Machtdemonstration im Baltikum Russische Retourkutsche

Nur einen Tag nach der Nato-Militärparade im estnischen Narva reagiert Russland: mit einem Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland - Massenabsprung von Fallschirmjägern inklusive.

Soldaten in Wolgograd: Jetzt startet Russland Manöver an den Grenzen
AFP

Soldaten in Wolgograd: Jetzt startet Russland Manöver an den Grenzen


Moskau - Dass Russland die Militärparade in Estland als Provokation verstehen würde, war zu erwarten: Nur wenige hundert Meter von seinem Territorium entfernt hatten mitten im Ukraine-Konflikt Hunderte Nato-Soldaten an einer Parade teilgenommen.

Nun hat Russland reagiert und ein mehrtägiges Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland gestartet. Die Übungen mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte die Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums, Irina Kuglowa. Einer der Höhepunkte wird demnach der Massenabsprung von Fallschirmjägern sein.

Seit Beginn der Ukraine-Krise hat Russland immer wieder mit Militärmanövern seine ehemals sowjetischen Nachbarn sowie den Westen provoziert.

Am Dienstag waren bei der Militärparade zum estnischen Unabhängigkeitstag in Narva auch britische, holländische, spanische, lettische, und litauische Soldaten dabei. Auch zwei US-Panzerfahrzeuge sowie mehrere niederländische Panzer waren beteiligt. Narva trennt nur ein Fluss von Russland.

Kommentatoren hatten die Teilnahme an den Feierlichkeiten als deutliches Signal an Russland gewertet, dass sich die Nato-Mitglieder ihrer Bündnistreue verpflichtet fühlen. Estland gehört wie die anderen baltischen Staaten seit 2004 zur Nato. Russland äußert regelmäßig Kritik an der Nato-Osterweiterung. Zuletzt versuchte auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes voranzutreiben. Der Westen reagiert darauf eher zögerlich.

mia/afp



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
ttvtt 25.02.2015
1. Unnötige Provokation von Putin!
Bevor die in ihrer Scheinwelt gefangenen Putinisten wieder anfangen ihren geliebten Putin und seine friedvollen Aktionen zu verteidigen und wieder die Nato als das Übel der Welt ausmachen, sollten sie sich den Unterschied zwischen einer Militärparade und einem Militärmanöver klar machen.
wll 25.02.2015
2. Kein Titel
Zitat von ttvttBevor die in ihrer Scheinwelt gefangenen Putinisten wieder anfangen ihren geliebten Putin und seine friedvollen Aktionen zu verteidigen und wieder die Nato als das Übel der Welt ausmachen, sollten sie sich den Unterschied zwischen einer Militärparade und einem Militärmanöver klar machen.
Wo ist das Problem? Solange sich Putins kleine grüne Männchen nicht wieder hundert Kilometer "verlaufen", ist doch alles im grünen Bereich. Russland hat nun einmal das Recht, auf seinem Territorium Manöver abzuhalten, wann und wie oft es will. Und die NATO hat umgekehrt natürlich ebenfalls das Recht, auf dem Territorium ihrer Mitgliedstaaten nach Belieben Paraden und Manöver abzuhalten. Für alle die sich über das eine oder das andere aufregen: das nennt sich "staatliche Souveränität". ;-) In meinen Augen ist das ganze Imponiergehabe zwar auf dem geistigen Niveau eines Fünfjährigen, aber lasst sie doch, wenn es ihnen Spass macht. Wer sich von dem ganzen, fast schon hysterischen Gehampel "provozieren" lässt, ist doch ehrlich selbst schuld. Etwas weniger Hyperventilieren auf beiden Seiten wäre da wohl mehr als angebracht...
Faceoff 25.02.2015
3. Druck
Der kleine Mann im Kreml muss gewaltig unter Druck stehen, wenn er jede Gelegenheit nutzt, um die militärische (und nur jene!) Potenz seines Staates unter Beweis zu stellen. Das Geld ließe sich sicherlich sinnvoller verwenden, aber schließlich gilt es, nach außen wie nach innen Stärke zu demonstrieren. Das lenkt wunderbar ab von den vielen anderen Problemen im Land. Soll er eben seine Fallschirmspringer grenznah hüpfen lassen. Wollen wir hoffen, dass nicht der Wind ungünstig steht und ein paar grüne Männchen auf der falschen Seite landen.
FreakmasterJ 25.02.2015
4. Jeder darf Party machen...
Zitat von ttvttBevor die in ihrer Scheinwelt gefangenen Putinisten wieder anfangen ihren geliebten Putin und seine friedvollen Aktionen zu verteidigen und wieder die Nato als das Übel der Welt ausmachen, sollten sie sich den Unterschied zwischen einer Militärparade und einem Militärmanöver klar machen.
Militärparaden sind ja schön und nett, nur wenn die halbe NATO meint, bei der Estnischen Militärparade einige 100m von der russischen Grenze mit Panzerfahrzeugen mitfeiern zu wollen, dann dürfen die Russen auch nen Abenteuerspielplatz für 2000 Soldaten bis Sa. auf der anderen Seite des Zauns aufbauen - sollte eigentlich nichts dagegen sprechen, oder?!
Leser1000 25.02.2015
5. Oh je!
Wenn es nicht so ernst würde möchte man sagen: "Schlimmer als im Kindergarten". Das die NATO den baltischen Staaten uneingeschränkten Schutz gewährt ist absolut richtig. Nur was soll es bringen im Grunde symbolisch mit amerikanischen Fähnchen dort herumzufahren. Finde ich eher -sorry- niveaulos; eben reine Provokation. Gibt Putin nur Gelegenheit, sich zu profilieren. M.E. dumm. Gegen Maßnahmen mit Substanz wie Speerspitze und schnellstmöglichste Modernisierung der dortigen Armeen und wenn es die Lage zwingend erfordern sollte auch Truppenststionierungen zum Schutz der NATO-Partner nichts einzuwenden. Wenn man derart sachorientiert agiert, muss man auch nicht "Trommeln". Notwendige Maßnahmen sprechen dann für sich.
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