Putin-Äußerung des Altkanzlers: Grüne wettern gegen Helmut Schmidt

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Helmut Schmidt: "Putin'sche Logik"

Helmut Schmidt hat den russischen Krim-Kurs verteidigt - zur Empörung der Grünen: Parteichef Cem Özdemir kritisiert ihn dafür, Verständnis für Putin zu äußern. Schließlich sei Moskau klar im Unrecht. Die Linke hingegen lobt den Altkanzler.

Hamburg - Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kritisiert die Äußerungen von Altkanzler Helmut Schmidt in der Ukraine-Krise. "Es bleibt Helmut Schmidt unbenommen, sich in Putin hineindenken zu wollen, aber man muss nicht gleich Verständnis für etwas zeigen, nur weil es innerhalb der Putin'schen Logik stimmig ist", sagte Özdemir SPIEGEL ONLINE. "Maßstab ist das internationale Recht und das hat Putin eindeutig verletzt."

Schmidt hatte zuvor Verständnis für das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gezeigt. Dieses sei "durchaus verständlich", so der Altkanzler in der "Zeit". Schmidt hatte zudem den Westen kritisiert. Die von der Europäischen Union und den USA beschlossenen Sanktionen gegen Russland bezeichnet er als "dummes Zeug". Sie hätten vor allem symbolische Bedeutung, "aber sie treffen den Westen genauso wie die Russen".

Unterstützung für Schmidt von der Linken

Özdemir sagte mit Blick auf die Äußerungen des SPD-Politikers weiter: "Natürlich müssen wir weiterhin mit Russland reden, so wie es die Europäer und Amerikaner die ganze Krise hinweg getan haben und weiter tun." Er fügte hinzu: "Bloß haben Gespräche bislang nicht weit geführt." Gezielte Sanktionen seien "nicht die Alternative zu Gesprächen mit Russland", so Özdemir. "Um es mit Schmidts eigenen Worten auszudrücken: Sie sollen aber den Appetit auf substantielle Gespräche für eine friedliche Lösung anregen."

Unterstützung erhielt Schmidt von der Linken. Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi teilte auf dem Internet-Kurznachrichtendienst Twitter mit: "Merkel sollte die Einwendungen ihrer Amtsvorgänger nicht ignorieren." Ebenfalls auf Twitter verkündete Gysis Stellvertreterin Sahra Wagenknecht: "Helmut Schmidt ist einer Meinung mit DIE LINKE." Führende Vertreter der Linken hatten zuletzt Verständnis für die Politik Russlands gezeigt.

flo/kha

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insgesamt 465 Beiträge
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1. die grünen schaffen sich selbst ab,
viceman 26.03.2014
Zitat von sysopHelmut Schmidt hat den russischen Krim-Kurs verteidigt - zur Empörung der Grünen: Parteichef Cem Özdemir kritisiert ihn dafür, Verständnis für Putin zu äußern. Schließlich sei Moskau klar im Unrecht. Die Linke hingegen lobt den Altkanzler. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-gruene-kritisieren-helmut-schmidt-fuer-putin-verstaendnis-a-960951.html
was braucht es diese typen denn überhaupt noch. passen die doch schon eine ganze weile voll in die cducsuspd-groko . bzw. sie wollen mit ihren är... dahin, wo jetzt die spd sitzt. damit machen die sich überflüssig....
2. Machtpolitikerlogik
bedoje 26.03.2014
Schmidt ist frei von Visionen aber auch von zivilgesellschaftlichen Entwicklungen, er bleibt im Kern der alte Machtpolitiker
3. Fast hätte ich die Grünen gewählt..
ehemaligerSPDwähler 26.03.2014
...jetzt weiß ich es besser. Die Grünen nähern sich immer mehr den Blockparteien CDUSPD.
4. Wo sind die Wurzeln?
Zaphod 26.03.2014
Haben die Grünen eigentlich vollkommen ihre Wurzeln in der Friedensbewegung vergessen? Wollen die Grünen nun tatsächlich den Linken viele Wähler zutreiben? Warum profilieren sich die Grünen nicht als die Alternative, die sie früher mal waren? Die Grünen waren schon immer für viele Menschen unwählbar. Wenn sie so weitermachen, werden sie auch für Anhänger von ursprünglich grünen Gedanken unwählbar!
5. Helmut ist eben noch immer Realist,
vitamim-c 26.03.2014
ich habe auch mal die Grünen gewählt aber was ist aus dieser Partei nur geworden? Sich für Faschos in der Ukraine einsetzen, die Grünen haben als Partei kein wirkliches Thema mehr und sind Geschichte.
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