Krise in der Ostukraine Kiew meldet Tod von Dutzenden Soldaten

Laut ukrainischer Regierung sind in der Ostukraine mindestens 30 Soldaten getötet worden. Die Regierungstruppen seien mit Raketenwerfern beschossen worden, die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Ukrainischer Soldat im Einsatz bei Donezk: Dutzende Soldaten und Grenzschützer starben bei einem Raketenbeschuss
REUTERS

Ukrainischer Soldat im Einsatz bei Donezk: Dutzende Soldaten und Grenzschützer starben bei einem Raketenbeschuss


Kiew - Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine sind mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden. Das meldet das Innenministerium in Kiew. Die Armee sei massiv von prorussischen Separatisten attackiert worden. So zitiert die Agentur Interfax den Behördensprecher Sorjan Schkirjak am Freitag. "Bisher gibt es Informationen über etwa 30 Tote. Die Zahl kann sich noch erhöhen", sagte Schkirjak.

Die Regierungstruppen gehen mit einer Offensive gegen die Separatisten vor, die im Gebiet von Donezk, Luhansk und Slowjansk "unabhängige Volksrepubliken" ausgerufen hatten. Sie streben eine Abspaltung des Gebiets von der Ukraine an.

Präsident Petro Poroschenko hat in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel ein Treffen der Konfliktparteien befürwortet. Die Führung in Kiew sei bereit zu Gesprächen mit den Separatisten über eine Waffenruhe. Das teilte das Präsidialamt am Freitag mit. Bedingung sei, dass keine neuen Waffen für die Aufständischen über die Grenze aus Russland kommen.

Immer mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten. Im Raum Luhansk starben vier Bergarbeiter, als ihr Bus von einer Granate der Separatisten getroffen wurde. Ebenfalls in Luhansk wurde eine Frau offenbar auf ihrem Balkon von einem Scharfschützen erschossen.

Karte

vek/dpa/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 161 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
retourenpaket 11.07.2014
1. Wie soll man das werten?
Menschen sind zu Tode gekommen und das ist bedauerlich und schlecht. Raketenbeschuss ist unangenehm, das müssen die Freiheitskämpfer aber auch erleiden. Kiew hat deutlich mehr Raketenwerfer, nur wenn sie welche verlieren, hat die andere Seite welche. Wenn die Ukrainische Armee sich 1 m aus den Ostgebieten zurückziehen würde, passierte ihnen nichts mehr. Sie sind die Angreifer. Würde ich auf Bayrische Landsleute schießen, wenn die sich separierten? Nein, keinen einzigen Toten wäre das wert.
TiloS 11.07.2014
2. Russische Waffen, russische Kämpfer
Warum diese noch als prorussische Separatisten bezeichnet werden, ist mir schleierhaft. Russische Milizen oder Spezialtruppe würde es besser treffen.
hastdunichtgesehen 11.07.2014
3. Die Angegriffenen
wehren sich. Das ist aber nicht in Ordnung.
Anzugveraechter 11.07.2014
4. Grad Raketenwerfer
>Die Regierungstruppen seien mit Raketenwerfern beschossen< Da sind sie also, die Grad- Raketenwerfer, von deren "Import" nach "Neurussland" die Webseite "Ukraine at war" (pro Kiew) bereits am 02.07. berichtet hatte. Ich dachte immer, gut sichtbare Unterstützung der Separatisten mit schweren Waffen wäre die rote Linie, die zur Verhängung der Sanktionen der 3. Stufe führen würde? Offenbar habe ich mich da getäuscht!
spon-facebook-10000082513 11.07.2014
5. Das Verhältnis zwischen Russland und
erinnert mich zunehmend an das Verhältnis von Restjugoslavien/Serbien zur Republik der bosnischen Serben. Großrussland soll es sein, oder zumindest eine kleinere Ukraine. Und weil man eigentlich zu schwach ist, um sich die Finger wirklich selbst schmutzig zu machen, heuert man den Bodensatz der eigenen Gesellschaft an, und schickt ihn als "Freiwillige" ins Nachbarland. Alles so schon auf dem Balkan geschehen in den 90ern. Putin ist der Milosevic dieses Jahrzehnts. Der Weg wie Russland seine "Brüderlichen" Völker behandelt, hat über kurz oder lang dazu geführt, dass diese EU&NATO trotz all deren Fehler die Tür einrennen. Darüber sollte Putin mal nachdenken.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.