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Ukraine-Krise: USA zeigen Luftbilder russischer Truppen an der Grenze

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REUTERS/ Digital Globe via U.S. mission to NATO

Luftbilder von russischen Einheiten an ukrainischer Grenze

Die Lage in der Ukraine bleibt kritisch: Soldaten der Regierung sterben in einem Hinterhalt, die USA veröffentlichen Luftbilder von russischen Truppen an der Grenze - während sich deutsche Politiker um eine Vermittlung bemühen. Die jüngste Entwicklung im Überblick.

Brüssel/Kiew/Moskau - Eine Entspannung im Konflikt in der Ukraine ist nicht in Sicht: Die US-Regierung hat erneut Luftbilder veröffentlicht, auf denen russische Truppen an der Grenze zur Ukraine zu sehen sein sollen. Auf den Bildern, die unter anderem über den Twitter-Account der US-Gesandtschaft bei der Nato in Brüssel verbreitet wurden, sollen unter anderem Hubschrauber und Armeefahrzeuge nahe der ukrainisch-russischen Grenze zu sehen sein.

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Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch erklärt, die Truppen abgezogen zu haben - was weder die USA noch die Nato bestätigt hatten. Früher am Dienstag hatte es in der Ostukraine erneut Tote gegeben, während sich mehrere deutsche Politiker über die diplomatischen Kanäle um eine Vermittlung bemühten.

Die Ereignisse im Überblick:

  • Angela Merkel hat erneut für eine diplomatische Lösung der Ukraine-Krise geworben: "Militärisch ist die Krise nicht zu lösen", sagte die Kanzlerin der "Westfalenpost". "Alle Vertreter der Regionen und der ukrainischen Gesellschaft, die sich zum Gewaltverzicht bekennen, sollten an diesem nationalen Dialog beteiligt sein." Gleichzeitig drohte Merkel mit noch härteren Sanktionen, "wenn sich Russland nicht für die nötige Stabilisierung der Situation" einsetze. Dafür müsse dann auch die Wirtschaft Verständnis haben.

  • Auch der Außenminister hat sich um eine Vermittlung bemüht. In Kiew trafen sich Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, um über die kritische Lage in der Ukraine zu beraten. Das Gespräch war Teil einer Reise Steinmeiers, der am selben Tag auch Präsident Alexander Turtschynow und den Gouverneur von Odessa, Igor Palitsa, traf. Ziel war es, die für den 25. Mai geplante Präsidentenwahl trotz aller Schwierigkeiten zu ermöglichen. Der Westen fordert Runde Tische unter der Führung von OSZE und Ukraine, um gemeinsam mit der Regierung, Oppositionsvertretern und den Regionen eine Lösung zu finden.

  • Für Irritationen gesorgt hat hingegen der Besuch von Gregor Gysi in Moskau. Der Linken-Fraktionschef traf sich mit Parlamentspräsident Sergej Naryschkin - der Russe gilt als enger Vertrauter Putins, steht auf der Sanktionsliste von Amerikanern und Europäern - und darf selbst nicht in die EU einreisen. Gysis Reise kritisierte unter anderem Rolf Mützenich, außenpolitischer Sprecher der SPD: "Es wäre fatal, wenn Herr Gysi in Moskau den Eindruck vermitteln würde, dass die Haltung der Linken repräsentativ für die Auffassung des Deutschen Bundestags wäre."

  • Aus Moskau kommen indes keine versöhnlichen Signale: Die russische Regierung hat der Europäischen Union am Dienstag vorgeworfen, mit den am Montag bekannt gegebenen Sanktionen den Streit um die Ukraine zu vertiefen. Die neuen Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen Politiker und Aufständische verhinderten eine Lösung im Ukraine-Konflikt, schrieb das russische Außenministerium laut der Nachrichtenagentur Reuters. Der Kreml erwarte hingegen vom Westen, Kiew zu weiteren Diskussionen über die Zukunft des Landes zu motivieren. Noch vor der Präsidentschaftswahl sollten demnach die Strukturen der Ukraine geklärt sein.

  • Den politischen Druck hat auch der russische Energiekonzern Gazprom erneut erhöht: Für Gaslieferungen im Juni hat das Unternehmen der Ukraine vorab 1,66 Milliarden Dollar in Rechnung gestellt. Der ukrainische Versorger Naftogas sei aufgefordert worden, den Betrag bis zum 2. Juni zu überweisen, sagte ein Gazprom-Sprecher laut russischen Nachrichtenagenturen. Gazprom zufolge betragen die Verbindlichkeiten inzwischen mehr als 3,5 Milliarden Dollar.

  • Im Osten der Ukraine hält die Gewalt weiter an. Prorussische Separatisten haben laut der Regierung in Kiew am Dienstag ukrainische Soldaten bei Kramatorsk in einen Hinterhalt gelockt und sechs von ihnen erschossen - weitere acht Ukrainer wurden demnach verletzt. Die Separatisten sollen auch Granatwerfer gegen die Truppe mit gepanzerten Fahrzeugen eingesetzt haben. Zwei Soldaten seien bei dem Angriff auf das Fahrzeug ums Leben gekommen, vier starben den Behördenangaben nach im Schusswechsel mit den moskautreuen Kämpfern. Ein Separatist sei ebenfalls getötet worden, wie prorussische Aktivisten mitteilten. In dem Gebiet gehen Regierungseinheiten mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen Separatisten vor.

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mxw/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 151 Beiträge
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1. Ja und ?
aaal 14.05.2014
Dann gehen Sie doch mal zu Obama und sagen ihm, er soll den Zaun gegen Mexico abbauen, der auf US Territorium steht ... Oder gehen Sie zu Netanjahu - er soll dis Wand nach Palestina endlich einreissen (die vielleicht gar nicht auf Israelischem Gebiet steht ? ) Was soll denn dieser Schwachsinn - Russland war da auch schon vor den Umstaenden in der Ukraine - nur die NATO kommt immer naeher - also bitte !
2. Wer erinnert sich nicht
einwerfer 14.05.2014
an die wunderbar klaren Bilder, die General a.D. Powell von Massenvernichtungswaffen im Irak zeigte. Ich bin wieder einmal beeindruckt davon, dass die USA offensichtlich den Rest der Welt für genauso blöd halten, wie die eigene Bevölkerung (die im wahrsten Sinne des Wortes blöd gehalten wird).
3. Die NATO hält ebenfalls Manöver
C. Silber 14.05.2014
an der Grenze zur Ukraine ab. Na und?
4. Kein Wort
derfreitag 14.05.2014
Zitat von sysopDPADie Lage in der Ukraine bleibt kritisch: Soldaten der Regierung sterben in einem Hinterhalt, die USA veröffentlichen Luftbilder von russische Truppen an der Grenze - während sich deutsche Politiker bemühen um eine Vermittlung bemühen. Die jüngste Entwicklung im Überblick. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-us-regierung-veroeffentlicht-angebliche-beweisbilder-a-969258.html
darüber das Steinmeier seinen Besuch in Odessa abgesagt hat. Darüber berichtet sogar die Bild. Man lacht, wenn der Steinmeier noch immer glaubt, dass einer aus der ukrainischen Putschisten"Regierung" irgend was auf seine Vorschläge gibt. Diese Leute werden transatlantisch dirigiert und wahrscheinlich auch bezahlt.
5. Die Beweise sind verstörend
anthropopithecus 14.05.2014
Es ist ein Skandal, dass Russland militärische Einheiten an der Grenze zur Ukraine stationiert hat. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Sanktionen!
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

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Hauptstadt: Kiew

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Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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