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09. Mai 2014, 08:45 Uhr

Militärparade in Moskau

Putin feiert Sieg über Nazi-Deutschland

Russland begeht den wichtigsten Feiertag des Jahres - das 69. Jubiläum des Sieges über Nazi-Deutschland. Inmitten der Ukraine-Krise nutzte Präsident Putin die Militärparade als Demonstration der eigenen Stärke.

Moskau - Die russische Hauptstadt erlebte eine Militärparade der Superlative: 11.000 Soldaten, 151 Einheiten schwerer Militärtechnik und 69 Kampfflugzeuge und Hubschrauber nahmen an der Waffenschau teil.

Präsident Wladimir Putin nahm als Oberbefehlshaber der Armee den Aufmarsch auf dem Roten Platz in Moskau ab, mit dem Russland den Jahrestag des Sieges über das faschistische Deutschland feiert. Der Kreml-Chef nutzte inmitten der schweren Ukraine-Krise die Parade als Demonstration der eigenen militärischen Stärke.

Die Armee präsentierte unter anderem Panzer vom Typ T-90A sowie die Raketensysteme Iskander-M, Topol-M und S-400 Triumph. An der Luftparade nahmen unter anderem Kampfhubschrauber vom Typ Ka-51 Alligator, MiG-29-Kampfjets und der strategische Überschallbomber Tu-160 teil.

"Ich begrüße das Siegervolk - hurra", rief Putin zum Ende einer kurzen Ansprache. Die Soldaten antworteten mit einem dreifachen Hurra. Der Präsident trug am Revers das schwarz-orange Sankt-Georgs-Band, Tapferkeitsabzeichen der Zarenarmee und Symbol der Veteranen des Zweiten Weltkriegs.

Reist Putin auf die Krim?

Putin ging in seiner Rede nicht auf die aktuelle Krise in der Ukraine ein, er hielt vielmehr einen historischen Rückblick, sprach von "Russlands ruhmreicher Geschichte". Der Staatschef würdigte die Gefallenen und anwesenden Veteranen. "Wir werden dafür sorgen, dass die Helden nicht vergessen werden."

"Der 9. Mai war, ist und bleibt unser wichtigster Feiertag", sagte Putin. Seine Rede wurde live im Staatsfernsehen übertragen. "Dies ist ein Feiertag, an dem die über alles siegende patriotische Kraft triumphiert, an dem wir alle besonders stark fühlen, was es bedeutet, dem Mutterland treu zu sein, und wie wichtig es ist, für unsere Interessen einzustehen", sagte der Staatschef. Der Präsident versprach den Veteranen ein ewiges Andenken. "Wir sind stolz auf Sie."

Nachdem Soldaten auf dem Roten Platz aufmarschierten, fuhren Panzer vor - eines der Fahrzeuge trug die Fahne der Republik Krim.

Der Staatschef ist nach der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel in einem Umfragehoch, 70 Prozent unterstützen die Politik Putins. Es gibt Spekulationen, dass er nach der großen Parade in Moskau nach Sewastopol auf die Krim fliegt, um dort an dem feierlichen Aufmarsch zum Jahrestag teilzunehmen. Bisher hat der Kreml dies weder dementiert noch bestätigt.

syd/heb/dpa

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