Kämpfe in der Ukraine Regierungstruppen gelingt Schlag gegen Separatisten

Neue Gefechte in der Ostukraine: Die Regierungstruppen können offenbar Erfolge im Kampf um die Hafenstadt Mariupol verbuchen. Russland bringt zu Übungszwecken derweil Raketengeschosse in Stellung.

Prorussische Separatisten vor Mariupol: "Unschädlich" gemacht
AFP

Prorussische Separatisten vor Mariupol: "Unschädlich" gemacht


Kiew - Bei schweren Gefechten in der Ukraine haben die Regierungseinheiten nach eigenen Angaben die prorussischen Separatisten aus dem Zentrum der Großstadt Mariupol vertrieben. Mindestens fünf Aufständische seien getötet und vier Soldaten verletzt worden, sagte Innenminister Arsen Awakow.

"Die Anti-Terror-Operation begann im Morgengrauen und dauert an", teilte Awakow mit. Die Sicherheitskräfte hätten mit Granatwerfern und gepanzerten Fahrzeugen zahlreiche Scharfschützen und Straßensperren "unschädlich" gemacht. Viele Bürger der Hafenstadt hätten sich in Kellern in Sicherheit gebracht, berichteten örtliche Medien.

Auch an der ukrainischen Grenze zu Russland rückten Regierungseinheiten gegen militante Aufständische vor. Sie brachten nach eigenen Angaben einen rund 120 Kilometer langen Gebietsstreifen unter ihre Kontrolle, den die Separatisten von den Regierungstruppen erkämpft hatten.

Unklarheit herrschte über angebliche Panzer sowjetischer Bauart aus Russland in den Händen der Separatisten. Die Führung in Kiew teilte mit, dass mehrere Militärfahrzeuge illegal über die Grenze in die Ukraine gebracht werden sollten.

In der russischen Enklave Kaliningrad hielt das russische Militär zugleich offenbar neue Übungen ab. Die Soldaten hätten Raketengeschosse in Stellung gebracht und Trainingseinheiten absolviert, meldete die Agentur Reuters unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Die von Russland verwendeten S-300-Raketen haben eine Reichweite von etwa 200 Kilometern.

Die Manöver des Kreml wurden als Antwort Russlands auf Truppenübungen von Nato-Alliierten in den baltischen Staaten Estland, Litauen und Lettland gewertet.

Die EU-Kommission gab unterdessen ein Finanzpaket von 250 Millionen Euro für die Ukraine frei. Mit der Budgethilfe könne Kiew unter anderem Reformen im Justiz- und Verwaltungsbereich finanzieren, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Im Rahmen des EU-Pakets von elf Milliarden Euro für die Ukraine stehen insgesamt 355 Millionen Euro für die Stärkung staatlicher Institutionen zur Verfügung. Die nächste Teilzahlung von 105 Millionen Euro soll in den nächsten Monaten fließen.

kes/dpa/Reuters



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insgesamt 85 Beiträge
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obertroll 13.06.2014
1. optional
Das ist doch keine Antiterroroperation sondern ein Bürgerkrieg.
lightmare 13.06.2014
2. Und die getöten Zivilisten?
Die werden bei SPON gern mal vergessen. Sind doch eh' alles Separatisten. Die darf man ruhig mit Flächenbeschuss ausradieren. Kiew hat nämlich keine Präzisionswaffen. Die müßten erst von den USA gekauft werden... http://de.ria.ru/security_and_military/20140611/268739549.html
the_informed 13.06.2014
3. wieso vorher kein wort?!
wow, wieso hört man erst jetzt was über die kämpfe in der ukraine? tausende menschen auf der flucht, ganze ortschaften zerbombt von armee und luftwaffe, tägliche gefechte seit wochen, dutzende tote zivilisten und doch ist es so als ob nichts wäre. poroschenko verspricht eine waffenruhe, doch nichts geschieht, auch das ist kein wort wert. aber wenn in china der berühmte sack reis umfällt steht das in der letzten kaffzeitung.
spon-facebook-10000012354 13.06.2014
4. Stop-Fake
Zitat von the_informedwow, wieso hört man erst jetzt was über die kämpfe in der ukraine? tausende menschen auf der flucht, ganze ortschaften zerbombt von armee und luftwaffe, tägliche gefechte seit wochen, dutzende tote zivilisten und doch ist es so als ob nichts wäre. poroschenko verspricht eine waffenruhe, doch nichts geschieht, auch das ist kein wort wert. aber wenn in china der berühmte sack reis umfällt steht das in der letzten kaffzeitung.
Das liegt u.a. daran, weil es ist für Journalisten inzwischen fast unmöglich ist, die Substanz der Nachrichten zu überprüfen, wie die Tagesschau dargestellt hat: http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-110.html
rubenstein055 13.06.2014
5. Die jetzige Regierung in Kiew gehört vor dem Gericht in Haag
Leider nicht in unsrem Fernsehen, aber immerhin, kann man die Beweise sehen, dass die Regierung Phosphorbomben, die eigentlich wie Splitterbomben VERBOTEN sind, gegen die eigenen ZIVILbevölkerung verwendet! Wenn das und die Tatsache, dass unsere Presse es nicht mal für "neutrale" Meldung würdig hält ist GROTESK! Soviel über Demokratie, Menschenrechte und "wir sind die Guten"!
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