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Krieg in der Ukraine: Kiew meldet Invasion von 1500 russischen Soldaten am Wochenende

Separatisten in Donezk: Unterstützung aus Russland? Zur Großansicht
AFP

Separatisten in Donezk: Unterstützung aus Russland?

Hunderte Soldaten, Tankwagen und Raketenwerfer: Laut der ukrainischen Armeeführung haben russische Truppenverbände die von Separatisten kontrollierte Grenze zur Ukraine überquert.

Kiew/Moskau - Nach Angaben der Regierung in Kiew sind rund 1500 russische Soldaten am Wochenende in die Ukraine vorgedrungen. Die Truppen hätten mit militärischer Ausrüstung die Grenze überquert, teilte der Armeesprecher Andrej Lyssenko mit. Unter anderem sollen die Einheiten Raketensysteme eingeführt haben.

Demnach überquerten die Soldaten mit etwa 300 Rüstungsgegenständen den Teil der Grenze, der von den Separatisten kontrolliert wird. Zu dem Konvoi gehörten laut Lyssenko rund 170 Fahrzeuge, darunter Lastwagen und Tankwagen. Die Gefechte zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen im Osten der Ukraine hatten sich zuletzt deutlich verstärkt.

Seit Ausbruch der Ukraine-Krise vor mehr als einem Jahr sind daher die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen äußerst angespannt. Kurz vor einem am Mittwoch geplanten Friedensgipfel in Minsk sagte Putin in einem Interview mit der ägyptischen Staatszeitung "al-Ahram", dass die Gewalt in der Ostukraine eine Reaktion "auf einen vom Westen unterstützten Staatsstreich" in Kiew sei. Der Konflikt werde so lange andauern, wie sich die "Ukrainer nicht untereinander einig werden".

Warnung vor einem Ultimatum

Auf ein Ultimatum seitens des Westens, über das zuletzt spekuliert worden war, will sich der Kreml offenbar nicht einlassen: "Niemand hat bislang mit dem Staatspräsidenten im Tonfall eines Ultimatums gesprochen", sagte ein Kreml-Sprecher dem russischen Radiosender Govorit Moskva und fügte an: "Und sie könnten es auch nicht, falls sie es beabsichtigen sollten."

Westliche Staaten und die Regierung in Kiew werfen Putin vor, den Konflikt in der Ostukraine anzuheizen und den Aufständischen mit Waffen und gutausgebildeten Soldaten zu helfen. Die Führung in Moskau weist den Vorwurf der Waffenlieferungen zurück. Bei den Soldaten handele es sich um Freiwillige.

Putin, sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko sowie der französische Präsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel wollen sich am Mittwoch in der weißrussischen Hauptstadt Minsk treffen, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Die Arbeiten an einem Paket für eine umfassende Lösung sollen bereits an diesem Montag in Berlin fortgesetzt werden.

mxw/AFP/Reuters

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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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