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Ukraine-Krise: Putin unterstützt Bemühungen um Feuerpause

Der russische Präsident am Freitag im Kreml: Putin fordert zu Dialog auf Zur Großansicht
AP

Der russische Präsident am Freitag im Kreml: Putin fordert zu Dialog auf

Wladimir Putin hat die Waffenruhe im Ukraine-Konflikt begrüßt - ohne einen Dialog zwischen Kiew und Separatisten sei sie aber "unrealistisch und nicht lebensfähig". Zuvor hatte der Kreml-Chef die russischen Truppen in Gefechtsbereitschaft versetzt.

Moskau - Erst hatte er die Waffenruhe nur als "Ultimatum" bezeichnet, nun äußerte er sich ausführlicher: Der russische Präsident Wladimir Putin hat in Moskau eine erste öffentliche Reaktion auf den Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko formuliert.

Er unterstütze die ukrainischen Bemühungen um eine Feuerpause in der Ostukraine und habe alle Seiten zur Beendigung der Kämpfe und zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert. Poroschenkos Plan sei nur umsetzbar, wenn es "praktische Schritte" hin zum Start von Verhandlungen gebe, so Putin. Sonst sei der Plan "unrealistisch und nicht lebensfähig".

Die ukrainische Regierung hatte am Freitag die einwöchige Waffenruhe im Kampf gegen die prorussischen Separatisten ausgerufen. Die einseitige Feuerpause gelte bis zum 27. Juni, hatte das Innenministerium Poroschenko zitiert. Bis dahin würden die Regierungstruppen nur dann zu den Waffen greifen, wenn sie von Separatisten angegriffen würden. Zuvor hatte die Regierung erklärt, sie habe die Grenzregion zu Russland wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Dies hatte Poroschenko zur Bedingung für eine einseitige Waffenpause genannt, die den Beginn der Umsetzung eines Friedensplans markieren soll.

Aus dem eigenen Militär kam Kritik: Die einseitige Feuerpause für die ukrainischen Truppen sei ein "strategischer Fehler", sagte der Kommandeur des Bataillons "Asow", Andrej Bilezki, dem Internetkanal Gromadske.TB. Für einen solchen Schritt hätten aus Sicht des Kommandeurs erst die Grenzen zu Russland geschlossen werden müssen, damit ein weiteres Einsickern von "Terroristen" aus Russland verhindert werden könne.

Putin versetzte Truppen in Gefechtsbereitschaft

Kurz vor seiner Reaktion auf den Friedensplan hatte Putin eine "umfassende Überprüfung der Gefechtsbereitschaft" aller Truppen in Zentralrussland angeordnet, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu russischen Medien zufolge. Damit demonstrierte Russland im Ukraine-Konflikt einmal mehr seine militärische Stärke. Die Truppen im zentralrussischen Militärbezirk seien in volle Gefechtsbereitschaft versetzt worden. Der Test soll demnach eine Woche lang dauern, bis zum 28. Juni. An den Übungen sind laut Generalstabschef Waleri Gerasimow mehr als 65.000 Soldaten, 180 Flugzeuge und 60 Helikopter beteiligt. Der Westen hatte bereits weitere Sanktionen für Russland angekündigt.

Auch in der Ostukraine gab es wenige Stunden nach Verkündigung der Waffenruhe schon wieder Aufruhr: Nach Darstellung der Aufständischen dauern die blutigen Kämpfe in der Ostukraine an. "In Slawjansk gehen die Kampfhandlungen weiter", sagte der selbst ernannte Premierminister der von Kiew nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk", Alexander Borodaj, der Agentur Interfax zufolge. Poroschenko habe "einmal mehr sein Versprechen einer Feuerpause nicht gehalten".

Wer die prorussischen Kräfte angegriffen haben soll, sagte Borodaj nicht. Medien zufolge kämpfen in der Region auch regierungsnahe Ultranationalisten des Rechten Sektors. Poroschenko hatte in seinem Erlass über die einwöchige Feuerpause Waffengewalt seitens der Regierungstruppen nur zu Verteidigungszwecken zugelassen.

mia/dpa/Reuters/afp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 105 Beiträge
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1. Wenn in Tschechien oder Polen Krieg wäre
NAL 21.06.2014
würde die Bundeswehr sicher zum Kaffeekränzchen einladen und die Grenzen unbewacht lassen.
2. Grenze offen oder zu?
gievlos 22.06.2014
Poroschenko und sein Militär scheinen sich da nicht ganz einig zu sein. Aber vermutlich eh unrealistisch, dass diese lange Grenze wirklich ohne Russlands Hilfe ganz dicht gemacht werden kann. Kämpfer werden immer einsickern können. Derzeit liefert Russland offenbar zusätzlich noch Material und schweres Gerät
3. optional
h.heiliger-griesheim 22.06.2014
Mir fehlt der Glaube daran das es Putin diesesmal wirklich ernst meint und für Frieden in der Ukraine ist.
4. es fehlt
mchunter 22.06.2014
die Reaktion von Steinmeier & Co.. Abhaengig von den Details, die leider nicht berichtet werden, koennte dieses ein guter Weg sein. Wie das mit dem Bruch der Feuerpause genau ist - auch das bleibt unklar, leider!
5. Communication Is Everything
Sahra 22.06.2014
Daß man die EU und die G7 gleich nutzt um sich als Totalherscher aufzuspielen ist nicht das was die Welt braucht. Zeit sich noch mehr Freunde zu suchen und respektvoll mit den Bedürfnissen anderer Menschen und Völker umzugehen. Spielt doch lieber Moralapostel und sagt z.B. dem Türken, der solle die Luft nicht so verpesten. Mit gutem Beispiel voran. Der Türkei und Dubai kann man doch sagen die sollen mithelfen die zerstörten islamischen Länder zu versorgen (Geld, Asyl). Deutschland hat schon so viel getan und stand doch seit 45 immer gut da. Wir alle wollen dass das so bleibt. Es wäre doch dumm, wenn man sich all die guten Taten nicht zu nutze macht. Zudem geht es doch hier gerade wirklich um Weltfrieden, Weltwirtschaft und Armutsbekämpfung. Zum ökologischen kommt man ja garnicht. Wie geht es denn den Regenwäldern? Ironie: Ach egal, hauptsache Geld und Macht. Das haben wir und wozu wird s jetzt genutzt?*
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