Ukraine Machtkampf weitet sich auf mehrere Städte aus

Bislang demonstrierten die Ukrainer überwiegend in der Hauptstadt Kiew gegen die Regierung und Staatschef Janukowitsch. Doch jetzt werden auch aus anderen Gebieten des Landes wütende Protestaktionen gemeldet.


Lwiw/Kiew - Während die Führung um Präsident Wiktor Janukowitsch für ihre Gewalteinsätze gegen Demonstranten in Kiew unter Druck steht, weitet sich der Protest nun offenbar auch auf andere Regionen der Ukraine aus. Wütende Gegner der Regierung stürmten in mehreren Städten im Westen und im Zentrum des Landes Verwaltungsgebäude.

In der Großstadt Lwiw (Lemberg), rund 500 Kilometer westlich von Kiew, besetzten Hunderte Ukrainer die Gebietsverwaltung. Sie zwangen nach Angaben örtlicher Medien den von Janukowitsch eingesetzten Gouverneur Oleg Salo, ein Rücktrittsgesuch zu unterzeichnen. Salo widerrief die Unterschrift später. Die Region Galizien gilt als Hochburg der rechtspopulistischen Oppositionspartei Swoboda (Freiheit).

Auch in Rowno, rund 200 Kilometer nordöstlich von Lwiw, drangen Hunderte Protestierende nach einer Versammlung in die Gebietsverwaltung ein. Sie wurden jedoch mit Tränengas zurückgetrieben, belagerten das Gebäude aber weiterhin. In Ternopol, das ebenfalls in Galizien liegt, sperrten die Abgeordneten des Gebietsrates den Gouverneur in seinem Arbeitszimmer ein.

Belagert wurden auch Verwaltungsgebäude im galizischen Iwano-Frankowsk und den weiter östlich gelegenen Städten Chmelnizki und Schitomir. In Tscherniwzi (Czernowitz) in der Bukowina verboten die Behörden Versammlungen mit mehr als hundert Teilnehmern.

als/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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11severinus 24.01.2014
1. Bilder aus Lviv
Berichterstattung nicht überall vorne beim Spiegel: Bilder vom erzwungen Rücktritt des Janukowitsch Außenpostens fehlen - Bilder von einem Demonstranten, der so die Bildunterschrift, nicht wirklich merkt beim Kampfeseifer, das sein Hinterteil brennt - kommen ganz locker zur Veröffentlichung. Das letztere halte ich für menschenverachtend - das erstere für eine Fehlleistung der Berichterstattung, die ansonsten schon einen riesigen Umfang angenommen hat. anscheinend gefältt der Spiegel Redaktion die Idee eines Bürgerkriegs mit weiteren Fronten außer Kiev nicht. Aber so schlimm es letzlich ist, dass revoltierende Kiev nun Unterstützung, vielleicht auch militärische, aus der Westukraine braucht, beim Versuch die "Idiotengesetzte" des Janukowitschsen Notstandes zu stoppen, ist eine Ausweitung der Konfliktlage, deren Nichtkenntnis ein unglaubhaft werdendes, verzerrtes Bild zustandebringt.
hihori 24.01.2014
2. Städtenamen
Vielleicht kann sich der Spiegel einmal zu einer einheitlichen ukrainischen Schreibweise der Städtenamen durchringen. Lwiw ist ukrainisch, Ternopol und Rowno russische Schreibweisen. Wenn schon dies nicht stimmt, wie ist dann die Qualität solcher Artikel insgesamt zu bewerten?
Phillipp 24.01.2014
3. Ukrainische Schreibweise bitte!
Lwiw heisst LVIV, Rowno heisst RIVNE, Ternopol heisst TERNOPIL, Iwano Frankowsk heisst IVANO FRANKIVSK. Sie muessen Stalins Russifizierungspolitik nicht doch zu Ende fuehren. Etwas mehr Sorgfalt bitte!
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