Gefechte in der Ostukraine Konfliktparteien beklagen Verstöße gegen Waffenruhe

Die Feuerpause in der Ostukraine hält nicht überall - im Unruhegebiet wird weiter geschossen. Die Konfliktparteien rechnen sich nun gegenseitig die Verstöße gegen das Abkommen vor.

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Kiew/Moskau - Seit Sonntag 0.00 Uhr sollen die Waffen in der Ostukraine schweigen - und die entscheidende Frage ist: Halten sich beide Seiten an die Vereinbarung? Eine eindeutige Antwort fällt schwer. Denn auch wenn die Gefechte seit der Deadline tatsächlich massiv nachgelassen haben: Ganz ohne Waffengewalt sind auch die vergangenen 24 Stunden offenbar nicht abgelaufen.

Die Militärführung in Kiew und die prorussischen Separatisten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Feuerpause vor. Die Armee sprach am Montag von 31 Angriffen der Aufständischen innerhalb von 24 Stunden. Vier Soldaten der ukrainischen Streitkräfte seien dabei getötet worden. Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin beklagte sogar insgesamt 112 Angriffe mit Artillerie und Raketen.

Doch auch die Gegenseite will Buch geführt haben. Die Regierungstruppen hätten im selben Zeitraum mindestens 27 Mal das Feuer eröffnet, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin der Agentur Interfax zufolge. In der Rebellenhochburg Donezk war die Lage zunächst ruhig.

Das sah in der Stadt Debalzewe, wo die Spannungen auch nach Beginn der offiziellen Kampfpause am größten sind, anders aus. Dort hätten die Separatisten ein Gebäude mit einem Artilleriegeschoss getroffen, sagte ein Mitarbeiter des Innenministeriums. Der Generalstab in Kiew teilte aber trotz des Angriffs mit, die Lage an dem Verkehrsknotenpunkt sei weitgehend unter Kontrolle. "Wir können unsere Stellungen mit Munition und Lebensmitteln versorgen", sagte Sprecher Wladislaw Selesnjow.

Die Aufständischen behaupteten weiter, bei Debalzewe seien bis zu 8000 ukrainische Soldaten eingekesselt. Separatistensprecher Denis Puschilin schlug einen Korridor vor, über den die Soldaten das Gebiet verlassen könnten. Zuvor müssten sie aber ihre Waffen niederlegen. Derzeit werde bei der Stadt weiter gekämpft, sagte er.

Neue Strafmaßnahmen in Kraft

Trotz der vereinbarten Waffenruhe hat die EU am Montag ihre Sanktionen gegen Russland ausgeweitet. Auf der nun veröffentlichten Sanktionsliste mit 19 Namen stehen unter anderem der erste russische Vize-Verteidigungsminister Arkadi Bachin und Verteidigungs-Staatsekretär Anatoli Antonow. Auch den stellvertretenden Generalstabschef Andrej Kartapolow treffen Einreiseverbote oder Kontensperrungen.

Betroffen ist zudem der russische Sänger Iosif Kobson. Dem 77-jährigen, der auch im russischen Parlament sitzt, wird vorgeworfen, die Separatistenhochburg Donezk besucht zu haben und die Rebellen zu unterstützen. Ferner treffen die Sanktionen auch mehrere Organisationen der Separatisten in der Ostukraine.

jok/dpa/Reuters



insgesamt 109 Beiträge
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hopicard 16.02.2015
1. Nein, tun sie nicht
> Kiew und Separatisten werfen sich Bruch der Waffenruhe vor. Sie werfen nicht SICH Bruch der Waffenruhe vor, sondern EINANDER. Ansonsten wäre sie jedenfalls ziemlich dumm.
iconoclasm 16.02.2015
2.
Die Wahrheit ist doch wahrscheinlich das der Einfluss des Westens auf Poroschenko und dessen Einfluss wiederum auf den Rechten Sektor genau so gering ist wie der Einfluss Putins auf die Separatisten.
PatrickBe 16.02.2015
3. Separatisten, Aufständische?
Diese Begriffe adeln die russischen Söldner und regulären russischen Invasionstruppen nur, denn Letzteres sind sie wirklich...
PatrickBe 16.02.2015
4. Separatisten, Aufständische?
Diese Begriffe adeln die russischen Söldner und regulären russischen Invasionstruppen nur, denn Letzteres sind sie wirklich...
überallzuhause 16.02.2015
5. der Kessel ist das Problem
Die Verstöße sind allesamt beim Kessel debalzewe. Nach der Logik der Dinge müssen sich die Soldaten entweder ergeben, weil bald die Vorräte ausgehen, oder kämpfen. Die Parteien müssen daher die Lösung des debalzewe-Problems vertraglich regeln. ansonsten werden diese schießereien rund um den Ort weitergehen.
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