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Kämpfe in der Ostukraine: Kiew macht Russland für Kampfjet-Abschuss verantwortlich

Für die Regierung in Kiew ist die Sache klar: Die Raketen auf zwei ukrainische Kampfjets seien von russischem Territorium aus abgefeuert worden.

Kiew - Die ukrainische Regierung macht Russland für den Abschuss zweier Kampfjets im Osten des Landes verantwortlich. "Die Maschinen wurden von mächtigen Luftabwehrraketensystemen beschossen - vorläufigen Informationen nach von Raketen vom Territorium der Russischen Föderation aus", sagte Andrij Lysenko, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine in Kiew.

Die beiden Suchoi-Maschinen waren am frühen Nachmittag nahe dem Ort Sawur Mohyla im Osten des Landes zerschellt, etwa 25 Kilometer vom Unglücksgebiet der Malaysia-Airlines-Maschine entfernt. Die Kampfflieger vom Typ Su-25 seien in einer Höhe von 5200 Metern unterwegs gewesen, teilte Lysenko weiter mit - das sei zu hoch für schultergestützte Raketenwerfer der Separatisten. Die Piloten der Kampfjets konnten sich nach Angaben von Militärsprecher Wladislaw Selesnow mit dem Schleudersitz retten.

Separatisten feuern auf Journalisten

Ein Reporterteam der Nachrichtenagentur AFP, das sich zum Absturzort der beiden Flugzeuge begeben wollte, wurde von den Aufständischen mit Warnschüssen davon abgehalten. Die Reporter befanden sich rund zehn Kilometer von der Ortschaft Dmitriwka entfernt. Sie wurden von den bewaffneten Rebellen aufgehalten und zu einer Kommandozentrale der Aufständischen gebracht. Nach einer Kontrolle der Papiere ließen die Aufständischen das Reporterteam wieder frei. In der Gegend waren zahlreiche Schüsse zu hören. Die Straße wies Einschlusslöcher von Granaten auf.

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Ostukraine: Neue Provokation der Separatisten
Die ukrainischen Streitkräfte liefern sich seit Monaten heftige Kämpfe mit den Milizen. Erst am Dienstag hatte die ukrainische Regierung eine Teilmobilmachung der Bevölkerung beschlossen, durch die die Soldaten in der Ostukraine abgelöst werden sollen.

Vergangenen Donnerstag war ein malaysisches Passagierflugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur in der Region vermutlich von einer Rakete getroffen worden. Alle 298 Insassen wurden getötet. Die Ukraine und die USA machen die Rebellen dafür verantwortlich. Diese bestreiten die Verantwortung.

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1. Jeden Tag eine neue Verschwörungstheorie?
ex-optimist 23.07.2014
Eben noch sollen die Freiheitskämpfer in der Lage sein, Verkehrsmaschinen aus 10000m Höhe ab zu schießen. Ein par Tage später haben sie angeblich nur tragbare Lenkwaffen, die nicht mal in 5000m Höhe reichen.
2.
Hans58 23.07.2014
Zitat von ex-optimistEben noch sollen die Freiheitskämpfer in der Lage sein, Verkehrsmaschinen aus 10000m Höhe ab zu schießen. Ein par Tage später haben sie angeblich nur tragbare Lenkwaffen, die nicht mal in 5000m Höhe reichen.
Und vor wenigen Stunden wurde eingeräumt, doch eine BUK zu haben.
3. Kiew vertritt die Meinung,
willibaldus 24.07.2014
Zitat von ex-optimistEben noch sollen die Freiheitskämpfer in der Lage sein, Verkehrsmaschinen aus 10000m Höhe ab zu schießen. Ein par Tage später haben sie angeblich nur tragbare Lenkwaffen, die nicht mal in 5000m Höhe reichen.
dass die Separatisten keine BUK Systeme haben. Das heisst, sowohl die abgeschossenen ukrainischen Flugzeuge als auch die Passagiermaschine gehen direkt auf das Konto Russlands. Falls, wie die Amerikaner sagen, die Rakete, mit der die Passagiermaschine abgeschossen wurde von der Ostukraine ausging, wären russische Einheiten auf ukrainischem Territorium aktiv. Mithin wäre es ein Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wie schon auf der Krim, wo russiche Soldaten auf Ukrainischem Territorium aktiv waren, erst geleugnet, dann vom russischen Präsidenten selbst eingestanden, würde der Krieg Russlands gegen Ukraine weitergehen. Wie gesagt, dass wäre der ukrainische Standpunkt. Ich kann der Argumentation einiges abgewinnen, bin aber der Meinung, dass zwar die Aktion auf der Krim ein Krieg Russlands gegen Ukraine war und nur wegen ukrainischer Zurückhaltung nicht sehr blutig, dass aber im Osten der Ukraine die Situation anders liegt. Russland stocherte ein bischen im Schlamm und versucht die Bevölkerung aufzuhetzen und lässt auch die Grenze offen für Kämpfer. angesichts der Ergebnisse dieses russischen Instituts, dass die "Abstimmung" auf der Krim total verrissen hat und der mangelnden einheimischen Unterstützung für die Separatisten in der Ostukraine hat die russische Führung wohl ihre Einschätzung der Lage revidiert und zieht sich auf vermeintlich sichere Stellung zurück. Hat was von einem Schachspiel, irgendwie.
4.
bauklotzstauner 24.07.2014
Viel interessanter als Spekulationen der Regierungsamateure in Kiew finde ich das Schweigen der Amis. Als Rußland an der ukrainischen Grenze Truppen zusammenzog, konnten wir uns in den Zeitungen massenhaft Bilder davon anschauen. Da waren selbst für einen Amateur Typen auszumachen. Und man darf getrost davon ausgehen, daß die wahren Möglichkeiten der Spionagetechnik weit über das hinausgehen, was öffentlich gemacht wird. Am Anfang waren die USA sehr schnell mit dem Fazit, daß eine ukrainische BUK in Separatistenhand, bedient von Russen bzw. mit Hilfe der Russen die MH17 abgeschossen hätte. Seitdem ist nichts mehr zu hören gewesen. Die Bilder davon müßten doch langsam mal "entwickelt" sein? Die Russen ihrerseits haben Satellitenbilder veröffentlicht, auf denen BUK der ukrainischen Armee zu sehen sind - um das oft gehörte "Argument", die Ukraine hätte gar keine BUK vor Ort, womit sie als Täter ausfallen, zu entkräften. http://stat.multimedia.mil.ru/multimedia/photo/gallery.htm?id=17402@cmsPhotoGallery Zudem will man auf dem Video, das angeblich die Separatisten-BUK mit der fehlenden Rakete auf der Flucht nach Rußland zeigt, eine Werbetafel identifiziert haben, die auf ein Autohaus im ukrainsch kontrollierten Gebiet verweist. Die russsiche Luftraumüberwachung erkennt eine SU-25 in der fraglichen Zeit im fraglichen Gebiet, deren Pilot ein wichtiger Zeuge sein könnte - die Ukrainer sagen, dort wäre NICHTS gewesen! Hat jemand ein Interesse, einen Zeugen verschwinden zu lassen? Und die USA haben inzwischen zumindest zugegeben, absolut keine Belege für eine wie auch immer geartete Beteiligung Rußlands gefunden zu haben. Die Bilder von der Abschußrampe scheint es sogar zu geben! Aber sie passen wohl nicht zur bisherigen "Darstellung" des Westens und der Ukraine. Aber selbst wenn man darauf keine Russen erkennen kann - sollte doch klar sein, *wo* die BUK stand, und man könnte das Beweisfoto zeigen? Stand die BUK etwa *nicht* im Separatistengebiet? Und wenn dem so war - werden wir es je erfahren? Oder müssen wir uns weiter mit einseitiger Propaganda zufrieden geben, so wie jetzt eben in der Tagesschau, in der ein Vertreter des ukrainischen Innenministeriums auf einer PK davon sparach, man "hätte Beweise, daß die Russen den Separatisten *versprochen* hätten, BUK-Systeme zu liefern, und mit denen hätten sie dann MH17 abgeschossen." Noch nebulöser geht es ja wohl nicht! Und was man dabei nicht vergessen sollte: Dem Innenministerium untersteht formell die "Nationalgarde", die derzeit in der Ostukraine Krieg gegen die Separatisten führt.
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Leichen von MH17: Ermittlungen am Zug des Todes

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Ostukraine: Neue Provokation der Separatisten

Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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Fläche: 17.098.200 km²

Bevölkerung: 143,972 Mio.

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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