Ukraine-Konflikt USA liefern erste Humvee-Geländewagen an Kiew

Washington hat begonnen, militärische Ausrüstung an die Ukraine zu liefern. Präsident Poroschenko nahm in Kiew die ersten zehn Geländewagen in Empfang. Folgen sollen Funkgeräte, Nachtsichtapparate und Radarsysteme.

Präsident Poroschenko mit US-Geländewagen: 230 Fahrzeuge angekündigt
AFP

Präsident Poroschenko mit US-Geländewagen: 230 Fahrzeuge angekündigt


Die USA haben zum ersten Mal Armeegeländewagen in die Ukraine geschickt. Präsident Petro Poroschenko nahm am Mittwoch auf dem Kiewer Flughafen Borispol zehn von insgesamt 230 angekündigten Fahrzeugen vom Typ Humvee in Empfang. "Wir schätzen die Unterstützung der USA", schrieb Poroschenko im Kurznachrichtendienst Twitter und testete selbst einen der neuen Geländewagen.

Russland und die Aufständischen werfen der Ukraine vor, die Donbass-Region im Osten des Landes mit Gewalt zurückerobern zu wollen. Derzeit vergrößert die Ukraine ihre Streitkräfte um mehr als ein Drittel auf 250.000 Soldaten. Poroschenko kündigte an, den Separatismus in der Ostukraine "im Keim zu ersticken".

Die USA haben der Ukraine weitere Militärhilfe im Wert von 75 Millionen Dollar zugesagt. Neben den 230 Geländefahrzeugen sollen die Streitkräfte der Ex-Sowjetrepublik in den kommenden Wochen auch Funkgeräte, Nachtsichtgeräte und Artillerieradarsysteme aus den USA erhalten.

Die Ukraine hofft seit Langem auf Waffenlieferungen des Westens. Russland hat vor harten Konsequenzen gewarnt, sollte es dazu kommen. Deutschland lehnt die Unterstützung mit Waffen bislang ab.

Poroschenko entscheidet Machtkampf für sich

In Paris sollen am Mittwoch erneut Vertreter aus Deutschland, Frankreich, der Ukraine und Russland über die Umsetzung des Friedensplans für die Ostukraine beraten. Das am 12. Februar im weißrussischen Minsk beschlossene Abkommen ist bislang nur teilweise umgesetzt worden. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig Verstöße vor.

Teil des Friedensplans ist unter anderem eine Waffenruhe - die nur teilweise eingehalten wird. Ein ukrainischer Militärsprecher berichtete von mehreren Angriffen der Separatisten im Frontgebiet. Nach Uno-Angaben wurden in dem Konflikt seit April mehr als 6000 Menschen getötet.

Am Mittwoch hat Poroschenko in einem Machtkampf zudem den einflussreichen Milliardär Igor Kolomoiski als Gouverneur der Industrieregion Dnipropetrowsk entlassen. Kolomoiski gilt als einer der wichtigsten Financiers im Kampf gegen die Separatisten. Er war zuletzt unter Druck geraten, weil seine bewaffneten Einheiten zwei halbstaatliche Energieunternehmen besetzt hatten. Berichten zufolge wollte Kolomoiski dort die Absetzung des ihm treuen Managements verhindern.

mka/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hdwinkel 25.03.2015
1. Fehler
M.M. nach macht Herr Poroschenko ein paar schwerwiegende Fehler. - In einer Phase, in der es darum geht die Kampfhandlungen zu beenden, macht es keinen vertrauensvollen Eindruck wenn aufgerüstet wird. Und die Ausrede, einen weiteren Vormarsch der Rebellen stoppen zu wollen zieht auch nicht, die Rebellen hatten vor Minsk die Initiative und haben sie zugunsten Minsk aufgegeben. - Und ob die enge Bindung an Amerika nun hilfreich ist, darf mit Blick auf deren Hinterlassenschaften in anderen Konflikten bezweifelt werden. Besser wäre es gewesen, nach Europa zu schauen und dessen Gründe, keine Waffen zu liefern. Und was das martialische Gerede anbelangt, das lässt mich dann doch an dem Willen zweifeln, den Konflikt friedlich beilegen zu wollen. Was will er? Ob die ostukrainische Bevölkerung nun hinter den Rebellen steht, kann bezweifelt werden. Aber nach der Zerstörung ganzer Städte durch die ukrainische Armee wird dort keiner mehr mit Poroschenko etwas am Hut haben wollen. Mehr als eine Art friedliche Koexistenz ist zur Zeit nicht drin, aber allemal besser als Krieg.
spon_2294391 25.03.2015
2. Dann haben die USA & Russland
ja einen Truppenübungsplatz und Dumme gefunden, die alles ausprobieren dürfen.
Partyzant 25.03.2015
3. Ukraine ist im Krieg
, mit Russland, und als souveräner Staat hat sie die Pflicht ihr Staatsgebiet zu verteidigen und auch aufzurüsten. Die Ukraine hat keinen ihrer Nachbarn angegriffen, im Gegenteil, sie hat das dritt grösste Atonwaffenarsenal der Welt gehabt und es abgerüstet und vernichtet für die Garantien dass sie nie angegriffen wird, Garantien auch von Russland. So viel ist das unterschriebene Putin wert. Und jetzt zu fordern, dass die Ukraine nicht militärisch aufrüstet ist absurd und verschwindend gering gegenüber ihren aggressiven Nachbarn Russland.
kkllaauussii 25.03.2015
4. Mehr Waffen machen ja immer Sinn!
Je mehr Waffen in einem Krisengebiet sind, desto besser, soll ja nicht einer nur mit Steinen schmeissen müssen. Es stellt sich nur die Frage, wem es nutzt, den Kessel am köcheln zu halten. Sinn machen die Militärhilfen zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls nur, wenn man ein wirkliche Deeskalation nicht will. Als Verteidigungsmaßnahme ist es sinnlos, da bei einem neuen Aufflammen sicher direkt in einen heißen (Flächen-) Krieg eingestiegen wird. Dann bliebe es auch nicht bei ein paar Autos. UNd Wie immer die Frage: Was muss uns die Ukraine interessieren? Weder in EU noch in Nato, Wirtschaftlich absolut uninteressant und Leute leben und sterben auch anders unter unfairen, unsäglichen und ungerechten Bedingungen.
herzblutdemokrat 25.03.2015
5. Good bless the USA...
Gut so. Ein bisschen mehr Ausrüstung für die ukrainische Armee ist nicht verkehrt. Hilfe zur Selbsthilfe eben. Wir können nicht mit ansehen wie die Ukraine weiter zerstückelt wird. Hoffen wir das Minsk 2 hält.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.