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Weltkriegsgedenkfeier: Merkel sagt Teilnahme an Militärparade in Moskau ab

Kanzlerin Merkel: Reist erst nach der Weltkriegsgedenkfeier nach Moskau Zur Großansicht
AFP

Kanzlerin Merkel: Reist erst nach der Weltkriegsgedenkfeier nach Moskau

Bundeskanzlerin Merkel wird laut einem Bericht nicht an der Weltkriegsgedenkfeier in Moskau teilnehmen. Ihr Kompromissvorschlag: Sie reist einen Tag später an - nach der Militärparade.

Berlin - Bemühungen um einen Kompromiss in Zeiten des Ukraine-Konflikts: Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am 9. Mai nicht zur Weltkriegsgedenkfeier in Moskau. Ein Regierungssprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Zeit".

Merkel habe entschieden, dass es ihr "unmöglich ist, am 9. Mai an einer Militärparade auf dem Roten Platz teilzunehmen", zitiert die Zeitung aus ihrem Umfeld.

Weil der Westen Moskau vorwirft, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen, hätte Merkels Teilnahme von der ukrainischen Regierung als Affront gewertet werden können.

Mit der Parade feiert Russland den Jahrestag des Kriegsendes und den Sieg über Nazi-Deutschland. 2010 hatte Merkel noch teilgenommen. Die Kanzlerin will in diesem Jahr erst einen Tag später, am 10. Mai, in die russische Hauptstadt reisen. Gemeinsam mit dem Präsidenten Wladimir Putin werde sie dort das Grabmal für den unbekannten Soldaten an der Kreml-Mauer besuchen, heißt es in dem Bericht. Dort könne man "in Würde und gemeinsam" des Zweiten Weltkriegs gedenken.

Einen entsprechenden Vorschlag habe sie Putin telefonisch übermittelt, der Präsident habe zugestimmt. Wie der SPIEGEL Anfang Februar berichtete, hatte Putin Merkel bereits im vergangenen Sommer zur Gedenkfeier eingeladen.

Die Bundeskanzlerin ist nicht die Einzige, die der Militärparade fernbleiben wird. Auch der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat abgesagt. Die Präsidenten Litauens, Lettlands und Estlands, Dalia Grybauskaite, Andris Berzinš und Toomas Hendrik Ilves, werden ebenfalls nicht nach Moskau kommen. US-Präsident Barack Obama wird die Einladung nach russischen Angaben nicht annehmen. Bundespräsident Joachim Gauck ist zumindest für den 8. Mai verplant: Er will eine Kriegsgräberstätte in Brandenburg besuchen und dort der gefallenen sowjetischen Soldaten gedenken.

Gauck und Merkel empfangen Poroschenko

Das ausgesetzte Gesprächsforum Petersburger Dialog haben Deutschland und Russland aber noch nicht aufgegeben. Seit Ende Oktober wird das zivilgesellschaftliche Forum wegen Meinungsverschiedenheiten im Ukraine-Konflikt ausgesetzt. "Es gibt eine Vereinbarung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Wladimir Putin, die Aktivitäten fortzusetzen", erklärte der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD).

Den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko empfangen Merkel und Gauck am Montag in Berlin. Gauck will seinen Amtkollegen mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue begrüßen. Das teilte das Bundespräsidialamt mit. Wie die Nachrichtenagentur AFP informiert, sei nach Angaben des Kanzleramts anschließend ein Gespräch mit Merkel geplant.

vek/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 67 Beiträge
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1. Diplomatie
Rübezahl 11.03.2015
Ja, so kann man es Machen!
2.
ClausWunderlich 11.03.2015
Ich als Bürger will das unsere Kanzlerin nicht an dieser Militärparade teilnimmt. Es wäre das falsche Signal an Moskau und eine Verhöhnung der Opfer in der Ukraine. Russland ist hier ganz klar der Agressor.
3. Operetteninszenierung!
gruesenko 11.03.2015
Putin bzw. seine Presseorgane werden dem russischen Volk schon eine Erklärung für das Fernbleiben der ausländischen Staatsgaeste präsentieren. Etwa in der Art - jene wären sich so klein und unbedeutend neben dem russischen Herscher vorgekommen. Die "protokollarischen Lücken" koennte man dann vielleicht mi Kim Jong Un, Nursultan Nasserbajew, Baschar al Assad sowie vielleicht Aksjonow von der Krim schließen. Die Aufzaehlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
4.
Immanuel_Goldstein 11.03.2015
Putin kann seine Paraden allein begehen. Das ist gut so. Militärparaden sind etwas aus der Steinzeit. Dieses kindische Männchenmachen von Pappsoldaten mit polierten Plastikhelmen ist in der heutigen Zeit ohnehin grotesk.
5. Sehr gute Entscheidung
sunrise560 11.03.2015
Und eine richtige! Abgesehen davon, dass die Ukraine eine Teilnahme als Affront werten könne, es geht auch darum, Putin selbstbewusst zu zeigen, dass man wegen der gegenwärtigen russischen Annexionspolitik und der Putin'schen Politik des Säbelrasselns nicht zur historischen Tagesordnung übergehen kann.
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