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Krim-Annexion: Bundesregierung weist Putins Tempelberg-Vergleich zurück

Russlands Präsident Putin:  Kritik an umstrittener Krim-Rede  Zur Großansicht
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Russlands Präsident Putin: Kritik an umstrittener Krim-Rede

Wladimir Putin hat die Annexion der Krim damit begründet, dass die Halbinsel "heilige Bedeutung" für Russland habe - ähnlich wie der Tempelberg in Jerusalem für die Juden. Diesen Vergleich hat die Bundesregierung nun zurückgewiesen.

Berlin - Die Bundesregierung hat die jüngste Begründung des russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Einverleibung der Krim zurückgewiesen. Es sei eine "religiöse Überhöhung", wenn Putin die ukrainische Halbinsel mit dem Tempelberg in Jerusalem vergleiche, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das rechtfertigt in keiner Weise den Völkerrechtsbruch, den Russland mit der Annexion der Krim begangen hat", sagte er.

Die Krim werde seit Jahrhunderten von unterschiedlichen Völkern mit unterschiedlichen Religionen als Heimat betrachtet, sagte Seibert weiter. Im Übrigen richte sich die Politik der Bundesregierung nicht gegen Russland. Sie ziele aber darauf ab, einen Völkerrechtsbruch klar als solchen zu benennen und an einer diplomatischen Lösung mitzuwirken. Putins Äußerungen seien in "erkennbar innenpolitischer Motivation" erfolgt: "Es war eine Rede des russischen Präsidenten an die Russen."

"Strategisch wichtiges" Territorium

In seiner Rede zur Lage der Nation hatte Putin am Donnerstag mit Bezug auf die Ukraine-Krise von einer "schicksalsträchtigen" Ära gesprochen, in der sich sein Land befände. Dabei verteidigte er auch die russische Annexion der ukrainischen Krim: Die Halbinsel habe für das russische Volk eine besondere Bedeutung, "weil auf der Krim unsere Leute wohnen, und das Territorium selbst strategisch wichtig ist".

Auf der Krim liege zudem der geistige Ursprung der großen russischen Nation - daher sei die Schwarzmeer-Halbinsel für Russland, was der Tempelberg in Jerusalem für die Juden sei. Putin sprach von einer ewigen "heiligen Bedeutung der Krim" für sein Land, schon deshalb werde sich Moskau nicht der "Unterwerfungspolitik" des Westens beugen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow legte unterdessen nach und warf dem Westen vor, Russland immer wieder zu Unrecht für die Krise im Osten der Ukraine verantwortlich zu machen. Dies betreffe vor allem die Amerikaner, sagte Lawrow am Rande eines Treffens der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Basel.

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mxw/dpa/Reuters/AFP

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Bevölkerung: 143,972 Mio.

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

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