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Kämpfe in der Ostukraine: Haltestelle beschossen - mehrere Tote

Tatort in Donezk: Separatisten machen Armee für Granatenbeschuss verantwortlich Zur Großansicht
REUTERS

Tatort in Donezk: Separatisten machen Armee für Granatenbeschuss verantwortlich

Neue Gewalt in der Ostukraine: Beim Beschuss einer Bushaltestelle in Donezk sind mehrere Zivilisten getötet worden. Erst vor wenigen Stunden hatten sich die Außenminister aus Moskau und Kiew auf den Abzug schwerer Waffen geeinigt.

Donezk - Die Menschen warteten am Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr auf ihren Bus, als die Granate einschlug: Bei dem Beschuss einer Haltestelle in der ostukrainischen Großstadt Donezk wurden mehrere Zivilisten getötet. Ein Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters, der Augenzeuge des Vorfalls wurde, sprach von mindestens sechs Toten, die prorussischen Separatisten meldeten neun Todesopfer.

Außer der Haltestelle für Oberleitungsbusse seien auch ein vorbeifahrendes Auto und mehrere Läden in der Umgebung schwer beschädigt worden. Der Angriff ereignete sich im Leninsky-Viertel von Donezk, das bisher weitgehend von den Kämpfen zwischen ukrainischer Armee und prorussischen Rebellen verschont wurde.

Die Separatisten machten ukrainische Regierungstruppen für den Beschuss verantwortlich: "Das Feuern auf zivile Ziele und der Tod friedlicher Bürger erschweren die Gespräche mit der Regierung in Kiew", sagte Rebellenführer Denis Puschilin.

Die Regierung in Kiew sieht ihrerseits prorussischen Rebellen für die Tat in der Verantwortung. "Russische Terroristen haben wieder eine schreckliche Tat gegen die Menschlichkeit begangen", erklärte der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk. Russland trage die Verantwortung für den Angriff.

Auch am Flughafen von Donezk halten die Gefechte zwischen den Konfliktparteien an. Bei den jüngsten Kämpfen wurden nach Angaben beider Seiten acht Aufständische und sechs Armeesoldaten getötet. Die Regierungstruppen halten mittlerweile nur noch einen kleinen Teil des Flughafens unter ihrer Kontrolle. Der erst 2011 modernisierte Terminal des Sergej-Prokowjew-Flughafens ist inzwischen fast vollständig zerstört.

Die anhaltenden Kämpfe wecken Zweifel am Erfolg des Ukraine-Treffens, das am Mittwochabend in Berlin stattfand. Bei der Außenminister-Runde in Berlin vereinbarten Moskau und Kiew am Mittwochabend den Abzug schwerer Waffen aus der Krisenzone.

syd/dpa/Reuters/AFP

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