Konflikt in der Ukraine Putin und Poroschenko beraten über Waffenstillstand

Zuletzt gab es Beschimpfungen statt Diplomatie, jetzt reden Moskau und Kiew wieder miteinander: Präsident Putin verhandelt nach Angaben des Kreml mit seinem ukrainischen Amtskollegen Poroschenko über eine Waffenruhe.

Russlands Präsident Putin: Waffenruhe im Südosten der Ukraine?
AFP

Russlands Präsident Putin: Waffenruhe im Südosten der Ukraine?


Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko haben Beratungen über eine mögliche Waffenruhe im Osten der zerrütteten Ukraine aufgenommen. Die beiden hätten über einen "möglichen Waffenstillstand im Südosten der Ukraine" gesprochen, teilte der Kreml mit.

Der ukrainische Präsident habe Putin sein Bedauern über den Tod russischer Journalisten in Luhansk mitgeteilt, hieß es weiter. Poroschenko soll eine Untersuchung des Vorfalls zugesagt haben. Außerdem werde die Ukraine die notwendigen Maßnahmen einleiten, um die Sicherheit der Journalisten im Land zu gewährleisten.

Poroschenko hatte am Montag eine Feuerpause für die Ostukraine angekündigt - allerdings erst, sobald seine Truppen die Grenze unter ihre Kontrolle gebracht haben. Zudem waren die diplomatischen Fronten zuletzt verhärtet: Demonstranten demolierten am Samstag die Moskauer Botschaft in Kiew, woraufhin der ukrainische Außenminister Andrij Deschtschytsja Kreml-Chef Putin unflätig beschimpfte - und das alles kurz vor den Gasverhandlungen mit Russland, das der Ukraine den Hahn zugedreht hat.

Explosion an Gaspipeline in der Ukraine

Am Rande der Kämpfe in der Ukraine kam es am Montag zu einer Explosion an einer Leitung für den Export von russischem Gas in den Westen. Augenzeugen in der Region Poltawa sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow sagte, es gebe Hinweise auf einen terroristischen Akt. Er warf Russland vor, mit Manipulation an der Pipeline "die Ukraine diskreditieren" zu wollen.

Die Separatisten haben sich mittlerweile grundsätzlich zu Gesprächen bereit erklärt, verlangen aber, dass Vermittler Russlands oder internationaler Organisationen hinzugezogen würden. Direkte Verhandlungen mit Kiew seien nicht mehr möglich, "weil die Regierung jeden Tag ihre Bürger in Slowjansk und anderen Städten tötet", sagte der von Kiew nicht anerkannte Donezker "Vizeregierungschef" Andrej Purgin.

syd/mxw/Reuters/AFP/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 103 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rapeehl 18.06.2014
1. Es wird auch Zeit
dass man endlich miteinander redet. Viel zu Blut ist schon geflossen. Wie wollen eigentlich die Kiever Machthaber das Volk wieder einen? Angefangen vom Aussenminister, der statt mit Diplomatie mit Beschimpfungen agiert uber den Verteidigungsminister, der von einer Selektierung der Bevoelkerung im Osten spricht (nach dem Sieg, versteht sich) ist dort niemand kompromissfaehig. Die Gasfrage Russland anzulasten ist ebenso dumm wie frech, erst verbrauchen, dann nicht zahlen und dann noch Bedingungen stellen. Versuchen sie das mal in Deutschland... Trotzdem hoffe ich, dass irgendwann Vernunft einzieht und eine fiedliche Loesung gefunden wird.
Pegu 18.06.2014
2. Pipeline
Jetzt kann man es wieder Diskutieren wer es war: - Kiew, welche die Sprengung im März ankündigte um Russland zu schaden. oder - Russland, um Ukraine zu schaden und damit Ukraine kein Gas von dieser Pipeline für sich selbst abzweigen kann? oder - Ein technischer Unfall oder - Beim Versucht das Gas für Ukraine abzuzweigen (Explosion sei ja wegen Unterdruck entstanden) das ganze Ding kaputt gemacht? Man wird es vorerst nicht erfahren. Ich selbst tendiere mit der Meldung des Unterdrucks, dass man irgendwo abzweigen wollte.
thomas_gr 18.06.2014
3. optional
Es werden Journalisten ermordet und man erfährt es in einem Nebensatz. Es wurden auch schon russische Journalisten entführt und misshandelt. Akkreditierungen an russische Journalisten werden immer seltener ausgestellt. Ihr wisst schon, dass Pressefreiheit aus gutem Grunde für alle gilt? Jede Ausnahme höhlt die Pressefreiheit, auch eure, sonst aus.
hinterfozig 18.06.2014
4. Ja sowas
So wie hier darueber geschrieben wird heisst das, Friede, Freude, Eierkuchen, da wuerde ich jetzt aber behaupten denkste. Dieser Tanz um die Ukraine kommt jetzt erst in die heisse Fase, das ist laengst nicht vorbei, und wirklich nichts, aber auch gar nicht ist entschieden, das dicke Ende kommt erst noch, wenn ueberhaupt.
citropeel 18.06.2014
5. Putin?
Wieso redet Putin mit der Ukraine über einen Waffenstillstand? Ich dachte immer das "besorgte Bürger" aus der Ukraine, mittlerweile mit 3 Panzern und anderen schweren Waffen ausgestattet, da Krieg führen. Was hat denn jetzt Putin damit zu tun? Okay, die Frage war rhetorisch. Ich denke die Ukrainer können sich glücklich schätzen das noch keine grünen Männchen aufgetaucht sind.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.