Reaktion auf Russlands Ukraine-Politik Nato hält Putin Lügen vor

Die Nato schlägt einen eisigen Ton gegenüber Russland an: In einer Erklärung wirft das Militärbündnis Kreml-Chef Wladimir Putin vor, Unwahrheiten zu verbreiten. Im Gegensatz zu Moskau halte sich der Westen an internationale Vereinbarungen.

Russischer Präsident Putin: "Grundlose Attacke"
AFP

Russischer Präsident Putin: "Grundlose Attacke"


Brüssel - Die Nato reagiert auf Vorhaltungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Am Dienstag hatte der Kreml-Chef dem westlichen Militärbündnis ein aggressives Vorgehen in Osteuropa vorgeworden und es bezichtigt, sich in die inneren Angelegenheiten Russlands einzumischen.

Jetzt kontert die Nato: Mit seinen jüngsten Äußerungen wolle Putin nur davon ablenken, dass Russland international isoliert sei, erklärt das Bündnis in einer am Mittwoch veröffentlichen Erklärung. Moskau ignoriere die andauernden Bemühungen der Nato, eine Partnerschaft mit Russland aufzubauen. "Russland hat außerdem die ukrainischen Behörden grundlos attackiert und mit Gewalt einen Teil des ukrainischen Staatsgebiets eingenommen", kritisiert das Bündnis. Eine ähnliche Liste hatte die Organisation in Brüssel im April schon einmal veröffentlicht, nun wurde der Ton noch einmal verschärft.

Die Nato weist die russische Unterstellung entschieden zurück, dass die ukrainische Führung illegitim sei. Sie verweist auf die Präsidentschaftswahl am 25. Mai, bei denen Petro Poroschenko mit klarer Mehrheit siegte. "Mit anderen Worten: Der Präsident besitzt Legitimität, die Separatisten nicht", stellt das nordatlantische Bündnis klar.

"Russland sollte internationale Grenzen respektieren"

Auch Putins Behauptung, dass die Nato die Lage in Osteuropa eskalieren lasse, sei falsch. "Alle Truppenverlegungen der Nato haben auf Nato-Gebiet stattgefunden, um Bedrohungen gegenüber Nato-Gebieten zu begegnen", so das Bündnis. "Russland hat dagegen illegal die Krim annektiert und zugelassen, dass Söldner und schwere Waffen über seine Grenzen in die Ukraine gelangen", heißt es weiter. "Die Nato zeigt höchsten Respekt für internationale Grenzen und Verpflichtungen. Russland sollte dasselbe tun."

Zu russischen Behauptungen, dass Russland auf der Krim eingreifen musste, um die Stationierung von Nato-Schiffen und -Raketen in Sewastopol zu verhindern, schreibt das Bündnis: "Das ist totale Fantasterei." Derartige Pläne habe es nie gegeben. "Der Einzige, der diese aberwitzige Behauptung aufgestellt hat, war Wladimir Putin."

syd



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insgesamt 201 Beiträge
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imZweifel-richtig 23.07.2014
1. Gut,
Zitat von sysopAFPDie Nato schlägt einen eisigen Ton gegenüber Russland an: In einer Erklärung wirft das Militärbündnis Kreml-Chef Wladimir Putin vor, Unwahrheiten zu verbreiten. Im Gegensatz zu Moskau halte sich der Westen an internationale Vereinbarungen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-mit-russland-nato-haelt-putin-luegen-vor-a-982517.html
dass das mal in aller Deutlichkeit so formuliert wurde. Leider erreicht die Botschaft die russische Bevölkerung wohl kaum. Und wäre ihr vermutlich auch gleichgültig, desinformiert, wie sie ist.
WernerT 23.07.2014
2. Eine Milliarde US Dollar hat die amerikanische Regierung
In den russischen Wahlkampf gesteckt, um Putin zu verhindern, was inzwischen auch im Kongress sauer aufstößt, da ein Großteil fast direkt in die russischen Staatskasse floss, weil die angeblichen Oppositionellen mit dem russischen Geheimdienst kooperierten und man keines der Ziele erreicht hat.
w1w2w3 23.07.2014
3. jaja die nato
ein verein von Betbrüdern und Schwestern. Die nur gutes tut und gutes will. Ja was will sie eigentlich....?
Harald G. 23.07.2014
4.
Zitat von sysopAFPDie Nato schlägt einen eisigen Ton gegenüber Russland an: In einer Erklärung wirft das Militärbündnis Kreml-Chef Wladimir Putin vor, Unwahrheiten zu verbreiten. Im Gegensatz zu Moskau halte sich der Westen an internationale Vereinbarungen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-mit-russland-nato-haelt-putin-luegen-vor-a-982517.html
International? Im Grunde sind es doch nur die NATO/EU-Länder. Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Die NATO macht sich damit sehr lächerlich.
ex_Kamikaze 23.07.2014
5. Lächerlich
ist die NATO näher nach Moskau gerückt oder umgekehrt? Der "Westen" hält sich mitnichten an Abkommen, weder an schriftliche noch an mündliche. So erging es der Zusage an Gorbatschow die NATO nicht nach Osten auszudehnen. Aber auch SALTII wurde einseitig durch die USA gekündigt. Allerdings war es ohnehin wie fast alle internationalen verträge in den USA nicht ratifiziert. Und es hat auch nicht Rußlland versucht Raketen in Kuba aufzustellen sondern die USA in Osteuropa... Es gehört schon besondere Chupze dazu die Daten der russischen Aufklärung als "Ablenkung" zu bezeichnen nachdem eben dieser "Westen" massive Anschuldigen an die russische Förderation erhoben hat.
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