Ukraine-Krise Separatistenführer lehnt Gespräche mit Kiew ab

Der ostukrainische Separatistenführer Alexander Sachartschenko will nicht mit Kiew über einen Waffenstillstand verhandeln. Im Gegenteil: Er kündigt eine neue Großoffensive an.

Separatistenführer Sachartschenko: Vormarsch bis an die Grenze der Region Donezk
AP

Separatistenführer Sachartschenko: Vormarsch bis an die Grenze der Region Donezk


Moskau - Im Ukraine-Konflikt scheint eine friedliche Lösung weit entfernt: Der ostukrainische Separatistenführer Alexander Sachartschenko bemüht sich nach eigenen Worten nicht mehr um Waffenstillstandsgespräche mit der Regierung in Kiew.

Stattdessen würden seine Kämpfer bis an die Grenze der Region Donezk vorrücken, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Sachartschenko. Es solle die gesamte Krisenregion erobert werden - "notfalls" auch über die Gebietsgrenze von Donezk hinaus, sagte Sachartschenko. "Falls ich eine Gefährdung für die Donezker Erde von irgendeiner Siedlung sehe, werde ich diese Gefahr auch dort beseitigen", drohte er. Bewaffnete Kräfte der "Volksrepubliken" würden derzeit auf mehrere Orte vorstoßen.

Bundesaußenminister Steinmeier sagte auf einer Pressekonferenz in Tunesien zu den Äußerungen der Separatisten, was er darüber in den Agenturen gelesen habe, sei "nichts als Kriegstreiberei".

Die Kämpfe haben sich in diesem Monat deutlich verschärft. Derzeit kontrollieren die prorussischen Separatisten mehr Gebiete, als im September bei den Verhandlungen über eine Feuerpause vereinbart worden war.

Präsident Petro Poroschenko warf Russland zuletzt vor, die Separatisten auf dem Territorium seines Landes mit 9000 Soldaten zu unterstützen. Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk kündigte die Aufstockung der Armee um 68.000 Soldaten auf eine Gesamtstärke von 250.000 an.

Nach Schätzungen der Uno sind seit Beginn des Konflikts in der Ostukraine im vergangenen Jahr mehr als 5000 Menschen getötet worden. Es sei zu befürchten, dass die Zahl noch deutlich höher liege, sagte ein Sprecher des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville. Allein in den vergangenen neun Tagen seien 262 Menschen bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Separatisten ums Leben gekommen. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk beklagte, neue ukrainische Sicherheitsvorschriften behinderten die Lieferungen von Hilfsgütern in das Krisengebiet und erschwerten das Leben der durch die Kämpfe vertriebenen Menschen.

mka/Reuters/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 127 Beiträge
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malklartext 23.01.2015
1. koste es was es wolle
Putin will dem Westen zeigen was er kann. Und er wird nicht damit aufhören . Freundlichkeit interpretiert er als Schwäche. wer das weiß ist schon gut beraten. Dumm nur wenn man nicht im Westen entsprechend handelt. Da Putin gegenüber den Zivilisten keine Rücksicht kennt, sollte mann evtl. mal überlegen ob eine Reiseeinschränkung in den bösen Westen für Russen im allgemeinen verhängt wird. das wird schon ein wenig Druck ausüben.
spon-facebook-10000521566 23.01.2015
2. Kriegstreiber!
Damit ist die Frage nach dem Kriegstreiber eindeutig beantwortet. Die von Moskau unterstützen Banditen wollen Lebensraum erobern. Opfer unter Zivilbevölkerung werden billigend in Kauf genommen. Jetzt muss zwingend die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland eintreten.
thecrow123 23.01.2015
3. Bitter!
Wenn Putin die urlaubenden Russen zurück nach Russland schicken würde, wäre der Krieg ganz schnell vorbei. Strelkow war doch auch sofort wieder in Moskau, nachdem Putin böse mit dem kleinen Finger gewunken hat. Leider ist Putin aber offenbar der letzte von dem man ein Einlenken erwarten kann...
sunhaq 23.01.2015
4.
Moskaus Unterstützung für die Fanatiker, die von der Einverleibung der Ukraine in das neue glorreiche großrussische Reich träumen, wird also auch weiterhin unzählige Menschenleben fordern.
simplythebeast 23.01.2015
5. Russland muss einlenken!
Ohne die Russen wäre dieser unnütze, blutige Aufstand wohl schon längst beendet worden und keiner kann mir erzählen, dass dies in irgendeiner Weise schlecht für die Bewohner der Ostukraine wäre. Solange Putin die Separatisten unterstützt, müssen die Sanktionen aufrechterhalten werden!
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