Kämpfe in der Ostukraine Armee startet Großoffensive auf Rebellenhochburgen

Ukrainische Truppen rücken auf Donezk und Luhansk vor, offenbar liefern sich die Soldaten schwere Gefechte mit den dortigen Separatisten. Dutzende Menschen sollen getötet worden sein.

Ukrainische Soldaten etwa 60 Kilometer vor Donezk: Angriff auf Rebellenhochburgen
REUTERS

Ukrainische Soldaten etwa 60 Kilometer vor Donezk: Angriff auf Rebellenhochburgen


Donezk - Prorussische Aufständische halten sich noch immer in den ostukrainischen Großstädten Donezk und Luhansk verschanzt. Kiews Armee hat am Donnerstag offenbar einen umfassenden Angriff gestartet, um die Rebellenhochburgen zurückzuerobern.

Die nächste Phase der Militäroffensive habe an "mehreren Frontabschnitten" nahe den strategisch bedeutsamen Großstädten begonnen, teilte das Innenministerium in Kiew mit.

Die Verwaltung von Donezk erklärte, dass es schwere Kämpfe rund um den stillgelegten internationalen Flughafen gebe. Die Bewohner naher Siedlungen sollten die Häuser nicht verlassen. Auch der selbst ernannte Regierungschef der nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk", Alexander Borodai, bestätigte die Gefechte.

Bei den Kämpfen zwischen der Armee und Separatisten sollen am Donnerstag Dutzende Menschen gestorben sein. Die Aufständischen sprachen von etwa 50 toten Soldaten in Luhansk. Das Militär räumte Verluste ein. Allerdings seien bei einem Feuergefecht nahe Donezk auch mindestens 25 "Terroristen vernichtet" worden, sagte ein Bataillonskommandeur.

Vergangenes Wochenende hatte die ukrainische Armee die Stadt Slowjansk zurückerobert. Seither versucht sie, auch Donezk und Luhansk einzukesseln. Die prorussischen Kämpfer gestehen zwar ein, dass sie zahlenmäßig und von ihrer Ausrüstung her unterlegen sind, wollen ihre Stellungen dort jedoch halten.

Moskau legte am Donnerstag nach Informationen der Agentur Reuters Beschwerde ein, dass ein russischer Checkpoint von der ukrainischen Armee beschossen worden sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande riefen Russlands Staatschef Wladimir Putin erneut auf, die Separatisten zu Verhandlungen zu bewegen. Nach Angaben des Elysée-Palasts mahnten Merkel und Hollande zudem eine Überwachung der ukrainisch-russischen Grenze durch die OSZE sowie die Befreiung aller Geiseln an.

Die Europäische Union einigte sich am Donnerstag zudem darauf, ihre Sanktionsliste wegen der Ukraine-Krise zu erweitern. Von Einreiseverboten und Kontensperrungen sind offenbar Anführer der Separatisten betroffen.

kgp/dpa/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
seneca55 10.07.2014
1. Poroschenko ein ukrainischer Assad??
Es fallen zwar noch keine Fassbomben, aber sei seiner Wahl sollen durch Sturm und Beschuss der UKR.-Armee auf Städte und Dörfer in der Ost-UKR schon mehr als 500 Zivilisten/innen neben den Aktivisten/Separatisten getötet worden sein. Die EU unterstützt den EU-Aspiranten, der offensichtlich zu syrischen Methoden der Problemlösung greift! Warum wird dem süßen Schokoladenkönig seitens EU oder Berlin nicht stärker auf die schmutzigen Finger gesehen oder geklopft? Fehler gegenüber Jugoslawien und Milosevic sollten sich in Europa doch nicht wiederholen, oder?!
bstark 10.07.2014
2.
Zitat von seneca55Es fallen zwar noch keine Fassbomben, aber sei seiner Wahl sollen durch Sturm und Beschuss der UKR.-Armee auf Städte und Dörfer in der Ost-UKR schon mehr als 500 Zivilisten/innen neben den Aktivisten/Separatisten getötet worden sein. Die EU unterstützt den EU-Aspiranten, der offensichtlich zu syrischen Methoden der Problemlösung greift! Warum wird dem süßen Schokoladenkönig seitens EU oder Berlin nicht stärker auf die schmutzigen Finger gesehen oder geklopft? Fehler gegenüber Jugoslawien und Milosevic sollten sich in Europa doch nicht wiederholen, oder?!
Und wir finanzieren das Morden noch mit useren Steuergeldern auch noch, denn die Ukraine ist bankrott und hat kein Geld dafür. Waffen und Geld kommen nun aus den USA, der EU und Deutschland. Mal sehen wann Russland nicht mehr zusehen wird beim Schlachten.
tolate 10.07.2014
3. Ist das öde.
Die Sanktionsliste wurde erweitert. Poroschenko sagt, vor einer Niederlegung der Waffen durch die Separatisten, also vor einer Kapitulation, gibt es keine Verhandlungen. Merkel und Hollande rufen Putin dazu auf, die Separatisten zur Aufnahme von Verhandlungen zu bewegen. Das ist ziemlich hohl. Wenn nicht hinter den Kulissen ernsthaftere Bemühungen laufen, ist das nur leeres Gerede, ohne politischen Nutzen.Was die beiden da anmahnen, wird es nicht geben, ohne Verhandlungen. Und die gibt es nicht, bevor die Separatisten kapitulieren. Da capo al fine.
Mr.Bushkin 10.07.2014
4.
Zitat von sysopAFPUkrainische Truppen rücken auf Donezk und Luhansk vor, offenbar liefern sich die Soldaten schwere Gefechte mit den dortigen Separatisten. Dutzende Menschen sollen getötet worden sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-armee-startet-grosse-offensive-gegen-separatisten-a-980415.html
Das wäre fast zum Lachen, wenn es nicht tragisch wäre. Die EU sollte diese Terroristin ganz besonders mit Sanktionen belegen: https://www.youtube.com/watch?v=apmtOvAyd7k Womöglich hat sie ihre Waffe von Osama bin Laden.
e33h372 10.07.2014
5. die CIA hat grünes licht gegeben
nach allem was bekannt geworden ist darf jetzt die US marionette richtig loslegen und die verträge mit den US firmen zu retten.was mit den menschen passiert das geht sowohl in kiew als bekannterweise in washington allen am A... vorbei.es gilt wie immer nur die schürfrechte niemals die menschenrechte
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