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Ukraine-Krise: Lawrow gibt den USA die Schuld

Russlands Außenminister Lawrow: Es gibt Grund für Optimismus Zur Großansicht
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Russlands Außenminister Lawrow: Es gibt Grund für Optimismus

Der russische Außenminister Lawrow hat seine Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem Rundumschlag gegen die USA genutzt. "Seit 25 Jahren" sei das Land der Störfaktor im Verhältnis Europas zu Russland.

München - Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow den USA und der Europäischen Union (EU) vorgeworfen, den Konflikt in der Ostukraine durch ihr Vorgehen anzuheizen.

Zu jedem Zeitpunkt der Auseinandersetzung hätten die USA und die EU Schritte unternommen, um die Krise weiter zu eskalieren, sagte er am Samstag in München. So hätten sie etwa direkt den Putsch in der Ukraine gegen den damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch unterstützt.

Insbesondere die USA sind Lawrow zufolge schuld an den Spannungen zwischen dem Westen und Russland. Dafür seien nicht allein die Ereignisse in der Ukraine im vergangenen Jahr verantwortlich, sondern Entwicklungen während der vergangenen 25 Jahre. Er kritisierte insbesondere die "amerikanische Obsession" der Raketenabwehr in Europa und hielt den USA vor, damit globale Dominanz erreichen zu wollen - und mit der Einrichtung der Raketenabwehr internationale Vereinbarungen zu verletzen. Die USA wollten die internationalen Beziehungen in Europa dominieren.

Die Ukraine-Krisengespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und Kreml-Chef Wladimir Putin wertete Lawrow allerdings positiv. "Wir denken, sie stellen eine gute Grundlage dar für einen gewissen Grad an Optimismus, um hier den Konflikt zu lösen", sagte er. "Diese Gespräche werden weitergeführt werden."

Merkel bei Sicherheitskonferenz: Erfolg der Friedensverhandlungen ungewiss Zur Großansicht
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Merkel bei Sicherheitskonferenz: Erfolg der Friedensverhandlungen ungewiss

Merkel und Hollande hatten sich bei einem Treffen mit Putin am Freitag in Moskau um eine Entschärfung der Ukraine-Krise bemüht. Auf der Grundlage eines Vorschlags von Merkel und Hollande soll nun an einem gemeinsamen Dokument zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen gearbeitet werden. Am Sonntag sollen die Spitzengespräche in einer Telefonkonferenz unter Einbeziehung des ukrainischen Staatschefs Poroschenko fortgesetzt werden.

Merkel hatte in einer Rede auf der Sicherheitskonferenz zuvor nochmals deutlich gemacht, dass sie keine Konfrontation mit Russland will. Kurz vor Lawrow sagte die Kanzlerin: "Wir wollen Sicherheit in Europa gemeinsam mit Russland gestalten, nicht gegen Russland." Niemand habe ein Interesse an einer neuen Spaltung Europas. Sie dämpfte aber die Erwartungen an rasche Fortschritte der deutsch-französischen Friedensinitiative für die Ostukraine.

General Philip Breedlove: "Militärische Option nicht ausschließen" Zur Großansicht
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General Philip Breedlove: "Militärische Option nicht ausschließen"

Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, General Philip Breedlove, hatte sich am Samstagmorgen noch dafür ausgesprochen, die Ukraine im Kampf gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes mit Waffen und militärischer Ausrüstung zu unterstützen. "Ich glaube, wir sollten die Möglichkeit einer militärischen Option nicht von vornherein ausschließen", sagte Breedlove am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.

nck/Reuters/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 321 Beiträge
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1. Was soll man dazu sagen
Shoxus 07.02.2015
ganz falsch ist es ja nicht. Und belegbar ja auch.
2.
udoweber 07.02.2015
Lawrow hat so recht! 25 Jahre ging es hier friedlich zu,aber das passte dem Ami nicht..Frieden und Freundschaft mit Russland,das kann man nicht dulden...mit dem Psychopathen Janzenjuk haben sie ihren Kriegspaten gefunden,aber den werden die Menschen hinwegfegen !
3. Störfaktor?
syracusa 07.02.2015
Nun, wenn Russland sich demokratisiert hätte, wenn dort Meinungsfreiheit herrschtem, wenn Menschen- und Bürgerrechte garantiert wären, wenn es dort Presse- und Informationsfreiheit gäbe, und v.a. wenn Russland seine Interessen nicht militärisch durchsetzen wollte, ja dann wäre Russland ein höchst attraktiver Staat, dessen Attraktivität die globale Gewichtung der Kräfteverhältnisse in Richtung Europa verschieden könnte. Eines Europa, dass Russland einschließt, natürlich. Dummerweise ist das aber nicht der Fall. Russland hat ein höchst unattraktives Gesellschaftsmodell und versetzt seine Nachbarn in Angst und Schrecken. Da ist es doch ganz normal, dass Russlands Nachbarn dort Schutz suchen, wo Schutz geboten wird: und das ist ein Bündnis mit den USA. Dass das jetzige Russland diessen Schutz durch die USA als Störfaktor versteht,beweist nur, dass dieser Schutz funktioniert.
4. Herr Lavrov hat es vielleicht nicht mitbekommen
Verändert 07.02.2015
und sicher werden einige Foristen Sturm laufen. Aber die Europäer wollen kein inniges Verhältnis mit Russland. Bei aller Kritik an den USA: Ein demokratischer Staat ist uns allemal näher, als das imperialistische Russland. Und deswegen sind die ehemaligen Satellitenstaaten auch in Scharen vor Russland weg- und dem Westen in die Arme gelaufen. Da mussten die USA gar nichts für tun.
5. Stimmt doch
karlsiegfried 07.02.2015
Als auf Kuba russsiche Raketen stationiert wurden, war das Geschrei riesengross. Nun sollen amerikanische Raketen an der Grenze Russlands stehen undd as soll völlig normal sein. Ausserdem hat die Amis der Grössenwahn gepackt. Siehe NSA, Staatsverschuldung und so weiter. USA-Reise? Nie mehr wieder. Mir reicht es.
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