Ukraine-Konflikt Separatistenführer fordert Poroschenko zum Duell

Mann gegen Mann, so stellt sich der Separatistenführer von Luhansk die Lösung des Ukraine-Konflikts vor. Und fordert den ukrainischen Präsidenten zum Duell. Die Regierung in Kiew reagiert schlagfertig.

Poroschenko (l.), Plotnizki (Archivbilder): "Ich überlasse Ihnen die Wahl des Ortes und der Waffen"
DPA

Poroschenko (l.), Plotnizki (Archivbilder): "Ich überlasse Ihnen die Wahl des Ortes und der Waffen"


Luhansk - Der Separatistenführer der selbstproklamierten Volksrepublik Luhansk hat den ukrainische Präsidenten zu einem Duell aufgefordert. Mit einem "ehrlichen Duell" könnten "auf Kosten eines Lebens" die Leben von Tausenden Menschen gerettet und Frieden hergestellt werden, schrieb Igor Plotnizki in einem offenen Brief an Petro Poroschenko.

Wem nütze es, "Hass zu schüren, Menschen zu töten, die Wirtschaft und die Städte zu zerstören", fragt der 50-Jährige in dem Brief. Es wäre besser, "dem durch ein ehrliches Duell ein Ende zu setzen".

Die Regeln: Wer gewinnt, dürfe der Gegenseite seine Bedingungen diktieren. "Jede Partei darf zehn Zeugen und zehn Medienvertreter mitbringen" - auch eine Live-Übertragung im Fernsehen sei ihm recht, so Plotnizki. "Ich überlasse Ihnen die Wahl des Ortes und der Waffen."

Die Reaktion Kiews ließ nicht lange auf sich warten. Der Rebellenführer sei "nur eines einzigen Duells würdig: dem mit der ukrainischen Justiz", schrieb Außenamtssprecher Jewgen Perebjinis auf Twitter. Plotnizki wird beschuldigt, eine ukrainische Luftwaffenpilotin entführt und nach Russland gebracht zu haben.

In sozialen Netzwerken löste Plotnizkis Duell-Forderung ein lautes Echo aus. Zur Wahl der Waffen wurde unter anderem ein "Schachbrett" vorgeschlagen oder ein Duell in "englischer Sprache".

Die Nato wies unterdessen die russische Forderung zurück, das Verteidigungsbündnis solle garantieren, dass die Ukraine kein Nato-Mitglied werde.

Der Anspruch des Kreml sei realitätsfremd und stünde nicht im Einklang mit internationalen Vereinbarungen, die auch Russland unterzeichnet habe, teilte eine Sprecherin des westlichen Verteidigungsbündnisses am Mittwochabend in Brüssel mit. Moskau habe darin anerkannt, dass jeder Staat frei über Sicherheitsabkommen entscheiden dürfe und müsse die Souveränität der Ukraine respektieren. Gleichzeitig wies die Sprecherin darauf hin, dass Kiew sich 2010 dafür entschieden habe, keinem Block anzugehören.

sun/dpa/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 87 Beiträge
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Ishibashi 19.11.2014
1. wow
da musste ich erst mal herzlich lachen. Da hat sich einer ganz offensichtlich im Jahrhundert vertan !
zauselfritz 19.11.2014
2. Entlarvt
Die Regeln: Wer gewinnt, dürfe der Gegenseite seine Bedingungen diktieren. "Jede Partei darf zehn Freilich klingt der Vorschlag, dass sich die Gegenspieler auf höchster Ebene direkt auseinandersetzen verlockend. Jedoch nicht wenn er von einem illegitimen Aggressor kommt. Es entlarvt diesen von Putins Gnaden eingesetzte Warlord auf einem Stück Ukraine: Durch töten seines vom ukrainischen Volk gewählten Widersachers verspricht er sich das Recht den Willen seines Meisters gegen die Mehrheit im Land durchzusetzen. Hätte er ein landesweites Referendum vorgeschlagen, hätte er ein schwer zu schlagendes Argument auf seiner Seite - und höchstwahrscheinlich die Niederlage ebenso.
thinkrice 19.11.2014
3.
"Der Anspruch des Kreml sei realitätsfremd und stünde nicht im Einklang mit internationalen Vereinbarungen, die auch Russland unterzeichnet habe, teilte eine Sprecherin des westlichen Verteidigungsbündnisses am Mittwochabend in Brüssel mit. Moskau habe darin anerkannt, dass jeder Staat frei über Sicherheitsabkommen entscheiden dürfe und müsse die Souveränität der Ukraine respektieren." Das ist wieder ein selten dämliches Argument. Die Freiheit des Staates über Sicherheitsabkommen zu entscheiden, beinhaltet aber nicht das Recht in jedes Sicherheitsbündnis aufgenommen zu werden. Wenn Nordkorea den Wunsch äußern sollte in die Nato aufgenommen zu werden, wird man diesem Wunsch sicherlich nicht nachkommen, obwohl das Recht auf freie Wahl des Sicherheitsabkommen, laut Natosprecherin, dies garantieren müsste... Das Recht auf eine Sicherheitsbündnisauswahl schließt nicht das Recht auf eine Sicherheitsbündnisaufnahme mit ein.
AllesnureinWitz 19.11.2014
4. Wundert das jemanden?
Wer nach Methoden des 19. Jahrhunderts in andere Staaten einfällt, hält auch ein Pistolenduell für ein angemessenes Mittel. Diese Rückständigkeit ist lächerlich.
sr.pablo 19.11.2014
5. Wtf?
Der Artikel ist doch verrutscht, oder? Sollte doch bestimmt unter SPAM, nicht wahr? DAS ist der Separatistenanführer? DEM folgen Soldaten? Nach Monaten des Tötens macht der so einen lächerlichen Vorschlag? Kann man darüber jetzt lachen? An Poroschenkos Stelle häte ich zugestimmt, ihn nach Kiev eingeladen, dann verhaften und in die geschlossene Psychatrie einweisen lassen. "Lassen Sie uns das Töten beenden indem wir versuchen uns gegenseitig zu erschiessen!" Himmel! Der Mann benötigt dringend professionelle Hilfe um seine Gewaltphantasien unter Kontrolle zu bringen! Es steht noch schlimmer als ich dachte.
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