Lkw-Konvoi Deutsche Hilfsgüter in der Ukraine angekommen

Heizungen, Decken, Kleidung: Deutsche Hilfsgüter haben mit einem Lkw-Konvoi die Westukraine erreicht. Von dort werden sie in die Krisengebiete gebracht. Entwicklungsminister Müller will einen Teil der Lieferung selbst übergeben.

Polnischer Grenzbeamter inspiziert Lkw des deutschen Hilfskonvois: "Zeichen der Solidarität setzen"
DPA

Polnischer Grenzbeamter inspiziert Lkw des deutschen Hilfskonvois: "Zeichen der Solidarität setzen"


Berlin/Jagodyn - Ein Konvoi mit deutschen Hilfsgütern ist in der Ukraine eingetroffen. 112 Lastwagen haben die polnisch-ukrainische Grenze bei Jagodyn überquert. Das teilte eine Sprecherin des Bundesentwicklungsministeriums mit. Unter den Hilfsgütern befinden sich unter anderem Heizgeräte, Generatoren, Decken, Wohncontainer und Winterkleidung. Sie werden zunächst in der Nähe von Kiew zwischengelagert.

In den nächsten Tagen soll die Lieferung um lokal gekaufte Produkte ergänzt werden. Anschließend werden die Güter von 200 ukrainischen Lastwagen nach Charkow, Slawjansk, Mariupol, Saporoschje und Dnjepropetrowsk im Osten des Landes gebracht. Die ukrainische Regierung hatte der Bundesregierung zuvor detailliert mitgeteilt, welche Baumaterialien und Hilfsgüter im Osten gebraucht werden.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will einen Teil der Lieferung am Dienstag kommender Woche in Charkow selbst übergeben. "Wir wollen damit ein Zeichen der Solidarität setzen", erklärte Müller. Deutschland leiste einen Beitrag dazu, eine winterfeste Infrastruktur für notleidende ukrainische Familien zu schaffen.

Die ausschließlich aus Bundesmitteln finanzierten Hilfsgüter haben insgesamt einen Wert von rund zehn Millionen Euro. An der Organisation der Hilfe waren auch das Auswärtige Amt und das Technische Hilfswerk (THW) beteiligt.

In Berlin hatte es zuletzt hinter den Kulissen einen Streit um den Hilfskonvoi gegeben. Nach Informationen des SPIEGEL sollten ursprünglich auch das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz Fahrzeuge stellen - beide Hilfsorganisationen sagten jedoch ab. Vor allem im Bundesinnenministerium wird Müllers Inszenierung kritisiert. Auch im Auswärtigen Amt herrscht Verwunderung über Müllers Aktion: Für humanitäre Hilfe ist eigentlich das Außenamt zuständig.

cas/dpa



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insgesamt 17 Beiträge
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sandkuhle 07.10.2014
1. Wirklich Charkow ?
Liegt da nicht ein Übermittlungsfehler vor? Wenn nicht dann sind Hilfslieferungen dorthin wirklich nötig? Ich kenne Charkow durch mehrmalige Reisen ein wenig als "ganz normale Großstadt" mit mehr oder weniger intakter Infrastruktur. Die Tatsache allein, dass dort ebenfalls ähnliche Ereignisse wie auf dem Maidan in Kiew stattfanden, in allerdings weit geringerer Intensität wie eben dort, rechtfertigt m.E. nicht dorthin Hilfslieferungen in Gang zu setzen. Diese Hilsgüter werden woanders dringender gebraucht!
fazil57guenes 07.10.2014
2.
Mit unseren deutsche Drohnen, die zu sonst nichts zu gebrauchen sind würden wir sehr gerne die russische Grenze kontrollieren.............. Natürlich würden wir niemals Material liefern, das die Putschisten in Kiew belasten würden. Verfehlungen der Separatisten aber würden wir auf's penibelste genau dokumentieren......... Deutschland war von Anfang des Konfliktes auf der Seite der Putsch-Regierung und zu keiner Zeit "neutral"....... Deutschland und Frankreich waren sogar im hohen Maße an diesem Putsch in Kiew beteiligt. Der Stunden zuvor ausgehandelte Vertrag war das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben stand und der darauf folgende Putsch und die Regierung wurde postum anerkannt. Deutschland ist als "Beobachter" einer OSCE Mission gänzlich ungeeignet und bereits negativ belastet und es gilt, eine deutsche Beteiligung zu verhindern . Waren es doch deutsche Offiziere, die ohne OSCE Auftrag vor Monaten in der Ukraine auf "Einladung Kiew's" unterwegs waren und später gefangen genommen wurden. Selbst Mitglieder der Bundesregierung sprachen von einer Agenten und Spionagemission. Nicht zu vergessen, wie im 2.Weltkrieg die Wehrmacht Schulter an Schulter mit den Bandera Faschisten in der Ukraine gewütet hatten. Jetzt folgt eine Hilfsmission in Gebiete, die überhaupt nicht betroffen sind und das keinerlei Hilfe bedarf. Die gleiche Hilfsmission hätte vom Bedarf her auch nach Bulgarien oder Rumänien gehen können. Aber dort sind ja keine Faschisten an der Regierung beteiligt und dort hatte die "Wehrmacht" nicht soviel verbündete, wie unter den "Stephan Bandera" Jüngern. Ich war erst vor einer Woche bei meiner Ehefrau in Saporoschje. Es war genauso wie in den letzten 4 Jahren vorher..................... Alles beim Alten. Alles geht seinen gewohnten Gang. Hilfe benötigen die "Opfer" im Donbass. Hilfe bedürfen die Menschen, die von ihrer eigenen Armee bombardiert werden.
tfl850 07.10.2014
3. Eine wichtige Info fehlt hier jedoch
Die Hilfsgüter gehen nicht an die Menschen die diese am notwendigsten brauchen, sondern nur in die Gebiete die von Kiew bestimmt und kontrolliert werden. Wir könnten den Konvoi wohl am bessten gleich in die Garage eines Kiew treuen Oligarchen entladen.
tschautsen 07.10.2014
4. Traut SPON zu berichten,
dass die Hilfsgüter NICHT in Gebiete gelangen sollen, die von den Separatisten kontrolliert werden? Oder ist dass keine Meldung in einem deutschen Medium wert? Wurde übrigens von Kiew so bestätigt, wobei da weiß auch meist nicht die Linke, was die rechte tut und sagt... Na denn...
hazerlee 07.10.2014
5. Gute Sache!
Nur zu Befürworten - und trotzdem wird hier bald wieder der Putin-Fanboy-Stuhlkreis auftauchen und gegen die EU und v.a. die USA wettern - und die Annexion der Krim und die kämpfenden russischen Soldaten auf fremdem Staatsgebiet völlig ausblenden...
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