert haben, gehört es nicht ihnen. Sonst wären die Golanhöhen israelisch. Und der IS ein richtiger Staat. Und Taiwan bald Teil von China.
u30 28.08.2014
4. Die Krim
„Die mittlerweile von Russland annektierte Halbinsel Krim" gehört soweit ich weiß immernoch zur Ukraine. Auch eindeutig. Nur weil ich in ein anderes Land gehe, dort eine Abstimmung mache und Panzer schicke bedeutet das doch nicht, dass das jetzt zu meinem Territorium gehört. Vorsicht bei der Wortwahl SPON!
tockolosh 28.08.2014
5.
Annektiert und doch nicht anerkannt...
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