Ukraine-Krise Nato stockt schnelle Eingreiftruppe auf

Die Nato reagiert auf die Spannungen mit Russland: Das Bündnis stockt seine schnelle Eingreiftruppe auf. Von einem Rüstungswettlauf will man aber in Brüssel nicht sprechen.

Nato-Soldaten beim Manöver: Im Ernstfall schnell reagieren
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Nato-Soldaten beim Manöver: Im Ernstfall schnell reagieren


Die Nato vergrößert ihre schnelle Eingreiftruppe. Bis zu 40.000 Soldaten sollen künftig für Kriseneinsätze bereit stehen - bisher waren es 20.000 bis 25.000. Zudem sollen Entscheidungsprozesse gestrafft werden, um im Ernstfall eine schnellere Reaktion zu ermöglichen.

"Wir werden uns nicht in einen Rüstungswettlauf hineinziehen lassen, aber wir müssen dafür sorgen, dass unsere Mitgliedstaaten sicher sind", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er traf sich am Mittwoch mit den Verteidigungsministern der Bündnisstaaten in Brüssel. Die Pläne sollen noch am Mittwoch beschlossen werden.

Die Aufstockung der Truppe ist eine von zahlreichen Aufrüstungsmaßnahmen, mit denen die Nato auf die Ukraine-Krise reagiert. Im Juni absolvierte das Bündnis in Polen, Rumänien, Bulgarien und im Baltikum die größte Manöverserie seit Ende des Kalten Krieges mit 14.000 Soldaten. Eine besonders schnelle Eingreiftruppe, genannt Speerspitze, hat ihren ersten Test erfolgreich bestanden. Und im östlichen Bündnisgebiet wurden sechs Stützpunkte aufgebaut, um im Krisenfall schnell reagieren zu können.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält die Maßnahmen für angemessen. Einen Rückfall in die Blockkonfrontation sieht sie nicht. "Es wird keine Rückkehr zum Kalten Krieg geben", sagte sie in Brüssel. "Der Kalte Krieg hat eine völlig andere Welt vor Augen gehabt, nämlich zwei große Blöcke, die sich gegenüberstanden."

Von der Leyen unterstützt auch die von den USA geplante Verlegung von schwerem Militärgerät in Richtung Osten. Dabei soll es sich um 250 Panzer, Infanteriefahrzeuge und Artilleriegeschütze für etwa 5000 Soldaten handeln. Von der Leyen verwies darauf, dass diese Stationierung lange geplant war. "Ich glaube, wir haben jetzt eine sehr ausgewogene und angemessene Balance gefunden", sagte sie.

Moskau warnte am Mittwoch Rumänien und Polen, dass Militärstützpunkte in diesen Ländern als mögliche Ziele ins Visier geraten würden, wenn sich die beiden Nato-Länder am Raketenabwehrsystem der USA beteiligen würden. Erst vor Kurzem hatte ein russischer Diplomat einer dänischen Zeitung gesagt, dass die Atommacht ihre Nuklearsprengköpfe auf jeden in Europa richten könne, der Teile der US-Raketenabwehr stationiert.

Die Nato Response Force (NRF), die nun aufgestockt werden soll, besteht seit mehr als zehn Jahren. Der Kern sind 13.000 besonders schnell einsatzbereite Soldaten, die jährlich von anderen Ländern gestellt werden. Daneben sind etwa 10.000 weitere Soldaten abrufbar.

Zur Beschleunigung der Entscheidungsprozesse in der Nato sollen die Kompetenzen des Oberbefehlshabers für Europa gestärkt werden. Ihm soll erlaubt werden, Truppen eigenmächtig für Übungen oder den Ernstfall zu alarmieren. Erst die Entscheidung, ob die Soldaten wirklich verlegt werden oder zum Einsatz kommen, fällt dann den Mitgliedstaaten zu.

ler/dpa/Reuters

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Seite 1
demokroete 24.06.2015
1. Alles begann mit der einseitigen Kündigung des ABM Vertrages
durch die USA und die Absicht einen Raketenschirm so nah wie möglich an russischem Territorium aufzustellen. Die USA unternehmen seit 2001 alles, Russland immer weiter unter militärischen Druck zu setzen, einzukreisen, Freunde und Verbündete Staaten zu destabilisieren oder durch Bürgerkrieg zu zerstören. Der Rüstungshaushalt der USA beträgt ca. 600 Milliarden USD, der Russlands 70 Milliarden. Wer bedroht hier also wen ?
terminator_666 24.06.2015
2. Starke NATO= Sicheres Europa
Nur wenn die NATO stark, haben wir Sicherheit vor Russland. Georgien und die Ukraine haben leider keine Schutz der NATO. Das hat sie zur Beute Putins gemacht. Das Geschwätz mancher Foristen, die vom NATO-Austritt schwadronieren, sind entweder russische Auftragsschreiber oder Deutsche mit gespaltenem Verhältnis zu unserem Rechtsstaat.
franz.v.trotta 24.06.2015
3. Es muss
doch möglich sein, den Kalten Krieg und das Wettrüsten wieder zu beleben! Die NATO und frau v. d. Leyen tun ihr Bestes. Danke.
slomax 24.06.2015
4. na dann...
Scheint so, als hätten NATO-Mitarbeiter in den letzten Tagen die Beiträge einiger SPON-Foristen gelesen. Hier wurde ausreichend darüber gefachsimpelt wie stark die eine Seite und wie schwach die andere sei. Eine Aufstockung der Truppen und der Militärtechnik auf Seiten der NATO wurde zahlreich gefordert. Weshalb auch immer?! Sollte ich mich aber irren, und es kommt tatsächlich zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den NATO-Staaten und Russland, ist es völlig egal wieviel NATO-Soldaten parat stehen. Man sollte sich eher Gedanken darüber machen wo man die Gedenkstätten für den "gefallenen unbekannten Soldaten" errichten soll. In den Herkunftsländern dieser armen Wesen, im Garten der verantwortlichen Politiker von denen sie in den sicheren Tod geschickt wurden oder direkt in Brüssel neben dem NATO-Hauptquartier.
n.nixdorff 24.06.2015
5. Es gibt ihn doch,
den Kalten Krieg. In einem Punkt stimme ich v.d. Leyen allerdings zu: Es stehen sich keine zwei großen Blöcke gegenüber. Es stehen EU und USA dem hochgerüsteten aber wirtschaftlich bedeutungslosen Russland gegenüber. Und komme jetzt bitte niemand mit China. Die Chinesen sind Pragmatiker, denen sind die guten Handelsbeziehungen zur EU und den USA ungleich wichtiger als eine Blockbildung mit Russland. Für die ist Russland ein billiger Rohstofflieferant und, wie mich kürzlich ein Forist korrigierte, natürlich auch ein Lieferant von Rüstungsgütern. Weil Putin zu recht einen offenen Angriff scheut, wie er in der Ukraine bewiesen hat, muss diese schnelle Eingreiftruppe nicht die geballte Kraft der maroden Sowjet-Armee fürchten wie früher, sondern allenfalls Subversionen durch Gründe Männchen. Dafür sollten 40.000 Soldaten locker ausreichen.
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