Ukraine-Krise G7 planen ohne Russland neue Energieversorgung

Die Weltmächte ziehen Konsequenzen aus der Ukraine-Krise: Die G7 wollen unabhängiger von Russlands Energie werden - und planen eine neue Gasversorgung für den Winter.

G7-Konferenz in Brüssel: Energie als Machtinstrument
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G7-Konferenz in Brüssel: Energie als Machtinstrument


Brüssel - Die führenden westlichen Industrienationen wollen zusammen mit der EU Notfallpläne für eine sichere Energieversorgung im kommenden Winter vorbereiten. Darauf einigten sich die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Brüssel.

Die Energie Agentur (IEA) wird beauftragt, bis Ende 2014 zusammen mit der EU-Kommission Vorschläge vorzulegen, wie einzelne Staaten und die G7-Gruppe eine größere Sicherheit bei der Gasversorgung erreichen können.

Auslöser der neuen Initiative ist der Ukraine-Konflikt und der Gasstreit des Landes mit Russland, von dem auch die Gasversorgung der Europäischen Union betroffen sein könnte. Die Regierungen der Mitgliedstaaten hatten die EU-Kommission deshalb beauftragt, bis Ende Juni eine Strategie auszuarbeiten, wie die Union unabhängiger von russischen Rohstofflieferungen werden könnte.

Erstmals seit fast 20 Jahren hatten die G7-Staaten wieder ohne Russland getagt, das wegen der Ukraine-Krise ausgeladen worden war. Die G7 bestehen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und den USA.

Die G7 machten auf ihrem Gipfel deutlich, dass sie von Russland konkrete Schritte zur Stabilisierung der Lage erwarten. Andernfalls seien sie bereit, die "gezielten Sanktionen zu verstärken und zusätzliche bedeutsame restriktive Maßnahmen zu verhängen".

Mit einem Forderungskatalog werden Frankreichs Präsident François Hollande und der britische Premier David Cameron noch am Donnerstag mit dem Kreml-Chef Wladimir Putin in Paris über die Lage in der Ukraine beraten.

"Wir sind bereit, die gezielten Sanktionen zu verstärken und zusätzliche bedeutsame restriktive Maßnahmen zu verhängen, um den Preis, den Russland zu zahlen hat, in die Höhe zu treiben, wenn die Ereignisse dies erfordern", heißt es in dem Dokument.

Die G7 fordert von Russland vier Punkte: Zusammenarbeit mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, Stopp des Zustroms von Separatisten und Waffen in die Ostukraine, Garantien für die Gasversorgung, vollständiger Abzug der Truppen von der ukrainischen Grenze.

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte klar, dass eine russische Verweigerungshaltung Stufe drei der Sanktionen nach sich ziehen könne. Merkel wird Putin an diesem Freitag in der Normandie am Rande der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten treffen.

kes/Reuters/dpa



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EvaBaum 05.06.2014
1. Forderungen
Und ich fordere 4x Weihnachtren pro Jahr. Die sind ja lustig, erst zahlt die Ukraine das gelieferte Gas nicht, dann fordert der Westen Liefergarantien....Wie soll das gehen, wenn Russland das Gas künftig China liefern wird? Wie will sich die Ukraine das teure Flüssiggas aus den USA leisten, wer soll das bezahlen?
cirrus51 05.06.2014
2. Es gibt
genug Erdgas, Erdöl und Kohle zu kaufen, wenn man finanzielle Mittel hat Russland ist auf die EU angewiesen aber die Eu nicht auf Russland.
Veterano48 05.06.2014
3. mit der Putinschen Gazprom
sind ja wohl Verträge gemacht worden. Sanktionen für oder wider, unterschriebene Verträge müssen aber eingehalten werden. Genau das macht den Unterschied. Wer danach weiter mit Russen Geschäfte machen will, handelt auf eigenes Risiko.
JayMAF 05.06.2014
4. Also, das Kraut, daß die geraucht haben, ...
Also, das Kraut, daß die geraucht haben, will ich auch haben! Muß ja echt gut sein! Scheint so richtig dösig zu machen! Gibt es das Zeug nur auf einem G7-Gipfel? Kraut für alle ...
Kenntauer 05.06.2014
5. Grins
Na, dann plant man schön die energetische Zukunft, ihre Zauberlehrlinge. Ohne Atomkraft, ohne Gas und mit abgesoffenen Kohlegruben. Erinnert an Adolf und seiner Ersatzarmee Wenck. "Wo bleibt Wenck". Planungen machen nur die eigenen Herzen warm, aber nicht den Hintern des Volkes. Sie haben die fatale Eigenheit, dass sie erst Wirkung in der Realisation entfalten. Wetten, dass nun die bereits stillgelegten Atomkraftwerke wieder angefahren werden müssen? Die normative Kraft des Faktischen lässt jedes Wolkenkuckucksheim abstürzen. Putin ist der nüchterne Realist. Der hat bereits die Gasströme Russlands in Richtung China umgelenkt. In der chinesische Staatsführung sitzen ebenfalls keine gefühlige Traumtänzer. Mit billigen russischem Gas als Energieträger und billigem Atomstrom sind die Chinesen nun auch in der Schwerindustrie (und nachfolgend auch in der verarbeitenden Industrie) hervorragend konkurrenzfähig. Während sich der Westen mit den Entscheidungen der inkompetenten Zauberlehrlinge selbst vom Acker machte.
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