Konfliktverschärfung Ukraine lässt Russen zwischen 16 und 60 nicht mehr einreisen

Der Konflikt auf der Krim hat Folgen: Die Ukraine verweigert russischen Männern zwischen 16 und 60 Jahren die Einreise. Präsident Poroschenko sagt, er wolle "private Armeen" verhindern.

Grenzübergang Goptovka
REUTERS

Grenzübergang Goptovka


Russische Männer zwischen 16 und 60 Jahren dürfen nicht mehr in die Ukraine einreisen. Das hat Pjotr Zigikal, der Chef des ukrainischen Grenzdiensts, bekannt gegeben.

Die Beschränkungen gelten laut Zigikal "in erster Linie für russische Staatsbürger". Es werde keinen Zutritt für männliche, russische Staatsbürger zwischen 16 und 60 geben, sagte er. Ausnahmen gelten nur für humanitäre Gründe wie die Teilnahme an Beerdigungen.

Präsident Petro Poroschenko hatte schon am Vortag Maßnahmen gegen Russland angekündigt. Nun schrieb er auf Twitter, dass die verweigerte Einreise darauf abziele, Russen daran zu hindern, "private Armeen" zu bilden, die auf ukrainischem Boden kämpfen.

Anfang der Woche hatte die Ukraine Kriegsrecht ausgerufen - aus Angst vor einer russischen Invasion. Am Sonntag war es in der Meerenge von Kertsch vor der Krim zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen.

Russland plant offenbar keine Einreisestopps

Dabei verweigerte die russische Küstenwache Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt. Die drei ukrainischen Schiffe wurden festgesetzt, 24 Matrosen wurden festgenommen. Es fielen dabei auch Schüsse von russischer Seite, es gab mehrere Verletzte.

Anders als die Ukraine plant Russland offenbar keine Einreisestopps. Das sagte ein russischer Abgeordneter laut der russischen Nachrichteagentur Ria.

Der Konflikt wird auch beim G20-Gipfel in Buenos Aires, der am Freitag startet, Thema sein. Erst am Donnerstagabend sagte US-Präsident Donald Trump ein geplantes Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin ab. Er begründete diesen Schritt damit, dass die ukrainischen Matrosen noch nicht frei gelassen worden seien.

Angela Merkel, die sich nach ihrer Flugzeugpanne mittlerweile auf dem Weg in die argentinische Hauptstadt befindet, soll aus Trumps Sicht als Vermittlerin zwischen Moskau und Kiew agieren. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hofft dabei auf die Hilfe der Bundeskanzlerin. Merkel selbst mahnte beide Parteien mittlerweile an, Ruhe zu bewahren. Sie sagte, es gebe "keine militärische Lösung" für den Konflikt.

aev/Reuters/dpa

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