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Ostukraine: USA werfen Russland weitere Waffenlieferungen vor

Ukraine-Konflikt: Zweifel an der Waffenruhe Fotos
AFP

In der Nacht zum Sonntag soll in der Ostukraine eine Waffenruhe in Kraft treten, bislang gehen die Kämpfe jedoch weiter. Russland hat jetzt eine Uno-Resolution zur Umsetzung des Minsker Abkommens eingereicht.

Berlin - Es sind nur noch wenige Stunden, bis die im Minsker Abkommen ausgehandelte Waffenruhe in Kraft treten soll. Ab Sonntag um 0 Uhr (Samstag, 23 Uhr MEZ) sollen die Kämpfe in der Ostukraine eingestellt werden. Doch die westlichen Konfliktparteien sind besorgt und zweifeln an dem Friedenswillen Russlands.

Die USA werfen Moskau vor, weiter schwere Waffen in die Ostukraine zu verlegen. Das russische Militär habe "eine große Menge an Artillerie und mehrere Raketensysteme" in die Rebellengebiete gebracht, sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki. Russische Einheiten an der Grenze würden zudem Nachschublieferungen für die Separatisten vorbereiten. Psaki sagte, dieses Vorgehen sei "eindeutig nicht im Sinn" der Vereinbarung von Minsk.

Deutschland, Frankreich, die Ukraine und Russland hatten unter der Woche bei einem Gipfel im weißrussischen Minsk in einem Verhandlungsmarathon über die Situation in dem umkämpften Gebiet gestritten. Am Donnerstag hatten sich dann die ukrainische Regierung und die Separatisten auf ein "Maßnahmenpaket" zur Umsetzung der Minsker Verträge von Anfang September geeinigt.

"Attacke auf die Vereinbarung von Minsk"

Neben der Feuerpause wurden auch der Abzug schwerer Waffen und die Einrichtung einer Pufferzone vereinbart. Doch von Frieden war in den vergangenen Tagen noch nichts zu spüren in der Ostukraine, die Kämpfe nahmen sogar noch einmal zu: Nach Angaben der ukrainischen Armee und der Separatisten waren zuletzt mindestens 28 Zivilisten und Soldaten getötet worden.

Am heftigsten waren die Gefechte in Debalzewe. Um den Verkehrsknotenpunkt gab es auch am Samstag schwere Kämpfe: Nach Angaben des Militärs starteten die Separatisten in der Nacht eine neue Offensive, sieben Soldaten seien in den vergangenen 24 Stunden ums Leben gekommen, 23 weitere seien verletzt worden. Man stehe unter Dauerbeschuss der prorussischen Rebellen, teilte die Kiew-treue Polizei in der belagerten Stadt mit. "Die Rebellen zerstören Debalzewe", schrieb Polizeichef Wjatscheslaw Abroskin auf Facebook.

Poroschenko spricht von "Attacke auf Vereinbarung von Minsk"

Demnach stünden Wohngebiete und Verwaltungsgebäude unter Dauerbeschuss der feindlichen Artillerie. Auch das Polizeirevier sei von einer Rakete getroffen worden, heißt es. Die Separatisten in Donezk teilten mit, dass beim Beschuss der Stadt mindestens zwei Zivilisten getötet worden seien.

Die ukrainische Regierung erhob ebenso wie die USA Vorwürfe gegen Russland. Präsident Petro Poroschenko sagte bei einem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban in Kiew, die russische Offensive in der Ostukraine sei nach dem Abkommen von Minsk noch einmal "deutlich ausgeweitet" worden. Insbesondere Angriffe auf Zivilisten seien eine "Attacke auf die Vereinbarung von Minsk". Seine Regierung sehe das Abkommen daher "in großer Gefahr".

Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk zweifelt ebenfalls an der Ernsthaftigkeit der russischen Zustimmung zum Friedensabkommen. Es könne kein Vertrauen in die russische Führung geben, sagte Jazenjuk der "Bild"-Zeitung: "Putins größter Traum ist die Wiederherstellung der hegemonialen Kontrolle über die Ukraine, was eine neue UdSSR-Version ins Leben rufen könnte."

Die Separatisten in der Ostukraine wiederum warnten die Militärführung in Kiew vor einem Bruch der geplanten Waffenruhe. Wenn die Vereinbarungen nicht eingehalten würden, werde weiter gekämpft, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin in Donezk.

Russland bringt Resolution in Uno-Sicherheitsrat ein

Moskau äußerte sich zu den von den USA und Kiew erhobenen Vorwürfen nicht. Die russische Führung hatte stets abgestritten, die Separatisten zu unterstützen oder gar mit eigenen Soldaten in der Ostukraine zu operieren. Stattdessen hat sie nun offenbar eine Resolution in den Uno-Sicherheitsrat eingebracht, der die Konfliktparteien zur Umsetzung des Minsker Abkommens aufruft.

In dem Entwurfstext, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, werden alle Seiten aufgefordert, die vereinbarten Maßnahmen einschließlich des Waffenstillstands "vollständig umzusetzen". Der UN-Sicherheitsrat will nach Diplomatenangaben am Sonntag in einer Dringlichkeitssitzung über den Entwurf beraten.

Pufferzone nach Minsker Abkommen zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten am 12.2.2015 Zur Großansicht
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Pufferzone nach Minsker Abkommen zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten am 12.2.2015

bka/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
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1. Jeder, der immer noch meint,
go-west 14.02.2015
Putin vertrauen zu können, ist ein Naivling. Viele davon dürfte es nicht mehr geben...
2. Der Krieg geht weiter
hubertrudnick1 14.02.2015
Der Krieg, also das Töten und Vernichten geht weiter, wer hat denn auch schon an einer Waffenruhe gedacht, man wird es bis zur letzten Minute ausnutzen und ob es danach eingestellt wird, das mag ich zu bezweifeln. Es geht um Geländegewinnung, der Mensch bleibt auf der Strecke, oder muss für den Machtanspruch anderer Leute sterben.
3. Abkommen
dasbeau 14.02.2015
Ich will hier keine Seite in Schutz nehmen, aber wenn ich mich nicht irre, steht in der Vereinbarung nichts über die Zeit BIS Sonntag, oder?
4. Vorwerfen ist immer gut
El pato clavado 14.02.2015
aber beweisen ist besser
5. Spon
as512 14.02.2015
Warum gibt es eigentlich Foren? Ihr lasst doch so wie so nur Beiträge durch, die Euch genehm sind. Sagen, Reden, Vermuten, Vorwerfen. Wo sind die Beweise? Ohne Beweise glaube ich weder der ukrainischen Regierung noch den Amerikanern.
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Fotostrecke
Ukraine-Krise: Die Nacht von Minsk

Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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