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Brief-Diplomatie: Putin schrieb Altkanzler Kohl wegen der Ukraine-Krise

Altkanzler Kohl (im Oktober 2014): Briefe aus dem Kreml Zur Großansicht
AFP

Altkanzler Kohl (im Oktober 2014): Briefe aus dem Kreml

Post für den Altkanzler: Nach SPIEGEL-Informationen hat Helmut Kohl in jüngster Zeit mehrere Briefe von Wladimir Putin erhalten. Offenbar hoffte der Präsident, Kohl könne sich in der Ukraine-Krise für Russland einsetzen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich nach SPIEGEL-Informationen in den vergangenen Monaten mehrmals schriftlich an Altkanzler Helmut Kohl (CDU) gewandt. Mit seinen Schreiben wollte Putin offenbar erreichen, dass Kohl in der Ukraine-Krise ein freundliches Wort für Russland einlegt. Das Büro Helmut Kohls wollte den Vorgang weder bestätigen noch dementieren. Man nehme dazu "nicht Stellung", hieß es. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Kohls Wort hat gerade in außenpolitischen Fragen in der Union noch immer Gewicht. Jede öffentliche Äußerung Kohls wäre für Putin ein Gewinn, da Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen harten Kurs gegen Russland fährt.

Zuletzt hatte der Westen Russland auf dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau mit zusätzlichen Sanktionen gedroht, sollte es zu einer weiteren Eskalation in der Ukraine kommen. Merkel schloss dabei auch eine baldige Rückkehr Putins in den Kreis der führenden Wirtschaftsnationen aus.

Der 85-jährige Altkanzler hatte in der Vergangenheit immer wieder gemahnt, den Gesprächsfaden zu Russland nicht abreißen zu lassen. "Für eine stabile europäische Sicherheitsordnung ist die Einbeziehung Russlands existenziell", schrieb Kohl in seinem Buch "Aus Sorge um Europa", das im vergangenen November erschien.

Kohl vertritt darin auch die Meinung, dass der Westen eine Mitschuld an der Ukraine-Krise hat. "Zum Verhalten Russlands und der Situation in der Ukraine kann der Westen natürlich nicht schweigen, aber auch der Westen hätte sich klüger verhalten können", heißt es. "Hier sind auf beiden Seiten Fehler gemacht und Befindlichkeiten offenkundig nicht ausreichend beachtet worden."

Nach einer Hüftoperation und einem weiteren, notwendigen Eingriff liegt Kohl seit einigen Wochen im Universitätsklinikum Heidelberg. Zuletzt gab es Berichte, sein Gesundheitszustand sei ernst, das Büro des Altkanzlers betonte dagegen, es gehe ihm "den Umständen entsprechend gut". Kohl werde im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt in die Reha gehen.

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