Ukraine-Konflikt Putin und Poroschenko treffen sich in Minsk

Anfang Juni haben sie sich das letzte Mal persönlich gesehen: Jetzt treffen sich der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Kollege Poroschenko kommende Woche in Minsk.

Poroschenko (l.), Putin in Ouistreham Anfang Juni: Neues Treffen in Weißrussland
AP

Poroschenko (l.), Putin in Ouistreham Anfang Juni: Neues Treffen in Weißrussland


Moskau/Kiew - Im Ringen um ein Ende des Konflikts in der Ostukraine trifft der russische Präsident Wladimir Putin am 26. August mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko in Minsk zusammen.

Die Staatschefs nehmen an einem Gipfel der Zollunion in der weißrussischen Hauptstadt teil, wie der Kreml am Dienstag in Moskau mitteilte. Es seien auch bilaterale Gespräche geplant, teilte der Kreml am Dienstag mit.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass Russland, die EU und die Ukraine sich auf dieses Treffen verständigten. Die Führungen Weißrusslands und Kasachstans, die ebenfalls Mitglied der Zollunion sind, werden auch vertreten sein.

Diskutiert werden soll laut Reuters auch das Assoziationsabkommen zwischen der Ukraine und der EU sowie das Thema Energiesicherheit. Die EU will die Außenbeauftragte Catherine Ashton, Handelskommissar Karel de Gucht und Energiekommissar Günther Oettinger schicken.

Putin und Poroschenko hatten sich Anfang Juni zuletzt in Ouistreham persönlich gesehen. Damals nahmen sie in der Normandie an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten teil.

Bereits am Samstag reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Kiew. Bei dem Besuch soll es nach Angaben eines Regierungssprechers um die aktuelle Lage im Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland gehen. Es ist Merkels erster Besuch in Kiew seit Beginn des Ukraine-Konflikts.

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heb/dpa/Reuters/AP

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insgesamt 18 Beiträge
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a.peanuts 19.08.2014
1. Assoziationsabkommen
Das Assoziationsabkommen wird das Hindernis sein für einen Frieden. Wenn es nicht,auch im Sinne Russlands umgeschrieben wird.
deviet 19.08.2014
2. Seit wann ist Politik vernünftig?
Zitat von sysopAPAnfang Juni haben sie sich das letzte Mal persönlich gesehen: Jetzt treffen sich der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Kollege Poroschenko kommende Woche in Minsk. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-putin-und-poroschenko-treffen-sich-in-minsk-a-986967.html
Wenn Kiew nicht auf die Krim verzichtet, wird jede Verhandlung scheitern. Vernünftig wäre es von Kiew, einen möglichst hohen Preis für den Verzicht herauszuschlagen. Aber, seit wann ist Politik vernünftig?
ixfüru 19.08.2014
3. Es wird höchste Zeit,
dass sich die Herrschaften ohne Bevormundung der Ukraine durch Nato und EU, die im Auftrage von Herrn Obama handelt, treffen. Die Tatsache, dass die EU Oettinger, de Gucht und Ashton "schickt" (wurden die nicht eingeladen?), verheißt nix Gutes. Das Assoziationsabkommen war m.E. der Ursprung "allen Übels" und sollte - jedenfalls nicht ohne die Belange Russlands einzubeziehen - erstmal vom Tisch sein. Zumal ja die derzeitige Regierung der Ukraine nicht "über jeden Zweifel erhaben" zu sein scheint (z.B. Androhung von "Gasklau").
Fürstengruft 19.08.2014
4. Reden ist gut aber ...
warum schickt die EU ausgerechnet Lady Ashton nach Minsk? Die Dame hat doch als Außenbeauftragte der EU in der Ukraine-Krise nichts zustande gebracht, stattdessen wurde Steinmeier geschickt. Henry Kissinger hatte da eine besondere Beziehung zu Ashton, siehe hier: http://www.theeuropean.de/jon-sopel--2/7127-catherine-ashton-das-dilemma-der-eu-aussenpolitik
Claes Elfszoon 19.08.2014
5. Dieses Abkommen liegt ...
Zitat von a.peanutsDas Assoziationsabkommen wird das Hindernis sein für einen Frieden. Wenn es nicht,auch im Sinne Russlands umgeschrieben wird.
... außerhalb der russischen Reichweite. Ist Russland Teil der EU? Nein! Ist es Vormund der Ukraine? Nein! Ist es in irgendeiner Form Verhandlungspartner zu diesem Thema? Auch nicht! Souveräne Staaten suchen sich ihre Vertragspartner üblicherweise nach eigenem Ermessen. Wenn aggressive Nachbarn ein Mitspracherecht erpressen wollen, schlägt das früher oder später auf deren Renomee und Vertrauenswürdigkeit auf dem internationalen Parkett zurück. Nebenbei: Russlands "Zollunion" ist eine Farce. Habenichtse beteuern zusammenarbeiten zu wollen und der simple Grenzübertritt in irgendein Nachbarland dieser famosen Union kostet beim "Zöllner" ebenso "private Zusatzgebühren" wie der Warenverkehr. Der Begriff Zollunion ist lediglich eine Camouflage für imperiale Retro-Wunschdenke.
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