Konflikt zwischen Russland und USA Lawrow kontert Obama

Barack Obama sieht die russische Wirtschaft am Boden - Moskaus Außenminister Lawrow widerspricht. Er beteuert, sein Land werde alles tun, um den Konflikt in der Ukraine zu lösen.

Russlands Außenminister Lawrow: "Dem Westen wird es niemals gelingen, Russland zu isolieren"
AFP

Russlands Außenminister Lawrow: "Dem Westen wird es niemals gelingen, Russland zu isolieren"


Moskau - "Russland ist isoliert, seine Wirtschaft liegt in Trümmern" - mit diesen Worten hat US-Präsident Barack Obama in seiner Rede an die Nation eine erfolgreiche Bilanz seiner Politik gegenüber Moskau gezogen.

Nur wenige Stunden später widerspricht der russische Außenminister Sergej Lawrow vehement. "Dem Westen wird es niemals gelingen, Russland zu isolieren", sagte er auf einer Pressekonferenz in Moskau. Der Kreml habe auch keinerlei Interesse an einer Neuauflage des Kalten Krieges. Die USA dürften aber nicht länger "diktieren", sondern sollten "kooperieren", forderte Lawrow.

Obama hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin in seiner Rede vor dem Kongress in Washington scharf attackiert. "Wir halten das Prinzip aufrecht, dass große Nationen kleine Länder nicht drangsalieren dürfen - indem wir der russischen Aggression entgegentreten, die ukrainische Demokratie unterstützen und unsere Nato-Verbündeten stärken", sagte der US-Präsident.

Lawrow beteuert nun, dass sein Land alles unternehmen werde, um die Ukraine-Krise zu lösen. Bei dem Vierergipfel in Berlin, zu dem am Mittwochabend die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine erwartet werden, wolle er sich für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzen, kündigte Lawrow an.

Die Kämpfe um die Großstadt Donezk halten derweil weiter an. In der Nacht zum Mittwoch wurden durch Artilleriebeschuss fünf Menschen getötet und 29 weitere verletzt. Die Regierung in Kiew beschuldigte die Führung in Moskau zudem, in der Region Luhansk ukrainische Einheiten mit regulären russischen Truppen beschossen zu haben. Lawrow sagte, er habe bislang keine Beweise dafür gesehen, dass russische Soldaten die Grenze zur Ukraine überquert hätten.

syd/Reuters/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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atheistenrealist 21.01.2015
1. russischer Zynismus
Wer, bitteschön, soll irgendeinem Wort aus dem Munde Lawrows oder Putins noch ein Fünkchen Glauben schenken!? Diese Männer haben im Lauf der (von Russland herbeigeführten) "Ukraine-Krise" bereits mehrfach offen gelogen und diese Lügen im Nachhinein sogar eingeräumt (russische Soldaten auf der Krim, russische Soldaten in der Ost-Ukraine, ...). Putin konnte sich bei seinen Geständnissen bei Reden an seine Nation nicht einmal ein hämisches Grinsen verkneifen. Dass Russland "alles tuen werde um die Krise zu lösen" ist daher an Zynismus kaum zu überbieten. Herr Lawrow sollte endlich die russischen Truppen und Waffen aus der Ukraine abziehen, wenn ihm tatsächlich an Frieden gelegen wäre.
rittal 21.01.2015
2. Zitat Obama
"Wir halten das Prinzip aufrecht, dass große Nationen kleine Länder nicht drangsalieren dürfen...". Darüber kann man herzhaft lachen. Zumindest, wenn man das aus vermeintlich sicherem Deutschland liest und nicht Bürger des Iraks, Afganistans, Lybiens, Syriens oder anderen Ländern, die auf sich die Ungnade der USA gezogen haben.
john_doe_iii. 21.01.2015
3. Unschuldsengel
"Lawrow sagte, er habe bislang keine Beweise dafür gesehen, dass russische Soldaten die Grenze zur Ukraine überquert hätten." Sie können uns gar nichts beweisen! - sagt das jemand, der sich der eigenen Unschuld bewusst ist? Mal abgesehen davon gibt es reichlich Belege für russische Truppen in der Ostukraine... Das Herr Lawrow die nicht gesehen hat, mag sein. Ebenso glaube ich sogar, dass man im Kreml die Ukrainekrise nun möglichst schnell beenden will, da man sieht, dass man sich verkalkuliert hat. Hätte man nur nicht sein Möglichstes getan, den Konflikt zu Beginn zu schüren... Sei's drum! Hauptsache es findet nun bald ein Ende.
hellomisssunshine 21.01.2015
4. Ein Komiker.
"Wir halten das Prinzip aufrecht, dass große Nationen kleine Länder nicht drangsalieren dürfen..." :D
spon-facebook-10000069547 21.01.2015
5. was wäre wenn
Man muss es mal so betrachten. Auf der Krim war eins der letzten Häfen für Russland und dazu noch sein bedeutsamsten. Die neue Regierung war nicht Moskautreu und wollte auch russische Truppen aus der Krim raushaben. Putin hat da ganz klar russische Interessen vertreten und die Krim und für sich den Hafen vorort als Militärstandpunkt gesichert. USA hätte genau dasselbe getan, nur würde man es in der westlichen Welt tolerieren.
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