Ukraine-Krise Krim-Führung und russische Flotte schmieden Bündnis

Die Lage in der Ukraine entwickelt sich zur ernsthaften Konfrontation mit Russland. Auf der Krim haben sich die regionale Regierung und die russische Schwarzmeerflotte zusammengeschlossen, um Stützpunkte und öffentliche Ordnung zu sichern. Moskau rechtfertigt das, Kiew protestiert. Der Nachrichtenüberblick.

Bewaffnete ohne Abzeichen auf der Krim: Ordnung sichern
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Bewaffnete ohne Abzeichen auf der Krim: Ordnung sichern


Moskau/Sewastopol - Die prorussische Krim-Regierung sowie die auf der Halbinsel stationierte russische Schwarzmeerflotte haben eine Zusammenarbeit bei der Sicherung der öffentlichen Ordnung vereinbart. Das teilte die Schwarzmeerflotte am Samstag der Staatsagentur Itar-Tass zufolge mit.

Gewährleistet werde nicht nur ein gemeinsamer Schutz der russischen Marinestützpunkte, sondern auch die öffentliche Ordnung, sagte der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow. Die Lage in der Autonomen Republik Krim sei kontrollierbar. "Die Gruppen arbeiten zusammen", betonte er. Aksjonow sowie das russische Parlament hatten Kreml-Chef Wladimir Putin angesichts der Spannungen um Beistand angerufen.

Aksjonow hatte am Samstagmorgen angekündigt, vorübergehend die Befehlsgewalt auf der Halbinsel zu übernehmen. Die Truppen des Innenministeriums, des Geheimdienstes SBU sowie die Flotte, der Zivilschutz und andere Dienste hätten nun seinem Kommando zu folgen, teilte er laut der Agentur Interfax mit. "Wer nicht einverstanden ist, den bitte ich, den Dienst zu verlassen", sagte er.

Die russische Staatsduma rief Kreml-Chef Wladimir Putin dazu auf, der neuen Moskau-treuen Regierung auf der Halbinsel Krim Beistand beim Schutz der Bürger zu leisten. Es seien Schritte für eine Stabilisierung der Lage dort nötig, sagte Parlamentschef Sergej Naryschkin am Samstag der Agentur Interfax zufolge.

Russisches Parlament hält Intervention für rechtmäßig

"Die Abgeordneten rufen den Präsidenten auf, (...) alle zur Verfügung stehenden Mittel für den Schutz der Bevölkerung auf der Krim vor Willkür und Gewalt zu gewährleisten", teilte Naryschkin mit. Die russische Militärdoktrin erlaubt einen Einsatz eigener Streitkräfte im Ausland zum Schutz eigener Bürger.

Putin bat am Samstagnachmittag hat den russischen Föderationsrat, das Oberhaus des russischen Parlaments, um Zustimmung für einen Militäreinsatz auf der Krim. Das meldete die Agentur Interfax am Samstag in Moskau.

Der Föderationsrat hatte zuvor bekanntgegeben, dass er den Einsatz eines begrenzten Kontingents an Streitkräften für zulässig halte. Die Kammer lasse diese Möglichkeit zum Schutz der Bürger und der russischen Schwarzmeerflotte zu, sagte Föderationsratschefin Valentina Matwijenko am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Die Entscheidung für einen Militäreinsatz liege aber bei Putin.

In der ostukrainischen Stadt Charkow kam es laut Interfax ebenfalls zu Unruhen. Demnach versuchen prorussische Aktivisten, den Sitz der Regionalverwaltung einzunehmen und geraten dabei mit Unterstützern der neuen Übergangsregierung in Kiew aneinander. Tausende Menschen hätten sich vor dem Gebäude versammelt. Einige hätten es gestürmt und die russische Flagge gehisst.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Forderung nach territorialer Unversehrtheit der Ukraine bekräftigt. "Was auf der Krim geschieht, besorgt uns", sagte sie am Samstag bei einer Veranstaltung in Berlin. Sie stehe im Telefonkontakt mit den Verantwortlichen in Kiew, in Russland und mit US-Präsident Barack Obama.

fab/dpa/Reuters

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Seite 1
perlentaucher2345 01.03.2014
1. So, so...
Zitat von sysopDPADie Lage in der Ukraine entwickelt sich zur ernsthaften Konfrontation mit Russland. Auf der Krim haben sich die regionale Regierung und die russische Schwarzmeerflotte zusammengeschlossen, um Stützpunkte und öffentliche Ordnung zu sichern. Moskau rechtfertigt das Vorgehen, Kiew protestiert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krim-fuehrung-und-russische-flotte-arbeiten-zusammen-a-956423.html
Die Frau Merkel ist also 'besorgt'. Sie wäre besser schon 'besorgt' gewesen, als sie sich vor 2 Wochen von 'friedlichen Demonstranten'(tm) hat erzählen hören.
birdie 01.03.2014
2. Chrustchov hat einen schweren Fehler begangen, als er
der Ukraine die Krim schenkte. Das wird jetzt mit Macht zurück gedreht. Kiew ist gut beraten, dieses Danaer-Geschenk zurück zu geben und sich mit diesem Entgegenkommen eine friedliche, gedeihliche und freie Zukunft zu sichern.
medicus22 01.03.2014
3. das schreien...
ja die Spatzen von Dächern, das die bewaffneten russische Soldaten sind. Man muß sich nur mal die Bewaffnung auf den Bildern anschauen. Teilweise sind aber auch Berkuteinheiten mit darunter. Nebenbei, wie viele Sateliten schauen grad auf die Ukraine? Da sollte man schon sehen können woher die Truppen stammen....
Shivon 01.03.2014
4. Deal:
Zitat von sysopDPADie Lage in der Ukraine entwickelt sich zur ernsthaften Konfrontation mit Russland. Auf der Krim haben sich die regionale Regierung und die russische Schwarzmeerflotte zusammengeschlossen, um Stützpunkte und öffentliche Ordnung zu sichern. Moskau rechtfertigt das Vorgehen, Kiew protestiert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krim-fuehrung-und-russische-flotte-arbeiten-zusammen-a-956423.html
Kharkov (und wahrscheinlich die weiten umliegenden Territorieren) bleibt ukrainisch und die Krim geht an Russland? Jeder kommt dann mit einen blauen Auge heraus...
stanislaus3 01.03.2014
5. Die Rechtfertigung der Neofaschisten als Demokraten.
Alles, was in 14 Tagen von diesem ukrainischen Putsch übrigbleiben wird ist die Erkenntnis, dass die deutschen Umerziehungsmedien nach wie vor als als gekaufte Propagandamedien der USA arbeiten. Und sogar -wenn die es wollen- Neofaschisten rechtfertigen.
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