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Waffenruhe in der Ukraine: Kiew beginnt mit Bau von gigantischen Verteidigungsanlagen

Ukrainische Soldaten mit Mauer aus Sandsäcken bei Slavianoserbsk: Bau zweier riesiger Verteidigungslinien und einer Mauer geplant Zur Großansicht
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Ukrainische Soldaten mit Mauer aus Sandsäcken bei Slavianoserbsk: Bau zweier riesiger Verteidigungslinien und einer Mauer geplant

Während die Waffen zwischen ukrainischen Soldaten und pro-russischen Milizen schweigen, geht Kiew zur Igeltaktik über: Mit Verteidigungsanlagen und einer riesigen Schutzmauer entlang der russischen Grenze bereitet sich das Land für den Ernstfall vor.

Kiew - Die Ukraine will sich während der Waffenruhe im Osten mit Befestigungsanlagen auf neue mögliche Angriffe der russischen Separatisten rüsten. An der Grenze zu Russland hat die Regierung in Kiew mit dem Bau von Verteidigungsanlagen begonnen. Präsident Petro Poroschenko plane, dort zwei Verteidigungslinien errichten zu lassen, teilte die Pressestelle der "Anti-Terror-Operation" in Kiew mit.

8000 Stellungen für Militärtechnik, 4000 Unterstände für Soldaten, 1500 Kilometer Gräben - die Pläne der Regierung in Kiew gegen potenzielle künftige Übergriffe aus dem Nachbarland sind gigantisch. Zudem will Kiew entlang der russischen Grenze eine 2300 Kilometer lange Mauer hochziehen lassen. Auf einer Länge von 60 Kilometer will sich die Ukraine gegen Eindringlinge mit "unsprengbare Sperren" gegen einen möglichen Vormarsch der Gegner wappnen.

Seit der Waffenruhe stationiere Kiew seine Einheiten im Konfliktgebiet um, sagte Poroschenko. Dies sei für die Verteidigung des Staatsgebiets, nicht jedoch für einen Angriff auf Separatisten gedacht. Die Ukraine müsse bereit sein zum Partisanenkrieg, sagte er.

Der angebliche Rückzug der russischen Kämpfer sei jedoch eine "Gelegenheit für eine friedliche Lösung des Konflikts". Es deuten sich Zeichen der Entspannung an: Inzwischen seien "70 Prozent" der russischen Soldaten aus der Unruheregion abgezogen worden, sagte Poroschenko.

Unterdessen hadert die Europäische Union weiter mit ihren geplanten Wirtschaftssanktionen gegen Russland: Zwar hatten sich die EU-Staaten schon am Montag auf ein weiteres Vorgehen gegen Moskau geeinigt - angesichts des brüchigen Waffenstillstand in der Ostukraine zögern die Regierungschefs jedoch weiterhin, die Sanktionen in Kraft zu setzen.

daf/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 87 Beiträge
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1.
ichsagemal 10.09.2014
...bislang habe ich immer vernommen: die Ukraine hat kein Geld! Wer bezahlt denn dann das ganze?! Oder sollte man diese Frage besser nicht stellen, weil nicht gewünscht?!
2. 2006 ca 30000 Mann
derbadener 10.09.2014
so gross sind die russischen Luftlandetruppen. Ob da so ne Pseudo Maginote Linie Sinn macht bezweifle ich schwer. Ich denke die UA kann das Geld wo anders sinnvoller Einsetzen. Auf dem heutigen Gefechtsfeld ist Mobilität zudem deutlich wichtiger
3.
Mac_Beth 10.09.2014
Zitat von derbadenerso gross sind die russischen Luftlandetruppen. Ob da so ne Pseudo Maginote Linie Sinn macht bezweifle ich schwer. Ich denke die UA kann das Geld wo anders sinnvoller Einsetzen. Auf dem heutigen Gefechtsfeld ist Mobilität zudem deutlich wichtiger
Was sie da schreiben ähnelt meinen Gedanken. In der heutigen Zeit und mit der modernen Militärtechnologie noch sowas wie einen "Schutzwall" einrichten zu lassen, ist eine fahrlässige Verschwendung von Steuergeldern. Ich bezweifel allerdings, dass es wirklich so weit kommt. Da geht es vor allem auch darum im Gespräch zu bleiben und klar zu machen wie gefährlich Russland doch ist. So eine Verteidigungsanlage, wenn sie denn überhaupt gebaut wird, würde viele Jahre der Konstruktion in Anspruch nehmen.
4. Deutsche Steuergelder gut angelegt !
demokroete 10.09.2014
Die Millionengeschenke von Frau Merkel sind offensichtlich in der Ukraine bestens angelegt. Eine super Idee, eine befestigte Grenze zu den russischsprachigen Gebieten zu bauen, dann sind diese wenigstens vor weiteren bewaffneten Angriffen aus Kiew geschützt und können sich selbst verwalten oder der RF beitreten. Damit wäre das ganze ganze Problem zur Zufriedenheit aller gelöst.
5. Meine Frage dazu ..
reever_de 10.09.2014
Wer bezahlt diesen "Ostwall 2.0"?? Und wo liegt der Sinn in dieser starren Konstruktion??
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